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10. Mai 1999


GMP-Trends bei aseptischen Prozessen

Die Entwicklung zu GMP-Anforderungen an aseptische Prozesse läßt sich wie folgt zusammenfassen:

Seit April 1996 ist eine "CPMP-Note for Guidance on Manufacture of the Finished Dosage Form" gültig, die auch Angaben zur Herstellung aseptischer Arzneimittel macht. Unter anderem wird dort empfohlen, daß in den meisten Fällen - in Abhängigkeit vom zu filtrierenden Volumen und vom Filterdurchmesser - ein Bioburden von 10 CFU/100 ml als geeignet angesehen wird, wenn die Sterilisation über Filtration erfolgt. Falls die Grenzen nicht eingehalten werden können, wird eine Vorfiltration gefordert.

Schon seit 1997 ist die revidierte 1. ergänzende Leitlinie des EG-GMP-Leitfadens gültig. In ihr sind als Akzeptanzkriterium für erfolgreiche Media-Fills 0,1% mit einem Vertrauensintervall von 95% festgeschrieben.

Auch die PDA hat sich mit der Problematik der aseptischen Fertigung beschäftigt und den aus ihrer Sicht "Stand von Wissenschaft und Technik" in dem Technical Report 22 "Process Simulation of Aseptic Processing" niedergelegt.

Die ISO-Norm 13408-1 "Aseptic processing of health care products" wurde Mitte 98 angenommen, allerdings nicht von Japan, Großbritanien und auch nicht von Deutschland. Während die beiden erstgenannten gegen die Annahme stimmten, enthielt sich Deutschland der Stimme. Die Norm wird deshalb in den genannten Staaten nicht gültig werden. Nichts desto trotz wird sich diese Norm wohl als Stand von Wissenschaft und Technik etablieren. Somit werden sich wohl auch die in ihr angegebenen, präzisierten Akzeptanzkriterien der Media-Fills und die Revalidierungskriterien - auch in Deutschland - durchsetzen.

Auch von der PIC/S gibt es einen Entwurf zu "Recommendations on Validation of Aseptic Processes". In ihm wird die Durchführung von Media-Fills beschrieben, die u.a. auch auf das "compounding" und das Lagern des Produkts ausgedehnt werden sollen. Der Entwurf ist aber weniger detailliert als der Technical Report 22 der PDA.

Und was gibt es Neues von der FDA?  

Auch die FDA revidiert die aus 1987 stammende Aseptic Processing Guideline. Ein erster, der Öffentlichkeit zugänglicher Entwurf, wird noch in diesem Jahr erwartet. Über den Inhalt ist noch relativ wenig bekannt. Es soll aber neue Definitionen zu den Themen Schleusen, Qualifizierung des Einkleidens, Isolator etc. geben. Ebenfalls neu werden wohl die Kapitel Personal, Design, Bioburden und Dokumentation sein.

Und was ist mit Änderungen von sterilen flüssigen Darreichungsformen nach der Zulassung? Auch hier arbeitet die FDA derzeit an einem Entwurf (Post Approval Changes - Sterile Aqueous Solutions (PAC-SAS). Das CDER äußert sich diesbezüglich sehr offen:" CDER is finding the guidance difficult to construct and more delays in its issuance can be expected".  

Resumee:
Die Zukunft wird spannend, was das Herstellen von aseptisch gefertigten Produkten angeht. 

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

Quellen: Dr. K. Haberer (HMR), Concept Veranstaltung GMP-gerechte Lyophilisation, 27/28.01.99 und PDA Letter Januar 1999 Vol. XXXV, No. 1


Autor: S. Pommeranz, CONCEPT HEIDELBERG
- Projektleiter-

 

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