Warning
Letter Report:
Übersicht
über die Warning Letters der FDA für das Jahr 2001
Vor wenigen Tagen wurden die offiziellen Zahlen der FDA für das Fiscal
Year (FY) 2001 (September 2000 – September 2001) bekannt gegeben. Die
folgende Grafik verdeutlicht die Anzahl der FDA-Inspektionen von
Pharmaproduktionsstätten (inkl. Wirkstoffe).
Abb. 1 FDA-Inspektionen von Produktionsstätten, Quelle: CDER
Report to the Nation 2001
Insgesamt hat die FDA im FY 2001 65 Warning Letters über das CDER publiziert. Diese Zahl lag nur geringfügig unter der Anzahl der
Vorjahre (FY 00 und 99: jeweils 71). Auffällig war die gestiegene Anzahl
an Warning Letters für Wirkstoffhersteller und Solidahersteller. Die
Warning Letters für Solidahersteller haben sich sogar mehr als verdoppelt
(FY 00: 6, FY 01: 14).
Zusätzlich zu den 65 Warning Letters des CDER kamen noch
5 Warning Letters für Biologische Produkte (CBER).
Eine länderbezogene Übersicht über die Häufigkeiten
der FDA-Compliance- Inspektionen außerhalb der USA (ohne Pre-Approval) zeigt Abbildung
2.
Abb. 2 Häufigkeit der
FDA-Inspektionen, FY 01
Die im Rahmen eines Pilotprojektes durchgeführten neuen System Based Inspections der FDA (siehe GMP-News
vom 15.02.2002) deckten die meisten Schwächen bei den Produktions-Systemen, gefolgt
vom Qualitätssystem und Qualitätskontrollsystem auf.
1/3 aller Mängel der gesamten 65 Warning Letters
bezogen sich auf die Reinigung
wobei sich jeweils von diesen 23
Mängeln 6 auf Wirkstoffe und topische Produkte bezogen (Quelle: Gold
Sheet, April 2002). Im Rahmen unserer Auswertungen kamen wir insgesamt
sogar auf 25 Warning Letters, die sich auf Reinigung bezogen, da wir bei der Zählung der Mängel
sowohl die Reinigung selbst, die Reinigungsvalidierung als auch fehlende
SOPs zur Reinigungsvalidierung zusammen betrachtet haben.
In über 30% der Fälle (7 von 23) waren
Multi-Purpose-Anlagen betroffen. 40 % aller Warning Letters an
Wirkstoffhersteller hatten die Reinigung als Grund, bei den Herstellern
von Biologics waren es sogar 60 % (!).
Damit liegen die Kritikpunkte zum Thema Reinigung in
Warning Letters auf etwa vergleichbarem Niveau wie die Jahre zuvor (FY 99:
28%, FY 00: 40 %).
Was erwartet die FDA hinsichtlich GMP-konformer
Reinigung?
Klar definierte und beschriebene
Reinigungsanweisungen
Dokumentierte Beweisführung hinsichtlich den
Reinigungsvalidierungsstudien
Gut strukturierte Schulungen der Mitarbeiter
Validierte analytische Methoden bei
Reinigungsvalidierungsstudien
Die Schwierigkeit in der Umsetzung liegt in der
Anforderung der FDA, dass alle Reinigungsverfahren auf wissenschaftlichen
Rationalen begründet sein müssen (G. Bird, Eli Lilly).
Obwohl die absolute Zahl an Warning Letters für
Injektionsarzneimittel-Hersteller im FY 2001 sank, legt die FDA weiterhin
Ihr Augenmerk auf die Sterilitätssicherheit. Dies ist in den 135
Rückrufen seit 1999 begründet, die häufig auf unzureichenden Media Fills
basieren. Teilweise mussten einzelne Firmen sogar mehrere Produkte und
Chargen vom Markt ziehen.
Weiterhin in Warning Letters häufig zitiert wird die
Prozessvalidierung. Dieser Begriff wird von der FDA allerdings sehr
weit gefasst und beinhaltet neben der Performance Qualification auch
mangelhafte analytische Methoden für die Reinigungsvalidierung,
mangelhaftes Change Control und mangelhafte Validierungsdokumentation, um
nur die wichtigsten zu nennen.
Ebenfalls häufig zitiert ist weiterhin der Umgang mit
OOS-Resultaten.
Es ergibt sich dennoch folgendes Profil bei den Abweichungen:
Beanstandungen in Warning Letters:
Abb. 3 Beanstandungen in Warning Letters
Betrachtet man nur die Wirkstoffhersteller,
so ergeben sich die folgenden Beanstandungen in Warning Letters:
Abb. 4 Beanstandungen in Warning Letters an Wirkstoffhersteller
Die folgende Grafik verdeutlicht die Anzahl der Warning Letters nach
Produktionsstätten. Hier ist zu erkennen, dass API(Wirkstoff)-Hersteller weiterhin den Spitzenplatz einnehmen:
Abb. 5 Anzahl der Warning Letters nach Produktionsstätten
OOS war der am zweithäufigsten genannte Mangel. Die folgende Grafik
zeigt, in welchen Firmen (Produktionsstätten) OOS ein
Problem waren.
Abb. 6 Beanstandung von OOS nach Produktionsstätten
Die gleiche Auswertung wie für OOS betrachtet im folgenden, in welchen
BetriebenAbweichungen zu den eigenen SOPs oder gar
fehlende SOPs als Mangel beanstandet wurden.
Abb. 7 Beanstandung "Abweichung von SOPs oder fehlende
SOPs" nach Produktionsstätten
Die vorliegende Auswertung bezieht die Auswertung des Gold Sheet,
April 2002, mit ein. Darüber hinaus haben wir eigene Auswertungen durchgeführt, deren
Resultate von denen des Gold Sheet abweichen. Hintergrund ist die
Systematik bei der Zusammenstellung von Abweichungen. Ein Beispiel: Eine
fehlende SOP zu Stability Testing kann einerseits als "Missing
Procedure" gezählt werden oder als Abweichung bei "Stability
Testing". Außerdem ist es möglich, die Abweichung beiden Kategorien
zuzuordnen. Das ist die Vorgehensweise, die wir gewählt haben, da es aus
unserer Sicht nur so möglich ist, die Häufigkeiten der Beanstandungen zu
vergleichen. Des
weiteren führen unterschiedliche Kriterienkataloge auch zu
unterschiedlichen Ergebnissen. Wir haben bei der Auswertung darauf
geachtet, dass logisch in Verbindung stehende Abweichungen auch einem
Kriterium zugeordnet werden. So z.B. haben wir unter Abweichungen zu
Quality Unit (QC/QA Unit) die Abweichungen zusammengefasst, die darauf
schließen lassen, dass ein grundsätzliches Problem (z.B. fehlende
Ressourcen) im Bereich der Quality Unit festgestellt wurde.
CONCEPT HEIDELBERG entwickelt
GMP-Lehrgänge und -Seminare mit Projektleitern, die
sowohl über die Ausbildung (Studium Pharmazie, Chemie, Biologie oder
Ingenieurwesen) aber auch über die Tätigkeiten in Pharmaunternehmen
(z.B. Pfizer, Fresenius, Merck) GMP-Know-how in die Veranstaltungskonzepte
einfließen lassen.
Die jährliche Auswertung der FDA Warning Letters
bildet neben anderen Quellen den Ausgangspunkt für eine systematische
Planung von GMP-Trainings und -Konferenzen. Speziell diejenigen, die
Compliance mit FDA-Anforderungen erreichen und aufrecht erhalten wollen,
finden in der folgenden Aufstellung nähere Informationen.
Was können wir 2002
und 2003 von der FDA erwarten?
Nach einem Bericht von Jill Wechsler (USA),
der in der "Pharmaceutical Technology" im April 2002 erschienen ist,
wird in Aussicht gestellt, dass für die Zukunft erheblich mehr Inspektionen
geplant sind. Aufgrund der beträchtlichen Budget-Vergrößerung rechnet sie
wörtlich damit, dass "GMP inspections of foreign drugs manufacturers will
skyrocket [...]". Es wird daher immer wichtiger, die aktuellen cGMP-
Anforderungen der FDA zu kennen und diese praxisgerecht umzusetzen. Wir
von CONCEPT HEIDELBERG beobachten die GMP/FDA-Trends weiter und bieten Ihnen
dazu hochwertige GMP-Lehrgänge an.
Des weiteren zeichnet sich deutlich der
Trend ab, dass bei FDA-Inspektionen immer größeres Augenmerk auf die
GMP-Umsetzung in der Entwicklung (u.a. Herstellung von klinischen
Prüfmustern) gerichtet wird. In diesem Zusammenhang organisieren wir am
17. und 18. Oktober 2002 in Madrid den Education Course EU-GMP
and FDA Compliance in Pharmaceutical Development mit 4
Experten aus Industrie und Überwachung.
Wir hoffen, dass Ihnen die Auswertung der FDA
Warning Letters eine Hilfe ist und Sie davon überzeugt, dass Sie mit CONCEPT
HEIDELBERG den besten Partner für Ihre GMP-Qualifizierung haben.
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