Am 3. September hat die FDA, wie bereits in unserer News
vom 4. September mitgeteilt, die Draft Guidance for Industry
"Sterile Drug Products Produced by Aseptic Processing - Current Good
Manufacturing Practice" veröffentlicht.
Was sind aber die Konsequenzen?
Im Folgenden haben wir eine vergleichende Bewertung erstellt, die das
ursprünglich von der FDA publizierte Concept Paper mit dem jetzt
veröffentlichten Draft vergleicht. Dazu wurde der erste Teil des Kapitels
"IX Process Validation and Equipment Qualification" herangezogen.
In der Einleitung zum Unterkapitel "A. Process Simulation" wird
im Vergleich zum Konzeptpapier dem Umgebungsmonitoring nur noch eine
"Kann-Funktion" zur Bewertung des Prozesses zugeschrieben. Im
Konzeptpapier war das Monitoring noch als integraler Bestandteil zur
Validierung des aseptischen Prozesses angesehen worden.
Zum Study Design (Unterkapitel 1) erwähnt der Draft nun nicht mehr
ausdrücklich die Vorgabe eines Validierungsplans, in dem die
Herangehensweise, das Testequipment und die Akzeptanzkriterien aufgeführt
sind. Ausdrücklich erwähnt wird allerdings, dass Risikofaktoren der
Kontamination in die Media-Fills integriert werden sollen.
Wie auch im Konzeptpapier sind detaillierte Punkte, die während
Media-Fills beachtet werden sollen, aufgeführt. Im Vergleich zum Konzept
sind zwei Punkte im Draft nicht mehr enthalten:
- Die Vorgabe, sterile "units" zu produzieren, wenn die
Umgebungsbedingungen ein größeres Risiko auf das Produkt bewirken.
- Temperatur- und Feuchtigkeitsbetrachtungen an den Limits
Die Forderung, dass Media-Fills nicht eingesetzt werden, um eine
unakzeptable Praxis zu "validieren", wurde von "cannot"
im Konzeptpapier (also einem Verbot) in "should not" (eine
Empfehlung) umgewandelt.
Im Unterkapitel 2 "Frequency and Number of Runs" wird nun im
Draft darauf hingewiesen, dass bei der halbjährlichen Requalifizierung
Aktivitäten und Eingriffe, die repräsentativ für eine Schicht und einen
Schichtwechsel sind, eingebunden werden sollen. Als Beispiel wird noch
zusätzlich angegeben, dass die Bewertung einer Schicht zeit- und
tätigkeitsbezogen zu erfolgen hat. Explizit wird ferner erwähnt, dass die
Teilnahme von Personen an Media-Fills auch im Einklang mit ihren
Tätigkeiten in der Routineproduktion stehen sollen.
Die ursprünglich in einem Unterkapitel zusammengefassten Themen
"Size and Duration of Runs" wurden nun im Draft auf zwei
Unterkapitel verteilt. Hierbei sind die Änderungen, was die Dauer der
Läufe (Unterkapitel 3) angeht, relativ gering. Einzig die Forderung
"interventions that commonly occur" sollen routinemäßig
simuliert werden, ist noch ergänzt.
Das Unterkapitel 4 ("Size of Runs") wurde größtenteils neu
formuliert. Die Kernaussage bleibt aber, dass der Umfang der Läufe so groß
sein soll, so dass die kommerziellen Produktionsbedingungen und
Kontaminationsrisiken angemessen simuliert werden.
Als "generally acceptable starting point for run size" wird der
Bereich zwischen 5.000 - 10.000 Einheiten genannt. Bei Chargengrößen <
5.000 Units soll die Anzahl an abgefüllten Einheiten gleich der
Chargengröße sein. Hierzu wird auch auf die Aseptic Working Group der PQRI
referenziert.
Im neuen Draft wird dann - je nach Risiko der Kontamination - auf die
Möglichkeit einer größeren Anzahl an abzufüllenden Einheiten (z.B. bei
manueller Abfüllung) oder einer kleineren Anzahl (z.B. beim Einsatz eines
Isolators) hingewiesen. Bei Prozessen mit Schichtwechsel oder ungewöhnlich
großen Stückzahlen soll dies im Media-Fill-Plan hinsichtlich der
einzuhaltenden Bedingungen und simulierten Risiken mit beinhaltet werden.
Beim Unterkapitel 5 "Line Speed" wurde im Draft ein Satz
gestrichen, der vorsah, dass in einigen Fällen mehr als eine "line
speed" im Rahmen der Studie bewertet werden soll.
Im Unterkapitel 6 (Environmental Conditions) änderte sich die Forderung
nach Worst-Case-Bedingungen, die auch abgedeckt werden sollen
(Konzeptpapier), zu "adequately representative of ranges under which
actual manufacturing operations are conducted".
Im Unterkapitel 7 "Media" finden sich im Draft nur zwei kleine
Änderungen zum Konzeptpapier:
- Der Einsatz von Anaerobiermedien unter bestimmten Umständen wird nur
noch als "would be appropriate" angesehen, im Vergleich zum
ursprünglichen "is appropriate".
- Um die innere Fläche der befüllten Einheiten komplett zu benetzen
forderte das Konzeptpapier noch das Umdrehen und Schütteln der
Einheiten, während im Draft beide Tätigkeiten mit "oder"
verbunden sind. Allerdings soll das Schütteln dann auch heftig
("thoroughly") erfolgen.
Die Inkubationstemperatur (Unterkapitel 8) der Media-Fill-Einheiten wird
nun im Draft mit Toleranzen direkt vorgegeben (20 - 35°C +/- 2,5 °C). Bei
Einsatz von 2 Temperaturen soll nach dem Draft jede Probe mindestens 7
Tage bei jeder Temperatur inkubiert werden.
Im Rahmen der Interpretation der Testergebnisse (Unterkapitel 9) gibt der
Draft nun im Vergleich zum Konzeptpapier Empfehlungen zu Akzeptanzkriterien:
Bei der Befüllung von weniger als 5.000 Einheiten:
- keine kontaminierte Einheit
Bei der Befüllung von 5.000 – 10.000 Einheiten :
- 1 kontaminierte Einheit sollte eine Untersuchung auslösen und einen
Wiederholungslauf
- 2 kontaminierte Einheiten führen zu einer Revalidierung, nach
entsprechender Untersuchung
Bei der Befüllung von mehr als 10.000 Einheiten :
- 1 kontaminierte Einheit sollte eine Untersuchung auslösen.
- 2 kontaminierte Einheiten führen zu einer Revalidierung, nach
entsprechender Untersuchung
Wenn Sie Ihre Kenntnisse zum Thema "aseptische
Herstellungsverfahren" vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen die
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