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GMP News
30. August 2002
 

Neue Initiative der FDA

 

Am 21. August 2002 kündigte der stellvertretende Commissioner der FDA Dr. Lester M. Crawford eine signifikant neue Initiative der FDA an. Diese Initiative heißt "Pharmaceutical cGMPs for the 21st Century: A Risk-Based Approach". 

Ziel ist es, die Regulierung für die pharmazeutische Fertigung und die Produktqualität zu verbessern und den Fokus im 21. Jahrhundert auf diese Regulierungs-Verantwortung der FDA zu legen. 

Von dieser Initiative betroffen sind sowohl Humanarzneimittel- als auch Veterinärarzneimittel-Hersteller. 

Dr. Crawford sieht die FDA-Regularien und -Inspektionen als weltweiten "Goldstandard" an. Dennoch ist sich die FDA der Tatsache bewusst, dass auch ein gutes System noch verbessert werden kann. Dazu dient nun diese Initiative. 

3 Hauptziele nennt Crawford als Basis der neuen FDA-Initiative: 

  • Die Aufmerksamkeit, Ressourcen und cGMP-Anforderungen der FDA mehr auf potentielle Risiken für die öffentliche Gesundheit legen. 
  • Die Sicherstellung, dass die Entwicklung und Implementierung neuer Produktqualitätsstandards der FDA keine Innovationen oder neue Herstellungs-Techniken behindert. 
  • Die "consistency und Berechenbarkeit der FDA zu verbessern (bessere Abstimmung zwischen dem FDA Center und den Field offices). 

Um diese 3 Hauptziele zu erreichen, möchte die FDA 5 Prinzipien zu Grunde legen: 

  • Risikobasierende Orientierung, da Ressourcenknappheit eine einheitlich intensive Behandlung aller pharmazeutischen Produkte verhindert 
  • Wissenschaftsbasierende "Policies" und Standards, da veraltete Technik ebenfalls ein Risikofaktor in der pharmazeutischen Fertigung sein kann. 
  • Orientierung hinsichtlich integrierten Qualitätssystemen, zum besseren Abgleich zwischen Pre Approval und Compliance Inspections. 
  • Internationale Kooperation in Form einer Zusammenarbeit mit anderen Überwachungsbehörden 
  • Strenger Gesundheitsschutz, der verbessert werden soll 

Um diese o.g. Prinzipien umsetzen zu können plant die FDA in der nächsten Zeit Workshops mit den "key stakeholders" (Industrie, Universitäten, Regierung, Verbrauchergruppen) durchzuführen. Ebenfalls sollen verstärkte Schulungen innerhalb der FDA, durchgeführt werden, um mehr Kenntnisse hinsichtlich neuer pharmazeutischer Technologien zu erlangen. Zukünftig sollen - bei Bedarf - Spezialisten zu den Inspektionsteams dazu kommen können. Weiterhin sollen die Abläufe innerhalb des Team Biologics verbessert werden. 

Stark betont wird der risikobasierte Ansatz für die Arbeiten, die die FDA betreffen. Außerdem wird eine wissenschaftliche und technische Überprüfung aller Warning Letters durch die Centers der FDA erfolgen. 

Überraschend ist die Ankündigung, dass die Verantwortlichkeiten für die Umsetzung von 21 CFR 11 zukünftig beim CDER und nicht mehr bei der Zentrale liegen soll. In einem Frage und Antwort-Papier antwortete Dr. Crawford auf die Frage ob ein Herstellungsprozess nicht kontrolliert würde, wenn die Industrie die FDA überzeugen könne, dass nur wenig Risiken bestünden. "Nein, wir werden uns auch um indirekte Risiken kümmern". 

Auch auf die Frage, ob die FDA die cGMP-Regeln weiter verbessern möchte, antwortete Crawford mit einem klaren ja und wies darauf hin dass das cGMP-Programm sehr erfolgreich ist. Um es weiter zu verbessern soll auch diese neue Initiative dienen. Falls nötig würden auch GMP-Guidances entsprechend aktualisiert werden. 

Trotz der Tatsache, dass die FDA derzeit ihre Blutregularien überarbeitet ("Blood Action Plan") wird Blut-GMP nicht im Fokus der neuen Initiative stehen wie auch nicht die geplante Good Tissue Practice (GTP)-Regularie. 

Fazit: Zu diesem frühen Zeitpunkt ist es schwierig die Auswirkungen dieser Initiative auf die Industrie zu prognostizieren. Deutlich wird allerdings jetzt schon, dass Risiko- und Qualitätsmanagement einen deutliche größeren Stellenwert bei der FDA einnehmen werden als bisher. 

Weiterhin wird zu erwarten sein, dass das Augenmerk auf den Bereich cGMP-Anforderungen für die betroffenen Unternehmen eine neue Herausforderung darstellt. Wenngleich auch die FDA keinen direkten Bezug zu den aktuellen Warning Letters und Consent Degree (außergerichtliche Einigung) herstellt, so ist doch deren Einfluss im Programm spürbar. Auch die Tatsache, das die kürzlich aufgedeckten schwerwiegenden GMP-Mängel in Produktion und Qualitätssicherung insbesondere bei großen Konzernen entdeckt wurden, mag die FDA dazu veranlasst haben, den Fokus stärker auf den GMP-Bereich zu legen. 

CONCEPT HEIDELBERG bietet als größter Anbieter (jährlich 180 Veranstaltungen) im GMP-Umfeld speziell Seminare, die FDA-Anforderungen betrachten. FDA-Direktorin Dr. Chiu wird am 15. November 2002 in Barcelona anlässlich der APIC/CEFIC European Conference on APIs sprechen. Ihr Thema ist die aktuelle Revision der 1987er API Submission. In der Vergangenheit konnte CONCEPT HEIDELBERG wiederholt FDA-Referenten gewinnen, z.B. Paul Motise und Charles Ahn zu Part 11 oder Edwin Rivera zu ICH Q7A (im Rahmen der APIC/CEFIC Euroepan Conferences on APIs). 


Aktuelle FDA-Seminare (Auswahl) 


Thema Inspektionen
GMP Compliance AUDITOR, 16.-17. Oktober 2002, Hamburg

Thema Technik 
GMP-/FDA-gerechte Wasseranlagen (PT 9), 5.-7. November 2002, Heidelberg
GMP-/FDA-gerechte Planung von Reinraumsystemen (PT 19), 15.-17. Oktober 2002, Heidelberg
FDA/GMP Compliant Design of Equipment, 8-9 October 2002, Barcelona, Spain
EU/GMP and FDA Compliance in Pharmaceutical Development, 17-18 October 2002, Madrid, Spain

Thema Validierung
FDA-Anforderungen an die Anlagenqualifizierung und Prozessvalidierung (QV 6), 27./28. November 2002, Mannheim

Thema Labor
GMP-/FDA-gerechte Dokumentation in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle (D 4), 15./16. Oktober 2002, Heidelberg
FDA-Anforderungen an die Laboratorien der pharm. Qualitätskontrolle, 16.-18.10.2002, Karlsruhe
FDA Compliance in Analytical Laboratories, 6-8 November 2002, Copenhagen, Denmark

Thema Produktion/QS
GMP-/FDA-konformer Technologietransfer, 24./25. Oktober 2002, Viernheim b. Mannheim
Change Control Management, 29./30. Oktober 2002, Heidelberg
EG-GMP-/FDA-gerechte Bearbeitung von Reklamationen und Beanstandungen, 29. Oktober 2002, Mannheim

Thema Reinigung
GMP-/FDA-Anforderungen an die REINIGUNG/DESINFEKTION im Pharmabetrieb, 6./7. November 2002, Heidelberg

Thema Wirkstoffe
FDA-/ICH-gerechte Qualitätssicherung im Wirkstoffbetrieb, 3 Tage Intensiv-Seminar, 11.-13. Dezember 2002, Mannheim
5th European GMP Conference on Active Pharmaceutical Ingredients, 13-15 November 2002, Barcelona, Spain

Thema Part 11
21 Cfr Part 11 Konferenz , 11./12. November 2002, Köln
FDA- und EG-GMP-gerechter Umgang mit Rohdaten und Archivierung, 23.10.2002, Mannheim
European Part 11 Conference, 20-21 November 2002, Copenhagen, Denmark
GMP-/FDA-Compliant Raw Data Management and Archiving, 2-3 December 2002, Barcelona, Spain

Quellen: http://www.fda.gov/bbs/topics/NEWS/2002/NEW00829.html persönliche Mitteilung von Dr. Reiner Kirrstetter, Aventis Pharma AG, Frankfurt 

 

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