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GMP-News
17. Februar 2004
 

Neue FDA-Anforderungen an die Filtervalidierung

 
Es ist noch immer gängige Meinung, dass die Filtration die unsicherste Sterilisationsmethode ist, die in pharmazeutischen Prozessen Anwendung findet. Deshalb steht sie sowohl innerhalb der pharmazeutischen Unternehmen als auch durch die Überwachungsbehörden unter besonderer Beobachtung.

In diesem Zusammenhang ist es von erheblichem Interesse, dass durch die in 2003 veröffentlichte FDA Draft Guideline "Sterile Products Produced by Aseptic Processing" neue Anforderungen an den Einsatz von Sterilfiltern und dessen Validierung gestellt werden. Diese ergeben sich unter anderem aus einer verschärften Definition eines Sterilfilters.

In der noch aktuellen Version der Guideline aus dem Jahr 1987 wird ein Sterilfilter als ein Filter definiert, der nach einer Beaufschlagung von mindestens 107 Brevundimonas diminuta pro cm2 Filterfläche ein steriles Filtrat ergibt.

In der Draft Guideline aus dem letzten Jahr wird ein Sterilfilter als ein Filter definiert, der reproduzierbar alle Mikroorganismen aus dem zu filtrierendem Produkt entfernt und so ein steriles Filtrat produziert.

Hier tendiert der Draft weg von dem Modellkeim Brev. diminuta hin zu Keimen, die aus dem Bioburden isoliert wurden. Im Text des Draft wird darauf sogar explizit eingegangen.

Da steht die pharmazeutische Industrie vor ganz neuartigen Herausforderungen. Denn zum einen ist man ja froh, einen gut und kontrolliert zu kultivierenden Testkeim in Brev. diminuta zu haben, den man bei Filtervalidierungen bisher einsetzt, und zum anderen werden die für die Filtration kritischen Keime, die vielleicht aus dem Bioburden isoliert werden können, durch das Anzüchten auf geeignete Konzentrationen ihre Eigenschaften ändern und so nicht mehr den ursprünglichen worst case darstellen.

Trotzdem stellt sich die Frage, in wieweit Brev. diminuta die Realität im jeweiligen Prozess widerspiegelt. Eine schlüssige Rationale für den Einsatz dieses Mirkoorganismus bei Filtervalidierungen wird zukünftig produkt- und prozessabhängig wohl gefordert sein.

Daraus ergibt sich im Draft auch die Anforderung nach einem Trending des Bioburdens vor der Filtration.

Zwei weitere interessante Punkte, die in dem Draft angesprochen werden, sind der Einsatz von Filtern für nur noch einen Produkt-Batch und die Filtration durch zwei in Reihe geschaltete Sterilfilter. Auch deswegen werden sich viele Anwender ihre Filtrationsprozesse noch einmal genau ansehen müssen.
  

Informieren Sie sich über diese und weitere aktuelle GMP-Anforderungen an die Sterilfiltration auf unserem Seminar "GMP-/FDA-Compliance bei der Sterilfiltration" am 18./19. März 2004 in Heidelberg. Das detaillierte Programm finden Sie hier.

 
Autor:
Dr. Ulrich Herber
CONCEPT HEIDELBERG

Quelle: FDA Draft Guideline "Sterile Drug Products Produced by Aseptic Processing"


 

 

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