| Die FDA hat vor, im Rahmen ihrer Initiative zur Aktualisierung von cGMP-Anforderungen 21 CFR 210/211 schrittweise zu überarbeiten. Am 20. Juli 2007 hielt Fred Blumenschein von der FDA bei der "2nd European GMP Conference" in Heidelberg einen Vortrag (siehe auch unsere GMP News). Er beschrieb die Strategie der FDA zur Umsetzung der Änderungen. Im ersten Schritt hat die FDA die vorgeschlagenen Änderungen von 1996 zurückgezogen und kleinere Änderungen am cGMP-Guide durchgeführt. Eine Zusammenfassung dieser Änderungen finden Sie in unserer GMP News. Bei einer Konferenz der Xavier University erläuterte Brian Hasselbalch von der FDA nun den nächsten Schritt dieser Initiative. Aufgrund des Trends zur Globalisierung steht die FDA vor neuen Herausforderungen. Zwischen 2001 und 2007 hat sich die Anzahl der ausländischen Pharmaproduktionsstätten verdoppelt. Besonders Indien und China exportieren eine wachsende Zahl an Arzneimitteln und Wirkstoffen in die USA. 
Aus dem Vortrag: Zwischen 2001 und 2007 vervierfachte bzw. versiebenfachte sich die Anzahl der Pharmaprodukte aus China bzw. Indien. Heute sind die meisten Pharmaproduktionsanlagen nicht mehr in den USA angesiedelt. Zusätzlich werden mehr als 80% der Wirkstoffe außerhalb der USA hergestellt und importiert. Ein wichtiger Schritt, um auf diese Entwicklung zu reagieren, liegt in der Modernisierung der cGMP-Regeln. Brian Hasselbalch hat die folgenden Verbesserungsmöglichkeiten für die Komponentenkontrolle aufgeführt: - Kenntnis der Lieferkette
- Ursprünglicher Hersteller und nachfolgende Händler - Auditierung des ursprünglichen Herstellers - Prüfung jedes Behälters in jeder Lieferung
- Forderung nach manipulationssicherer Verpackung und Sicherheitsmerkmalen
- Verständigung der FDA im Falle verunreinigter Lieferungen/Chargen
- Verwendung nur solcher Komponenten, die für den beabsichtigten Verwendungszweck als sicher erkannt wurden oder in einem genehmigten Zulassungsantrag aufgeführt sind
Phase 2 des cGMP-Vorschlags könnte daher die folgenden neuen Anforderungen enthalten: - Festlegung der Verantwortlichkeiten der Geschäftsleitung:
- Sicherstellung der cGMP-Konformität; Bereitstellung von Ressourcen; Durchführung regelmäßiger Überprüfungen
- Forderung nach Selbstinspektionen
- Ausweitung der bestehenden Anforderungen bei Mängel/Probleme Maßnahmen einzuleiten
- Mängeluntersuchung und Folgemaßnahmen
- Datenauswertung zur Problemerkennung
- Forderung nach Verfahren für das Change Control
- Schlungsdokumentation und -Effektivitätsmessung
- Purified Water für Ausgangsstoffe ; Testen von Trinkwasser
- Zurückziehung der Ausnahme von freiverkäuflichen Arzneimitteln von der Verfallsdatumspflicht
Besonderes Augenmerk wird auch auf das Thema "Outsourcing und Lohnherstellung" gelegt werden. Lohnhersteller sind dafür verantwortlich, Produkte in Konformität mit den cGMP-Regeln herzustellen. Die Firma, die einen Lohnhersteller beauftragt, kann ebenfalls bestimmte festgelegte Verantwortlichkeiten laut 211 oder anderen Gesetzen übernehmen. Ein wichtiges Element, um sicherzustellen, dass Arzneimittelhersteller die Prozesse beaufsichtigen können, die nicht mehr unter ihrem eigenen Dach ablaufen, sind Qualitätsvereinbarungen. Die folgenden Elemente sollten unbedingt beachtet werden: - Identifizierung der Standortadresse des Beauftragten, seines Gebäudes, seiner Anlage/Linie und der zu liefernden Dienste/Materialien
- Beschreibung des Arzneimittels, seiner beabsichtigten Anwendung: alle Spezifikationen
- Festsetzung regelmäßiger Audits gemäß cGMP- und Vertragsspezifikationen
- Verpflichtung, Beobachtungen aus Behördeninspektionen mitzuteilen
- Verfahren für das Change Control
- Mitteilungspflicht zu neuen Anlagen, Änderungen an Anlagen, Personalwechsel in Führungspositionen, Änderungen an Verfahrensanweisungen und Testmethoden
- Vorbehaltlose Offenlegung jeglicher Fehler, Abweichungen, Änderungen, OOS-Ergebnisse, Untersuchungen sowie jeglicher Zwischenfälle, die das Arzneimittel beeinträchtigt haben oder beeinträchtigen könnten
Die in der Präsentationsdatei zu Verfügung gestellten Informationen zeigen, dass die FDA auf den Trend innerhalb der Industrie reagiert, Prozess nach außen zu verlagern und immer mehr Komponenten einzukaufen, hauptsächlich aus Asien. Das Outsourcing und der Einkauf aus Ländern ohne ausreichende GMP-Überwachung erfordern die besondere Aufmerksamkeit der Überwachungsbehörden, insbesondere seit alle Einzelheiten des Heparinfalls bekannt wurden. Quelle: Website der Xavier University http://www.xavier.edu/xlc/med-xu/documents/XavierUnivpresentationHASSELBALCH.pdf | |