| Arzneimittelhersteller verstärken ihre Bemühungen, Arzneimittelfälschungen durch die Einrichtung von speziellen Laboren zu bekämpfen. Ein Beispiel hierfür ist das Zentrale Labor gegen Produktfälschung (Laboratoire Central Anti-Contrefaçon, LCAC), das Bestandteil des Programms der sanofi-aventis Gruppe zur Bekämpfung von Produktfälschungen ist. Die in Tours errichtete Pharmaanlage widmet sich hauptsächlich der Produktion und Verpackung fester Oralia - Tabletten und Kapseln - worunter sich auch einige der wichtigsten Arzneimittel der Gruppe befinden. Bei einer Jahresproduktion von über 60 Millionen Schachteln (d. h. 2,5 Milliarden Einheiten) im Jahr 2007 gehört die Anlage zu den Großunternehmen in Frankreich. An dem Standort mit einer Fläche von 65.000 m2 sind 450 Arbeitnehmer beschäftigt (in der Produktion, der industriellen Entwicklung und der Kundenbetreuung). Das LCAC von sanofi-aventis wurde 2008 an diesem Standort offiziell eingeweiht. Das LCAC, das über ein Expertenteam und modernste Ausstattung verfügt, hat eine dreifache Aufgabe: - die direkte Prüfung von Verpackungen und Beipackzetteln sowie die eingehende chemische Analyse von verdächtigen Proben der am häufigsten gefälschten Produkte
- die Entwicklung von Analysemethoden und ihre weltweite Bereitstellung, damit an jedem Industriestandort überall in der Welt verdächtige Produkte, die den von der sanofi-aventis Gruppe hergestellten Produkten entsprechen, nach den gleichen Kriterien geprüft und analysiert werden können
- die Zentralisierung der Daten zur Identifizierung von bereits entdeckten Produktfälschungen in einer einzigen zentralen Datenbank, um die verschiedenen Fälschungen vergleichen zu können.
Das LCAC ist somit ein wichtiges Instrument, das den Gesundheits-, Polizei- und Zollbehörden und natürlich auch den Gerichten in Frankreich, aber auch in allen anderen betroffenen Ländern zur Verfügung steht. In Anbetracht der Risiken, die von gefälschten Medikamenten für die öffentliche Gesundheit ausgehen, setzt sich die sanofi-aventis Gruppe entschieden im Kampf gegen Produktfälschungen ein, um möglichst viele Informationen und Beweise zu sammeln und auf diese Weise die Behörden bei der wirksamen Bekämpfung dieser kriminellen Praktiken zu unterstützen. Für dieses Ziel wurden erhebliche organisatorische, personelle und materielle Ressourcen aufgewandt und alle betroffenen Abteilungen der Gruppe mobilisiert. Nach kaum mehr als zwei Jahren liegen bereits die ersten Ergebnisse vor. So wurden 2007 weltweit über 2,5 Millionen Dosen gefälschter Medikamente von sanofi-aventis entdeckt. Dank der Mobilisierung der Unternehmensgruppe konnte die Zahl der nachgewiesenen Produktfälschungen erheblich erhöht werden: - Entdeckungen, die man als "zufällig" einstufen könnte: Hinweise von lokalen Behörden oder Pharmareferenten, Berichte von Patienten oder im Rahmen der Arzneimittelüberwachung, Feststellungen durch Polizei oder Zoll
- Entdeckungen im Rahmen der systematischen Marktüberwachung durch den anonymen Ankauf von Arzneimittelproben in Apotheken in gewissen Ländern oder Städten oder über das Internet
- Entdeckungen aufgrund von Informationen anderer Pharmaunternehmen, die Proben vorlegen, die rasch analysiert und verglichen werden müssen.
Es wird interessant sein zu verfolgen, ob weitere Unternehmen diesen Ansatz übernehmen werden. Die Fallstudie aus der Industrie zu dem Zentralen Labor gegen Produktfälschung von sanofi-aventis in Tours wird von Nathalie Tallet, sanofi-aventis, Frankreich, bei der Konferenz "Strategies against counterfeit medicines" am 26.-28. April in Würzburg vorgestellt. Zusammengestellt von: Oliver Schmidt, Concept Heidelberg Quelle: sanofi-aventis Pressemeldung | |