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13. November 2003
 

Aktuelle Inspektionsergebnisse der englischen Arzneimittelüberwachung MHRA (früher MCA)

 
Bedingt durch den Freedom of Information Act (FOI) sind Inspektionsergebnisse der FDA öffentlich zugänglich. Nur sehr selten erfährt man allerdings Inspektionsergebnisse europäischer Überwachungsbehörden. John Taylor von der britischen Überwachungsbehörde MHRA hat im Rahmen des Education Course der European Compliance Academy (ECA) "GMP Compliance Auditor" (28.-29. Oktober 2003, Barcelona) Inspektionsergebnisse seiner Behörde präsentiert.

Die MHRA geht aus der im April durchgeführten Fusion der Medicines Control Agency und der Medical Devices Agency hervor.

Die MHRA hat als Inspektionsfrequenz für die eigenen Herstellungsbetriebe (700) einen 2-Jahresrhythmus und für die "Third-country manufacturers" (300) einen 3-Jahresrhythmus vorgegeben.

Die Klassifikation von Inspektionsergebnissen erfolgt durch die MHRA in "critical", "major" und "others". Hierbei charakterisiert "critical" einen Mangel, der auf ein signifikantes Risiko hindeutet, dass ein Produkt einen Patienten schädigen könnte. Auch eine Kombination von "major"-Abweichungen, die auf einen kritischen Systemfehler hindeutet, gehört in diese Kategorie.

Ein "major"-Mangel könnte ein Produkt erzeugen, das nicht in Übereinstimmung mit der Zulassung steht. Oder er steht für eine Kombination von "other"-Mängeln, die auf einen schweren Systemfehler hindeutet, oder für wiederholte "other"-Abweichungen.

Ein "other"-Mangel ist eine Abweichung, die nicht in "critical" oder "major" eingeordnet werden kann, aber auf eine GMP-Abweichung hindeutet.

Die Top-Ten-Liste aller inspizierten Bereiche (einschließlich Drittländer, Großhändler, Lohnlabore) zeigt auf Platz 1 und 2 Kontaminationsrisiken (s. Bild 1). Kontaminationsrisiken gehören folglich auch zu den Top Five der kritischen Mängel, die die MHRA gefunden hat (s. Bild 2)

Bild 1

Bild 2

Auf die britische pharmazeutische Industrie bezogen stellte John Taylor auch ein Trending vor (s. Bild 3).

Bild 3

GMP-Abweichungen der Drittländer und deren Trending sind in den nachfolgenden Tabellen aufgeführt (s. Bild 4 und 5).

Bild 4

Bild 5

Sehr interessant sind ebenfalls die ernsthaften "Good Distribution Practice"-Abweichungen (s. Bild 6). Auffällig ist, dass die Temperaturkontrolle und das Monitoring im Lager selbst sowie das Fehlen von oder unzureichende SOPs zusammen mehr als 50% der Mängel ausmachen.

Bild 6

Auf freiwilliger Basis führt die MHRA auch Wirkstoffinspektionen gemäß Annex 18 durch. Die fünf häufigsten Mängel waren:

  1. Potential for microbial contamination
  2. Potential for non-microbial contamination
  3. Equipment validation
  4. Status labelling
  5. Release procedures

Die GMP-gerechte Wirkstoffproduktion gemäß Annex 18 bzw. ICH Q7A wird im Rahmen der folgenden Veranstaltungen behandelt:

Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG