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Schon seit vielen Jahren hat die Pharmazeutische Industrie auf die
neuen FDA "Guideline On Sterile Drug Products Produced By Aseptic
Processing" gewartet. Zwischenzeitlich kursierte seit 1998 eine
nicht autorisierte Version durch die Pharmaindustrie.
Seit Ende September 2002 hat die FDA jetzt ein offizielles Preliminary
Concept Paper "Sterile Drug Products Produced By Aseptic
Processing" als Draft veröffentlicht und zur Diskussion gestellt.
Das Dokument ist in 12 Kapitel untergliedert:
- Introduction
- Background
- Scope
- Buildings and Facilities
- Personnel Training, Qualification, & Monitoring
- Components And Container/Closures
- Endotoxin Control
- Time Limitations
- Process Validation and Equipment Qualification
- Laboratory Controls
- Sterility Testing
- Batch Record Review: Process Control Documentation
Zusätzlich sind 3 Appendices
- Aseptic Processing Isolators
- Blow-Fill-Seal Technology
- Processing Prior To Filling/Sealing Operations
und die Punkte References, Relevant Guidance Documents und Draft
Glossery vorhanden.
Insgesamt kann man sagen, dass die FDA gegenüber der jetzt gültigen
Guideline aktuelle Themen und Diskussionsschwerpunkte der aseptischen
Fertigung aufgenommen hat. Schwerpunkt der Guideline sind dabei die
Kapitel "Process Validation" und "Laboratory Controls"
mit dem Unterkapitel "Environmental Monitoring". Ebenso haben
jetzt die Isolator- und Blow-Fill-Seal-Technology in der Guideline ihren
Platz gefunden.
Als Beispiel hier einige Anmerkungen zum "Environmental
Monitoring". Insgesamt wird dem "Environmental Monitoring"-
Programm eine zentrale Rolle zugewiesen. Monitoringdaten sollen sowohl als
Qualitätsinformationen der Charge als auch als Trendtaten für die
Produktionsumgebung dienen.
Das Kapitel ist in die folgenden 4 Unterkapitel untergliedert:
- Allgemeine Vorgaben
- Limits und Trend-Programm
- Wirksamkeit der Sanitisierung
- Monitoringmethoden
In den allgemeinen Vorgaben sollen die Punkte – Probenort,
Probenfrequenz, Zeitpunkt der Probenahme, Dauer der Probenahme,
Probenumfang, Probenahmetechniken und –geräte, Alarm- und
Aktionsgrenzen und Umgang mit Abweichungen – geregelt werden.
Bei Limite und Trend-Programm wird dem Einzelereignis großer Wert
beigemessen. Die Bildung von Mittelwerten wird kritisch gesehen.
Trendbildungen sollen in ein Kurzzeit- und Langzeittrending unterteilt
sein. Auf Überschreitungen von Alarm- und Aktionsgrenzen muss reagiert
werden. Bei Nachweis "atypischer Mikroorganismen" (welche?)
werden zusätzliche Untersuchungen verlangt. Das verantwortliche
Management muss regelmäßig zu Trends und durchgeführten Untersuchungen
informiert werden.
Bei der Sanitisierung wird verlangt, dass bei
Desinfektionsmitteln die Wirksamkeit gegenüber Sporen nachgewiesen ist
und diese Mittel auch regelmäßig angewendet werden. Ebenso wird
verlangt, dass die Effizienz der Sanitisierung regelmäßig im Rahmen des
Monitoringprogramms nachgewiesen wird.
Bei den Monitoringmethoden werden das Oberflächenmonitoring und das
"Aktive und passive Luftmonitoring" angegeben. Bei dem passiven
Monitoring mittels Petrischalen wird der Nachweis der Wirksamkeit des
Verfahrens gefordert (Welchen Effekt hat die Austrockung der Platten auf die
Wiederfindungsrate für Mikroorganismen).
Sicher schießen einige der vorgestellten Forderungen, insbesondere im
Kapitel "Environmental Monitoring" (weit) über das Ziel hinaus
und sorgen auch für Verunsicherung. Auch deshalb sollte die
Pharmaindustrie diesen Entwurf als Diskussionsgrundlage ernst nehmen und
sich aktiv an der jetzt beginnenden Diskussion beteiligen.
Concept Heidelberg und namhafte europäische Referenten stellen in den
beiden Veranstaltungen
European
Aseptic Conference 2002 am 26./27. November in Barcelona
und
Aseptik
Konferenz 2003 am 18./19. Februar in Heidelberg
den Entwurf der Guideline "Sterile Drug Products Produced by
Aseptic Processing" der Fachöffentlichkeit vor und bieten
interessierten Teilnehmern aus der Pharmaindustrie und Lieferanten in den
Veranstaltungen ein Forum zur Diskussion der vorgestellten Forderungen.
Autor:
Dr. Andreas Mangel
CONCEPT HEIDELBERG
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