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GMP-News
30. Oktober 2003
 

In eigener Sache:

Wallhäußer Preis 2002
für Arzneimittelqualität und -sicherheit an Herrn
Dr. Michael Hiob
verliehen


Am 22. Oktober 2003 wurde in Heidelberger NH Hotel der von CONCEPT HEIDELBERG initiierte und mit € 5.000, dotierte "Wallhäußer-Preis für Arzneimittelqualität und -sicherheit" verliehen.

Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die durch Publikationen oder ihr Lebenswerk einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der der Arzneimittelqualität bzw. Arzneimittelsicherheit geleistet haben.

Die Juroren des Wallhäußer Preises, Dr. Wolfgang Schumacher, F. Hoffmann-La Roche AG, und Rudolf Völler, Regierungspräsidium Darmstadt, zeichneten

Herrn Dr. Michael Hiob
Landesamt für Gesundheit und Arbeitssicherheit in Kiel

für seine Publikation "Qualifizierung und Validierung nach Annex 15 des EG-GMP-Leitfadens - Teil 1: Allgemeine Anmerkungen aus Inspektorensicht", Pharma Technologie Journal, Heft 1082 (2002), aus.

Der 1987 erstmals ausgelobte Wallhäußer-Preis wird für das Jahr 2003 erneut ausgeschrieben. Satzung und Teilnahmebedingungen sind auf Anfrage von CONCEPT HEIDELBERG, Rischerstraße 8, 69123 Heidelberg, erhältlich.

v.l.n.r.: Oliver Schmidt (Geschäftsführer CONCEPT HEIDELBERG), Preisträger Dr. Michael Hiob, Jurymitglied Rudolf Völler (RP Darmstadt), Jurymitglied Dr. Wolfgang Schumacher (Hoffmann-La Roche AG)

 

Auszug aus der Laudatio von Dr. Wolfgang Schumacher, F. Hoffmann-La Roche, anlässlich der Verleihung des Wallhäußer Preises an Herrn Dr. Michael Hiob,
am 22. Oktober 2003 in Heidelberg

Lieber Herr Hiob,
Meine Damen und Herren,

Der Wallhäußer Preis wird von der Firma Concept Heidelberg seit vielen Jahren gestiftet und einmal jährlich verliehen, immer im Rahmen einer Veranstaltung im Oktober oder November. Der Preisverleihung geht die intensive Suche nach Kandidaten voraus, und es ist für uns nicht leicht, geeignete Personen zu finden, die unseren Ansprüchen gerecht werden. Dieses Jahr war es besonders schwer, da es eine ganze Reihe potentieller Kandidaten gab. Was war für uns ausschlaggebend, Sie, Herr Hiob, auszuwählen?

Als pharmazeutischer Überwachungsbeamter sind Sie für die Compliance "Ihrer" Firmen, d.h. der pharmazeutischen Unternehmen im Raum Kiel, zuständig. Sie sind das Maß aller Dinge, wenn es um die Erfüllung der Behördenauflagen geht. Sie überprüfen, wie sorgfältig dort die vom Gesetzgeber grob festgelegten Anforderungen im Detail umgesetzt haben. Man wird nun vielleicht denken, dass es für die Unternehmen besonders günstig ist, wenn der Pharmazierat angenehm und "weich" inspiziert, also mit allem gleich zufrieden ist. Auf den ersten Blick mag das richtig sein, aber beim näheren Hinsehen kommen starke Zweifel auf:

Wir haben es im heutigen Inspektionsgeschehen mit den verschiedensten nationalen und internationalen Behörden zu tun, u. a. auch mit der FDA, die die gleichen Unternehmen untersucht, die Sie, Herr Hiob, schon visitiert haben. Welches Licht würde auf eine Firma fallen, der von der lokalen Behörde keine richtigen Maßstäbe gesetzt wurden? Die Folge kennen wir alle: 483er, warning letter, important alert und schlimmstenfalls das Ende des so interessanten US Geschäftes; ganz zu schweigen vom damit verbundenen Imageverlust, da in USA alles publiziert wird.

Deutsche Inspektoren dürfen Ihre Mängelrüge nicht publizieren, denn das ist in Deutschland nicht erlaubt. Ich persönlich finde das korrekt, da eine Inspektion immer - ohne Ausnahme - die subjektive Betrachtungsweise eines Inspektors oder Auditors darstellt, d.h. beim nächsten Besuch kann das Resultat ganz anders aussehen.

Sie, Herr Hiob, sind ein Inspektor, der hart in der Sache, aber gerecht ist; dafür bürgt schon Ihr biblischer Name. Trotzdem haben Sie ein gutes Verhältnis zu den Firmen in Ihrem Überwachungsbereich. Sie bemühen sich, in positiver Form das Terrain vorzubereiten, indem Sie der pharmazeutischen Industrie konkrete Vorgaben machen: Sie erarbeiten Richtlinien zur Erzielung von Compliance, d.h. Sie machen aus der sehr allgemeinen gesetzlichen Grundlage eine Richtschnur zum Anfassen für beide Teile - für Inspektor und pharmazeutischen Unternehmer. Ich denke hier besonders an das Aide Memoire der ZLG zur Validierung, in dem Sie alle wichtigen Punkte bezüglich Validierung und Qualifizierung prägnant und leicht verständlich dargelegt haben. Wenn Sie, meine Damen und Herren, in Erwartung eines Behördenbesuches sind, dann sollten Sie darauf einen Blick werfen.

Deutsche Inspektoren sind wie Sie, Herr Hiob, ausnahmslos Apotheker. Das mag nicht von ungefähr kommen, da die Spezies der Apotheker bekanntlich sehr penibel ist. Während Ihres Pharmaziestudiums an der Universität Kiel - dort haben Sie auch promoviert - haben Sie schon an der PTA- Schule in Neumünster unterrichtet. Wenn Sie heute eine öffentliche Apotheke in Schleswig-Holstein betreten, dann sind Sie dort bekannt wie ein bunter Hund.

Der Jury für die Verleihung des Wallhäußer Preises kommt es darauf an, Kollegen zu ehren, die einen unermüdlichen QS-Einsatz zeigen. Für das Jahr 2002 haben wir Sie ausgewählt, da Sie im vergangenen Jahr im Pharma Technologie Journal eine hervorragende Arbeit zum Annex 15 publiziert haben mit dem Titel: Qualifizierung und Validierung nach Annex 15 des EG GMP Leitfadens, Teil 1: Allgemeine Anmerkungen aus Inspektorensicht. Ich möchte dabei nicht unerwähnt lassen, dass auch Herr Sven Pommeranz, der die Veranstaltung heute leitet, an dieser Artikelserie mitgearbeitet hat.

Die Jury ist der Meinung, dass Ihr Beitrag, Herr Hiob, gewürdigt werden muss, da er einen wertvollen Baustein für die Kooperation zwischen Gesetzgeber und Industrie darstellt.


Auszug aus der Laudatio von Herrn Rudolf Völler, Regierungspräsisium Darmstadt:
Es ist besonders erfreulich, dass diesmal ein Behördenvertreter die Auszeichnung bekommen hat.

Im Zusammenhang mit dem Aufbau eines Qualitätssicherungssystems  für die Überwachungsbehörden (Inspektorate) waren die verschiednen Wege mühsam. Nach Einrichtung der Abteilung Arzneimittel in der ZLG, Bonn wurden alle Maßnahmen gebündelt und die fachliche Arbeit auf Wxpertengruppen übertrageb. Eine dieser Expertenfachgruppen ist die EFG 10 (Validierung, Qualifizierung). Diese Arbeitsgruppe wird von Dr. Hiob geleitet.

Seinem und dem Engagement dieser Gruppe ist es zu verdanken, dass die aktuellsten Erkenntnis in das Aide memoire zum Thema Validierung eingarbeitet sind. Das Werk ist übrigens auf der Home-page der ZLG (www.ZLG.de) öffentlich zugänglich.

Durch verschiedene Veröffentlichungen hat Dr. Hiob die Arbeit der Behörden transparent gemacht.

 

 

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