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Es ist noch immer gängige Meinung, dass die Filtration die unsicherste
Sterilisationsmethode ist, die in pharmazeutischen Prozessen Anwendung
findet. Deshalb steht sie sowohl innerhalb der pharmazeutischen
Unternehmen als auch durch die Überwachungsbehörden unter besonderer
Beobachtung.
In diesem Zusammenhang ist es von erheblichem Interesse, dass durch die
in 2003 veröffentlichte FDA Draft Guideline "Sterile Products
Produced by Aseptic Processing" neue Anforderungen an den Einsatz von
Sterilfiltern und dessen Validierung gestellt werden. Diese ergeben sich
unter anderem aus einer verschärften Definition eines Sterilfilters.
In der noch aktuellen Version der Guideline aus dem Jahr 1987 wird ein
Sterilfilter als ein Filter definiert, der nach einer Beaufschlagung von
mindestens 107 Brevundimonas diminuta pro cm2
Filterfläche ein steriles Filtrat ergibt.
In der Draft Guideline aus dem letzten Jahr wird ein Sterilfilter als
ein Filter definiert, der reproduzierbar alle Mikroorganismen aus dem zu
filtrierendem Produkt entfernt und so ein steriles Filtrat produziert.
Hier tendiert der Draft weg von dem Modellkeim Brev. diminuta
hin zu Keimen, die aus dem Bioburden isoliert wurden. Im Text des Draft
wird darauf sogar explizit eingegangen.
Da steht die pharmazeutische Industrie vor ganz neuartigen
Herausforderungen. Denn zum einen ist man ja froh, einen gut und
kontrolliert zu kultivierenden Testkeim in Brev. diminuta zu haben,
den man bei Filtervalidierungen bisher einsetzt, und zum anderen werden
die für die Filtration kritischen Keime, die vielleicht aus dem Bioburden
isoliert werden können, durch das Anzüchten auf geeignete
Konzentrationen ihre Eigenschaften ändern und so nicht mehr den
ursprünglichen worst case darstellen.
Trotzdem stellt sich die Frage, in wieweit Brev. diminuta die
Realität im jeweiligen Prozess widerspiegelt. Eine schlüssige Rationale
für den Einsatz dieses Mirkoorganismus bei Filtervalidierungen wird
zukünftig produkt- und prozessabhängig wohl gefordert sein.
Daraus ergibt sich im Draft auch die Anforderung nach einem Trending
des Bioburdens vor der Filtration.
Zwei weitere interessante Punkte, die in dem Draft angesprochen werden,
sind der Einsatz von Filtern für nur noch einen Produkt-Batch und die
Filtration durch zwei in Reihe geschaltete Sterilfilter. Auch deswegen
werden sich viele Anwender ihre Filtrationsprozesse noch einmal genau
ansehen müssen.
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