|
1) Neue AAPS Empfehlungen zur Qualifizierung analytischer Geräte
(Gold Sheet vom Juli 2003)
Im Juli 2003 veröffentliche das Gold Sheet einen zusammenfassenden
Bericht über den AAPS Workshop vom März 2003 zur Gerätequalifizierung.
Dieser Workshop wurde von der ISPE und der FIP (Fédération
Internationale Pharmaceutique) unterstützt. Das Ziel des Treffens, bei
dem auch FDA Vertreter beteiligt waren, war es, eine einheitliche
Terminologie für die Qualifizierung analytischer Geräte (Analytical
Instrument Qualification = AIQ) zu entwickeln.
Man hielt es für richtig, die Begriffe DQ, IQ, OQ und PQ für die
Qualifizierung beizubehalten - obwohl man diese bei AIQ für etwas
verwirrend hält – da diese Begriffe bereits ihren Platz in der
Validierungs- und Qualifizierungsterminologie gefunden haben.
Wichtige Anforderungen bezüglich IQ, OQ und PQ wurden bei diesem
Workshop festgelegt.
So wurden zu dem Begriff Operational Qualifcation beispielsweise
folgende Definitionen und Erklärungen gemacht:
- OQ ist der dokumentierte Nachweis im eigenen Labor, dass ein
analytisches Gerät so funktioniert, wie vom Gerätehersteller
beabsichtigt
- Die OQ kann auch anschließend in regelmäßigen Intervallen
durchgeführt werden
- Nach größeren Reparaturen, die für die Funktionstüchtigkeit des
Geräts kritisch sein können, oder auch nach Änderungen, die unter
die Change Control Regelungen fallen, kann ebenfalls eine OQ
durchgeführt werden
- OQ Tests sind nicht methodenspezifisch
- Bei HPLC Geräten sind die Wellenlängenrichtigkeit und die
Linearität der Absorption bei Detektoren, die Injektorpräzision, die
Richtigkeit der Flussrate und die ordnungsgemäße Gradientenfunktion
wichtige Tests der einzelnen HPLC Module
- Ganzheitliche (Holistic) Tests sind anstelle von modularen Tests
zulässig
Performance Qualification wird als Prüfung im eigenen Labor
definiert, die die konsistente und richtige Funktion eines
Analyengerätes, gemäß Spezifikationen, die den eigenen Einsatzzwecken
in der Routineanwendung angemessen sind, verifiziert. Diese Tests
überprüfen die Instandhaltung (maintenance) und Kalibrierung des
Instruments. Systemeignungstests können hierbei eine Ergänzung sein,
ersetzen aber nicht die Funktionstests der PQ!
Weiterhin wird die Softwarevalidierung als das Thema bezeichnet, das
bei diesem AAPS Workshop am kontroversesten diskutiert wurde. Es ist
beabsichtigt, die Ergebnisse dieses Workshops in einem White Paper zu
publizieren
Die Qualifizierung analytischer Geräte (einschließlich der o.g. AIQ
Vorschläge) und Software Validierung sind zwei der Hauptthemen bei der
internationalen Konferenz der European Compliance Academy Successful
HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment. Diese Konferenz
wird am 31. März und 1. April 2004 in Barcelona, Spanien,
stattfinden, mit einem anschließenden Post-Conference Workshop zum Thema
Validation of Chromatography Data Sytems. Das vollständige Programm
finden Sie hier.
2) HPLC in Human Drug cGMP Notes der FDA
In früheren Ausgaben der Human Drug CGMP Notes der FDA gab es zwei
Fragen, die mit HPLC zu tun hatten. Obwohl nicht brandaktuell, dürften
diese Themen doch für HPLC-Anwender von Interesse sein.
Die erste Frage vom März 1996:
"Gibt es bei der FDA eine Regelung, die etwas zur Verwendung von
wiedergewonnenen (recycled) Lösungsmitteln bei der HPLC sagt?"
Die Antwort lautete:
"Die FDA hat keine spezifische Regelung hierfür......Deshalb kann
die Verwendung von wiedergewonnenen Lösungsmitteln akzeptiert werden,
solange es hierdurch zu keiner Beeinflussung der Analysenergebnisse und
der Funktionsfähigkeit des Gerätes kommt.
Die zweite Frage war im September 1997:
"Wenn man eine Probe mittels HPLC auf Homogenität innerhalb einer
Charge untersucht, so wie beispielsweise bei der Prüfung auf
Gleichförmigkeit des Gehalts oder bei der Freisetzung, und man erhält
für eine Tablette ein Ergebnis, das nicht der Spezifikation entspricht
(OOS), und dieses Ergebnis ist eindeutig auf eine HPLC Fehlfunktion
zurückzuführen: muss man dann die ganze Analysensequenz (Lauf)
wiederholen oder genügt es, dass man nur die eine Lösung erneut
analysiert?"
Russ Rutledge (FDA) antwortete auf diese Frage:
"......wenn die Laboruntersuchung zeigte, dass das analytische
Instrument unzuverlässige Ergebnisse liefert, dann müssen alle
Testergebnisse für ungültig erklärt werden und der gesamte Lauf muss
wiederholt werden, falls möglich mit der ursprünglichen Probenlösung.
Die neuen Ergebnisse ersetzen die für ungültig erklärten Ergebnisse und
nur diese neuen Ergebnisse dürfen für die Bewertung der Charge
herangezogen werden. Einfach nur die eine Probenlösung zu wiederholen ist
unangemessen, da die Ablehnung der Daten auf eine Fehlfunktion des
Gerätes zurückgeführt wird. Von daher sollten alle Ergebnisse dieses
Tests als unzuverlässig angesehen werden."
Ein Vortrag bei der internationalen HPLC Konferenz Successful HPLC
Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment in Barcelona behandelt
Out of Specification HPLC Results. Klicken Sie hier, um das
vollständige Einladungsprogramm zu sehen.
3) HPLC in FDA Warning Lettern
FDA Inspektionen gehen oft auf HPLC Details ein, wie Sie den unten
aufgeführten Zitaten aus FDA Warning Lettern entnehmen können:
- Procedure for HPLC Calibration Method 013 has no predetermined
acceptance criteria for the auto sampler calibration. The auto sampler
calibration does not demonstrate that the instrument is capable of
accurately assessing linearity
- The calibration procedure for HPLC Systems is inadequate in that it
did not include integrator and detector's linearity, injector's
reproducibility, and accuracy of temperature settings for column
heater and detector
- Data from two of the test runs were voided due to HPLC systems
problems, however a review of the chromatograms showed that system
suitability was maintained throughout the run
- No data demonstrating suitability for use could be provided for your
firm's HPLC system
- HPLC chromatograms were found to have poor separation between active
ingredient peak and unknown peak, as well as widely different
retention times for the active peak between different chromatographic
runs
- HPLC chromatographic data do not always document system suitability
requirements
|