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GMP-News
18. Februar 2004
 

GMP-/FDA-Anforderungen an HPLC-Systeme im Labor

 
1) Neue AAPS Empfehlungen zur Qualifizierung analytischer Geräte 
     (Gold Sheet vom Juli 2003)

Im Juli 2003 veröffentliche das Gold Sheet einen zusammenfassenden Bericht über den AAPS Workshop vom März 2003 zur Gerätequalifizierung. Dieser Workshop wurde von der ISPE und der FIP (Fédération Internationale Pharmaceutique) unterstützt. Das Ziel des Treffens, bei dem auch FDA Vertreter beteiligt waren, war es, eine einheitliche Terminologie für die Qualifizierung analytischer Geräte (Analytical Instrument Qualification = AIQ) zu entwickeln.

Man hielt es für richtig, die Begriffe DQ, IQ, OQ und PQ für die Qualifizierung beizubehalten - obwohl man diese bei AIQ für etwas verwirrend hält – da diese Begriffe bereits ihren Platz in der Validierungs- und Qualifizierungsterminologie gefunden haben.

Wichtige Anforderungen bezüglich IQ, OQ und PQ wurden bei diesem Workshop festgelegt.

So wurden zu dem Begriff Operational Qualifcation beispielsweise folgende Definitionen und Erklärungen gemacht:

  • OQ ist der dokumentierte Nachweis im eigenen Labor, dass ein analytisches Gerät so funktioniert, wie vom Gerätehersteller beabsichtigt
  • Die OQ kann auch anschließend in regelmäßigen Intervallen durchgeführt werden
  • Nach größeren Reparaturen, die für die Funktionstüchtigkeit des Geräts kritisch sein können, oder auch nach Änderungen, die unter die Change Control Regelungen fallen, kann ebenfalls eine OQ durchgeführt werden
  • OQ Tests sind nicht methodenspezifisch
  • Bei HPLC Geräten sind die Wellenlängenrichtigkeit und die Linearität der Absorption bei Detektoren, die Injektorpräzision, die Richtigkeit der Flussrate und die ordnungsgemäße Gradientenfunktion wichtige Tests der einzelnen HPLC Module
  • Ganzheitliche (Holistic) Tests sind anstelle von modularen Tests zulässig

Performance Qualification wird als Prüfung im eigenen Labor definiert, die die konsistente und richtige Funktion eines Analyengerätes, gemäß Spezifikationen, die den eigenen Einsatzzwecken in der Routineanwendung angemessen sind, verifiziert. Diese Tests überprüfen die Instandhaltung (maintenance) und Kalibrierung des Instruments. Systemeignungstests können hierbei eine Ergänzung sein, ersetzen aber nicht die Funktionstests der PQ!

Weiterhin wird die Softwarevalidierung als das Thema bezeichnet, das bei diesem AAPS Workshop am kontroversesten diskutiert wurde. Es ist beabsichtigt, die Ergebnisse dieses Workshops in einem White Paper zu publizieren

Die Qualifizierung analytischer Geräte (einschließlich der o.g. AIQ Vorschläge) und Software Validierung sind zwei der Hauptthemen bei der internationalen Konferenz der European Compliance Academy Successful HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment. Diese Konferenz wird am 31. März und 1. April 2004 in Barcelona, Spanien, stattfinden, mit einem anschließenden Post-Conference Workshop zum Thema Validation of Chromatography Data Sytems. Das vollständige Programm finden Sie hier.

2) HPLC in Human Drug cGMP Notes der FDA

In früheren Ausgaben der Human Drug CGMP Notes der FDA gab es zwei Fragen, die mit HPLC zu tun hatten. Obwohl nicht brandaktuell, dürften diese Themen doch für HPLC-Anwender von Interesse sein.

Die erste Frage vom März 1996:
"Gibt es bei der FDA eine Regelung, die etwas zur Verwendung von wiedergewonnenen (recycled) Lösungsmitteln bei der HPLC sagt?"

Die Antwort lautete:
"Die FDA hat keine spezifische Regelung hierfür......Deshalb kann die Verwendung von wiedergewonnenen Lösungsmitteln akzeptiert werden, solange es hierdurch zu keiner Beeinflussung der Analysenergebnisse und der Funktionsfähigkeit des Gerätes kommt.

Die zweite Frage war im September 1997:
"Wenn man eine Probe mittels HPLC auf Homogenität innerhalb einer Charge untersucht, so wie beispielsweise bei der Prüfung auf Gleichförmigkeit des Gehalts oder bei der Freisetzung, und man erhält für eine Tablette ein Ergebnis, das nicht der Spezifikation entspricht (OOS), und dieses Ergebnis ist eindeutig auf eine HPLC Fehlfunktion zurückzuführen: muss man dann die ganze Analysensequenz (Lauf) wiederholen oder genügt es, dass man nur die eine Lösung erneut analysiert?"

Russ Rutledge (FDA) antwortete auf diese Frage:
"......wenn die Laboruntersuchung zeigte, dass das analytische Instrument unzuverlässige Ergebnisse liefert, dann müssen alle Testergebnisse für ungültig erklärt werden und der gesamte Lauf muss wiederholt werden, falls möglich mit der ursprünglichen Probenlösung. Die neuen Ergebnisse ersetzen die für ungültig erklärten Ergebnisse und nur diese neuen Ergebnisse dürfen für die Bewertung der Charge herangezogen werden. Einfach nur die eine Probenlösung zu wiederholen ist unangemessen, da die Ablehnung der Daten auf eine Fehlfunktion des Gerätes zurückgeführt wird. Von daher sollten alle Ergebnisse dieses Tests als unzuverlässig angesehen werden."

Ein Vortrag bei der internationalen HPLC Konferenz Successful HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment in Barcelona behandelt Out of Specification HPLC Results. Klicken Sie hier, um das vollständige Einladungsprogramm zu sehen.

3) HPLC in FDA Warning Lettern

FDA Inspektionen gehen oft auf HPLC Details ein, wie Sie den unten aufgeführten Zitaten aus FDA Warning Lettern entnehmen können:

  • Procedure for HPLC Calibration Method 013 has no predetermined acceptance criteria for the auto sampler calibration. The auto sampler calibration does not demonstrate that the instrument is capable of accurately assessing linearity
  • The calibration procedure for HPLC Systems is inadequate in that it did not include integrator and detector's linearity, injector's reproducibility, and accuracy of temperature settings for column heater and detector
  • Data from two of the test runs were voided due to HPLC systems problems, however a review of the chromatograms showed that system suitability was maintained throughout the run
  • No data demonstrating suitability for use could be provided for your firm's HPLC system
  • HPLC chromatograms were found to have poor separation between active ingredient peak and unknown peak, as well as widely different retention times for the active peak between different chromatographic runs
  • HPLC chromatographic data do not always document system suitability requirements

Bei der ECA-Konferenz Successful HPLC Management in a GMP-/FDA-Regulated Environment, die am 31. März und 1. April 2004 in Barcelona stattfindet, wird ein Schwerpunkt auf den aktuellen FDA Anforderungen liegen, z.B. auch hinsichtlich der revidierten 21 CFR Part 11 Interpretationen der FDA. Die vollständige Einladungsbroschüre finden Sie hier.

 
Autor:
Dr. Günter Brendelberger
CONCEPT HEIDELBERG

 

 

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