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GMP-News
3. Dezember 2002
 

Neue WHO-Guideline zu GMP-gerechter Lagerung
"Good Storage Practices"

 
Auf der WHO-Homepage findet sich jetzt ein aktuelles Dokument mit dem Titel Guide to Good Storage Practices for Pharmaceuticals, das in enger Zusammenarbeit mit der International Pharmaceutical Federation (FIP) erarbeitet wurde und somit wahrscheinlich auch die schon recht alte FIP Richtlinie für eine sachgemäße Lagerung (Good Storage Practices) von 1980 ersetzen wird.

Das neue WHO Dokument über eine GMP-gerechte Lagerung stellt eine Ergänzung zu bestehenden GMP – Regelungen der WHO dar. Diese neuen Good Storage Practices gelten nicht nur für Arzneimittelhersteller sondern darüber hinaus u.a. auch für Importeure, Auftragsunternehmen und Händler.

Schwerpunktthemen sind:

  • Personal
  • Räumlichkeiten und Ausrüstung
  • Lagerungsbedingungen
  • Zurückgegebene Waren
  • Versand und Transport
  • Produktrückruf

Im Vergleich zur früheren FIP-Guideline werden einzelne Anforderungen neu aufgenommen bzw. konkretisiert. Beispiele hierfür sind:

  • Es werden Maßnahmen gegen einen unberechtigten Zutritt in Lagerbereiche gefordert.
  • Materialien und pharmazeutische Produkte dürfen nicht direkt auf dem Boden gelagert werden.
  • Viele Arbeitsabläufe sind schriftlich festzulegen (Reinigung, Schädlingsbekämpfung und – überwachung (Pest Control), Maßnahmen bei verschütteten/ausgelaufenen Materialien, Reinigungsvorschriften für den Probenahmebereich, Handhabung von Retouren, etc.).
  • Die für die Lagerverwaltung eingesetzten EDV Systeme (einschl. Quarantänelager und Sperrlager) müssen validiert sein.
  • Der traditionelle "First in – First out" – Begriff (FIFO) wird jetzt richtigerweise durch die konkretere "First expired - first out" - Forderung (FEFO) ersetzt.
  • Die üblichen GMP-Auflagen zur Überwachung der Lagerungsbedingungen ( Temperaturaufzeichnungen mit kalibrierten Geräten) werden jetzt ergänzt durch die Forderung nach Überprüfung auf eine gleichmäßige Temperaturverteilung (Temperature Mapping!).
  • Die Wiedereinschleusung zurückgegebener Ware in den freien Warenbestand darf nur nach erneuter Qualitätsbewertung erfolgen. Medikamenten-Rückgaben von Patienten dürfen auf keinen Fall wieder in den Warenbestand aufgenommen werden.
  • Bezüglich des Transports wird speziell der Gebrauch von Trockeneis in Kühlketten angesprochen (Gefahr der Materialbeschädigung durch ein versehentliches Einfrieren) und die Überwachung der Transportbedingungen durch entsprechende Aufzeichnungsgeräte wird empfohlen.

In einem Anhang zur neuen WHO Guideline werden standardisierte Lagerungs- und Kennzeichnungsbedingungen für Arzneimittel aufgelistet, die in dieser Form 1996 schon von der WHO festgelegt wurden.

Leider findet sich bei dieser Auflistung kein Hinweis auf die im USP unter Stability im General Chapter <1151> genannte Controlled Room Temperature, die die mittlere kinetische Temperatur berücksichtigt, und somit eine gewisse Flexibilität bei Abweichungen in der vorgesehenen Lagerungstemperatur erlaubt.

Dieses Konzept der mittleren kinetischen Temperatur wurde übrigens auch in Europa in der CPMP Note for Guidance on Declaration of Storage Conditions for Medicinal Products in the Product Particulars and Active Substances (CPMP/QWP/609/96/Rev.1) aufgeführt.

Von daher wäre es wünschenswert gewesen, wenn auch die neuen Good Storage Practices der WHO diesen Begriff aufgegriffen hätten. Jetzt heißt es hierin lediglich, dass Temperaturabweichungen nur für ganz kurzfristige Unterbrechungen, beispielsweise für einen lokalen Transportvorgang, toleriert werden dürfen.

Speziell zur Guten Lagerhaltungspraxis und den neuen Anforderungen organisieren wir das Seminar Good Storage Practice am 29. April 2003 in Mannheim.

Die Good Storage Practices finden Sie unter
www.who.int/medicines/library/qsm/good_storage.pdf

Autor: 
Dr. Günter Brendelberger
CONCEPT HEIDELBERG


   
 

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