Gerade wurde die FDA Draft Guidance for Industry PAT - A Framework for
Innovative Pharmaceutical Manufacturing and Quality Assurance von der FDA
verabschiedet. Diese neue Guideline wird bei dem PAT Workshop der
Universität Heidelberg am 19. September 2003 von Ali Afnan (FDA) in
Heidelberg vorgestellt werden.
Ziel des aktuellen Entwurfs der PAT
(Process Analytical Technology) Draft Guidance ist es, die regulatorischen
Rahmenbedingungen festzulegen, die die freiwillige Entwicklung und
Implementierung innovativer pharmazeutischer Herstellungsprozesse und
Qualitätssicherungsaktivitäten unterstützen soll. Absicht der Guideline
ist es auch, den pharmazeutischen Herstellern die Furcht zu nehmen, dass
ihnen durch die Einführung neuer Herstellungsverfahren regulatorische
Nachteile entstehen könnten. Es handelt sich bei diesem Dokument um keine
typische FDA Guideline, da hier der Schwerpunkt darin liegt,
Möglichkeiten und Prinzipien vorzustellen, die Innovationen fördern
sollen.
Die Guideline wurde erarbeitet von dem
Office of Pharmaceutical Science innerhalb des Center for Drug Evaluation
and Research (CDER) unter Federführung des Process Analytical Technology
Steering Committees mit Mitgliedern aus dem CDER, dem CVM (Center for
Veterinary Medicine) und dem Office of Regualtory Affairs (ORA).
Ausdrücklich nicht anwendbar ist diese Guideline derzeit für CDER's
Office of Biotechnology Produkte und
für Produkte die unter die Regelungen des Center for Biologics Evaluation
and Research (CBER) fallen.
PAT wird im Sinne dieser Guideline als
ein System verstanden, für das Design, die Analyse und die Kontrolle der
pharmazeutischen Herstellung durch zeitnahe Messungen kritischer
Qualitäts- und Performance-Attributen von Ausgangsstoffen,
In-Prozess-Materialien und Prozessen mit dem Ziel die Qualität des
Fertigproduktes sicherzustellen. Es wird betont, dass der Begriff
Analytical in PAT sehr weit zu fassen ist.
Die Guideline geht ausführlich auf
Prinzipien und Werkzeuge für PAT ein. Ein Beispiel hierfür ist, dass
zeit-definierte Endpunkte bei Herstellungsprozessen (z.B. Mischen für 10
min) durch prozesskontrollierte Festlegungen ersetzt werden können. Das
bedeutet hier ist eine gewisse Flexibilität bei der Festlegung von
Prozessbedingungen auch aus Sicht der FDA möglich. Ausdrücklich
angesprochen wird die Echtzeitfreigabe (Real Time Release), d.h. eine
Parametrische Freigabe, wie man diese bisher hauptsächlich für
terminal-sterilisierte Produkte kennt, wäre dann für alle
Darreichungsformen vorstellbar!
In einem Abschnitt "Regulatory
Strategies" führt die Guideline aus, wie die FDA die Industrie bei
der Einführung neuer PAT Technologien unterstützen will. PAT ist
sicherlich besonders geeignet bei der Entwicklung und Einführung neuer
Produkt, wird aber auch bei der Herstellung bereits zugelassener Produkte
empfohlen. Daten aus PAT Versuchen bei zugelassenen Produkten könnten
hierbei als Versuchsdaten (Research Data) deklariert werden und die FDA
würde bei Inspektionen dann nicht nach diesen Versuchsdaten fragen,
sondern sich auf die bestehenden regulatorischen Standards (z.B. die
derzeit zugelassenen Methoden) beschränken. Verschiedene Möglichkeiten,
wie ein "risk based" Vorgehensweise bei der Implementierung von
PAT aussehen könnte, wird am Ende der Guideline aufgeführt. Die hier
vorgestellt FDA-Guideline stellt ein ganz wesentliches Element innerhalb
der FDA Initiative "Pharmaceutical cGMPs for the 21st Century: A
Risk-based Approach" dar.
Quelle:
Die PAT Draft Guidance können Sie hier herunterladen: http://www.fda.gov/cder/guidance/5815dft.pdf
Autor: Dr. Günter Brendelberger CONCEPT
HEIDELBERG
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