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25. Mai 1999


GAMP Guide Version 3.0 zur Computervalidierung

Die Anforderungen an die Validierung computergestützter Systeme sind in den letzten Jahren ständig gestiegen. Der Grund liegt zum einen in einer zunehmenden Automatisierung, zum anderen darin,  daß Computerfehler in der pharmazeutischen Industrie verheerende Auswirkungen haben. Eines der schwerwiegendsten Ereignisse ereignete sich 1990 in den USA, als HIV-positives Blutplasma von einem US-Krankenhaus freigegeben wurde. Die Ursache war ein Computerfehler.

Die gesetzlichen GMP-Anforderungen wurden deshalb in den letzten Jahren verschärft. Als Beispiele sind zu nennen:

  1. Der Startpunkt: The "Blue Book" (1983)
    FDA Guide to Inspection of Computerized Systems in Drug Processing
  2. EG-GMP-Leitfaden, Annex 11
  3. FDA "Compliance Policy Guides on Computerized Drug Processing"

(Die kostenlosen Bezugsquellen finden Sie in der Datenbank GMP Guidelines)

Aufgrund dieser und anderer Vorgaben entstand eine Nachfrage nach Informationen, die Aufschluß darüber geben, wie die Umsetzung in die Praxis erfolgen kann. In England wurde daher das GAMP (Good Automated Manufacturing Practice) Forum gegründet. Im März 1994 wurde schließlich ein erster Draft zur Kommentierung fertig. GAMP 1.0 wurde im März 1995 über die ISPE publiziert. Die Weiterentwicklung auf Basis vom Kommentaren aus der Industrie (Wunsch nach mehr Information, wie die Vorgaben konkret umgesetzt werden sollen) wurde in GAMP 2.0 im Mai 1996 veröffentlicht.

Es ist zu betonen, daß GAMP, auch wenn der Guide unter Mitarbeit der FDA erstellt wurde, keine regulatorische Verpflichtung darstellt.

GAMP 3.0 wird heute in 2 Bänden ausgeliefert. Band 1 beschreibt, wie Computer validiert werden sollen und Band 2 enthält Beispiele zur "Best practice".

Band 1 ist wiederum ist in Teil1 "für Anwender " und in Teil 2"für Zulieferer" unterteilt. Diese Aufteilung führt zu dem X-Modell (Weiterentwicklung des V-Modells), das grafisch darstellt, wie die einzelnen Aktivitäten ineinander greifen (V-Modell "Lieferant" + V-Modell "Anwender" = X-Modell).

The X Modell.JPG (59123 Byte)

(Quelle: GAMP Guide Version 3.0)

Die weiteren Änderungen von Version 3.0 umfassen (nach Dr. David Selby, Pharmaceutical Engineering März/April 1999):

  • Band 1, Teil 1  Anhang zu Konfigurationsmanagement
  • Band 1, Teil 1 Anhang zu Spezifizierung und Testung von Softwareschnittstellen
  • Band 1, Teil 2 Anhang zu Validierungsplänen
  • Band 1, Teil 2  Anhang zu Projektplanung beim Anwender
  • Band 1, Teil 1 Hinweise zum Umgang mit dem Y2K-Problem

In Band 2 werden die folgenden neuen Punkte aufgenommen:

  • Good Practices Definitions
  • Validierung von Informationssystemen (MRP II und LIMS)
  • Validierung von Prozeßleitsystemen (GMA/NAMUR-Richtlinie)

Insgesamt ist GAMP 3.0 ein sehr umfangreiches Werk geworden (Seitenzahlen fehlen in Band 1 und sind in Band 2 nicht durchgängig geführt worden - schätzungsweise insgesamt 200 Seiten)

Für die Interpretation benötigt man daher Spezialisten. Einer der Ersteller von GAMP 3.0, Tony Margetts von Zeneca, England, wird daher anläßlich der Konferenz  COMPUTERVALIDIERUNG  am 15.-17.Juni 1999 in Frankfurt auf den GAMP-Guide eingehen.

Beratung zu Computervalidierung bietet CONCEPT HEIDELBERG ebenfalls an.

Wer den GAMP-Guide bestellen will, kann dies hier tun: http://www.activa.co.uk/gamp   (kostenpflichtig!)


Autor: O. Schmidt, CONCEPT HEIDELBERG

 

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