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Seit Februar 2002 führt die FDA Ihre Inspektionen weltweit
systemorientiert durch.
Hierbei konzentriert sich der Inspektor auf
folgende Systeme:
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Quality System
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Facilities and Equipment Manufacturing
System
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Material System
-
Production System
-
Packaging and Labelling System
-
Laboratory Control System
Zwei Möglichkeiten von Inspektionen sind
vorgesehen:
Die "Full Inspection Option", die
bei Neubauten, großen Änderungen und nach Compliance Problemen
(z. B. Warning Letter) durchgeführt wird. Hierbei wird das
"Quality System" und drei der anderen Systeme inspiziert.
Bei Firmen mit einer guten historischen
"Compliance" gibt es die Möglichkeit einer verkürzten
Inspektion. Hierbei wird wieder das "Quality System" sowie ein
weiteres System inspiziert.
Diese System-based Inspections sind schon
vor Februar 2002 in einem Pilotprogramm durchgeführt worden. Die
Ergebnisse werden nachfolgend beschrieben und lassen Rückschlüsse auf
zukünftige FDA Inspektionen zu.
Der "New Approach" führte zu
Warning Letters, die weniger produktbezogen sind. Wie der Director of the
Division of Manufacturing and Product Quality des CDER, Joseph Famulare,
ausführte ermöglicht diese neue Inspektionstechnik eine effizientere
Inspektion mit einem breiteren GMP-Fokus auf das Gesamtunternehmen
bezogen. Somit können mit dieser neuen Inspektionstechnik zukünftig mehr
FDA-Inspektionen durchgeführt werden, zumal die FDA dafür
auch mehr Geld bekommen hat. Insider rechnen mit einem neuen
Inspektionsrekord von Auslandsinspektionen der FDA. Man
erwartet bis zu 240 Auslandsinspektionen (nur Compliance Inspections) für
2002. Famulare betonte, dass die Blickrichtung des
FDA-Inspektors auf die gesamte Firmenstruktur zielt und die FDA einen
"state of control" erwartet. Somit steht es dem Inspektor frei,
sobald er ein System "out of control" identifiziert, die
Inspektion abzubrechen und weitere Maßnahmen der FDA einzuleiten.
Als Hauptmängel im Rahmen des
Pilotprogramms der System-based Inspections entpuppten sich das Production
System, dicht gefolgt vom Quality System und das Laboratory Control
System.
Wie kann sich nun die Industrie auf diesen
neuen Inspektionstyp der FDA adäquat vorbereiten?
Die Firmen müssen die Kommunikation
zwischen der Herstellung und Qualitätssicherung/ -kontrolle deutlich
verbessern. Pharmazeutische Firmen in den USA starten nun sogar schon
Kommunikationsprogramme, in die sämtliche Hierarchieebenen eingebunden
sind.
Im Rahmen der System-based Inspections wird
auch das Nachverfolgung von Warning Letters
intensiviert werden. Die FDA möchte nicht "wie ein
zahnloser Tiger" (Zitat Daniel Troy, FDA Chief Council) dastehen und
wird zukünftig verstärkt auf Follow-up-Maßnahmen achten.
Eine Vorbereitungs-Checkliste für eine
System-based Inspection empfahl Phyllis Lambridis von Halsey Corporate
Compliance. Sie unterteilt das Quality System in 12 Untersysteme, die
entsprechend mit SOPs unterfüttert sein und jährlich einer Überprüfung
unterzogen werden sollten:
- Produktüberprüfungen
- Überprüfungen werden in akzeptablem Zeitrahmen durchgeführt
- Die entsprechenden Personen werden über Befunde und Trends
informiert
- Empfehlungen oder Korrekturmaßnahmen werden durchgeführt
- Beanstandungen
- Beanstandungen sind dokumentiert und rückverfolgt
- Untersuchungen zu Beanstandungen sind zeitnah
- Die Untersuchungen sind so umfangreich wie nötig und dokumentiert
- Bei Nebenwirkungen wird entsprechend dokumentiert geantwortet
- Diskrepanzen und Fehleruntersuchungen
(Failure Investigations)
- Fehleruntersuchungen sind dokumentiert und rückverfolgt
- Fehleruntersuchungen sind zeitnah
- Fehleruntersuchungen sind so umfangreich wie nötig und dokumentiert
- Es gibt ein geeignetes "Review-Level"
- Korrekturmaßnahmen werden durchgeführt
- Es gibt einen Mechanismus, um Trends zu entdecken.
- Change Control
- Änderungsanträge sind dokumentiert und rückverfolgbar
- Es gibt ein geeignetes "Review- Freigabelevel"
- Änderungen werden hinsichtlich ihres Einflusses auf Stabilität,
Validierung,
Zulassung bewertet
- Änderungen werden erst nach der Freigabe umgesetzt.
- Produktoptimierungen
- Änderungen werden über ein Change Control System bearbeitet und
freigegeben
- Eine gut dokumentierte Begründung für die Optimierungen ist
vorhanden
- Neue Produkte sind gut etikettiert und kontrolliert.
- Reprocessing/Rework
- Reworkprozeduren sind von der FDA und der Quality Unit freigegeben
- Zurückgegebene Waren und
wiederverwertete Waren
- geeignete Berichte sind verfügbar
- Untersuchungen sind so umfangreich wie nötig
- Eine geeignete Vernichtung wird dokumentiert durchgeführt.
- Zurückgewiesene Produkte
- Eine Untersuchung wurde durchgeführt
- Das Material ist getrennt gelagert
- Eine geeignete Vernichtung wird dokumentiert durchgeführt.
- Stabilitätsfehler
- Es gibt einen Mechanismus um mit OOS-Resultaten zeitnah umzugehen
- Trends werden bewertet
- Daten werden zeitnah berichtet
- Proben werden mit der entsprechenden Sorgfalt bearbeitet
- Die Test Methoden sind für die Stabilitätsuntersuchungen geeignet
- Quarantäneprodukte
- die Produkte werden in geeigneter Weise etikettiert, getrennt
gelagert und
kontrolliert
- jedes zurückgewiesene Produkt ist untersucht und wird ggf.
vernichtet
- Validation
- Pläne und Berichte sind überprüft ("review") und
freigegeben
- Der Validierungsstatus ist rückführbar
- Es gibt einen Mechanismus , der Änderungen auf
Revalidierungsrelevanz
untersucht
- Schulung/Qualifizierung
- Jede Schulung ist dokumentiert
- Mitarbeiter erhalten ein cGMP und spezifisches Training
- Ausreichende Wiederholungsschulungen werden durchgeführt
- Es gibt einen Mechanismus zur Bewertung der Schulungseffizienz
Sie interessieren sich für die
System-based Inspections der FDA?
Informieren Sie sich auf unserer
Veranstaltung GMP Compliance Auditor,
16./17. Oktober 2002 in
Hamburg, über den neuen "System-based Approach" der FDA.
Erfahren Sie von Dick Bonner, Leiter QA
Eli Lilly, Liverpool, wie Sie sich auf solche Inspektionen vorbereiten
können und wie sie ablaufen. Der US-Standort von Eli Lilly war in das
FDA-Pilotprogramm der System-based Inspections eingebunden.
Autor:
Sven Pommeranz, CONCEPT HEIDELBERG
Quellen:
The Gold Sheet, April 2002
Pharmaceutical Technology Europe, April 2002
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