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15.02.2010
  

Warning Letters Report 2009 - Mehr Warning Letter als in den Vorjahren

 
Der ansteigende Trend bei der Häufigkeit der ausgestellten Warning Letters mit Bezug auf den CFR Part 211 hält an: im Fiskaljahr 2009 erhielten noch mehr Arzneimittelfirmen, nämlich 26, einen Warning Letter als im vorangegangenen Fiskaljahr. Dagegen blieb die Anzahl der Warning Letters an Firmen, die im Bereich Blutprodukte und Blutverarbeitung tätig sind, gleich.

FY 2006 FY 2007 FY 2008 FY 2009
WLs zu Arzneimitteln (Part 211) 20 13 22 26
WLs zu Blut und Blutprodukten (Parts 600, 606 etc.) 10 6 5 5

Themen und Häufigkeit sind denjenigen im vorherigen Fiskaljahr sehr ähnlich. Die häufigsten Verstöße beziehen sich auf folgende Paragrafen aus dem Code of Federal Regulations (CFR):

• Production record review (211.192)
• Responsibilities of quality control unit (211.22)
• Laboratory Controls, general requirements (211.160)
• Written procedures, deviations (211.100)

In den Warning Letters des Fiskaljahrs 09 wurden sehr oft Mängel bei der Aufklärung und Nachverfolgung von Abweichungen („unexplained discrepancies“) beanstandet. Auch die unzureichende Wahrnehmung der Verantwortlichkeiten der Qualitätseinheit bzw. das Fehlen von schriftlichen Anweisungen, nach denen diese Einheiten arbeiten sollen, findet sich in Form zahlreicher Zitate in den Warning Letters. Nachfolgend einige typische Beispiele im Originalwortlaut:

“Failure to thoroughly investigate any unexplained discrepancy or the failure of any batch to meet any of its specifications, whether or not the batch has already been distributed, as required by 21 CFR § 211.192.”

“Failure to extend investigations to other batches of drug product that may have been associated with the specific failure or discrepancy. Failure to include conclusions and follow up in written records of the investigation as required by 21 CFR § 211.192.”

“Failure to follow written procedures applicable to the quality control unit and to establish adequate procedures in writing as required by 21 CFR § 211.22(d).”

“The quality control unit failed its responsibility to reject drug products that did not meet specifications impacting identity, strength, quality and purity of drug products. 21 CFR 211.22. It also failed to review production records to assure that no errors have occurred or, if errors have occurred, that they have been fully investigated as per 21 CFR 211.22(a).”

Wie aus den angeführten Zitaten ersichtlich ist, hängen die mangelhaft ausgeübte Verantwortlichkeit der Qualitätseinheiten mit der unzureichenden oder fehlenden Aufklärung von unerklärten Abweichungen natürlich eng zusammen, denn letzteres ist ja eine der Kernaufgaben einer Qualitätseinheit.

Wie ein Vergleich mit den Zitaten aus den Warning Letters der beiden vorherigen Fiskaljahre zeigt, sind es im Wesentlichen stets die gleichen Mängel, die der FDA in ihren Inspektionen unangenehm auffallen. Der Trend zu mehr Warning Letters für Arzneimittelhersteller scheint vorerst anzuhalten. Die Warning Letters zeichnen sich zunehmend durch eine hohe Detaildichte aus. Auch sind die beschriebenen Fälle sehr gut nachzuvollziehen und machen somit diese Dokumente zu wahren Fundgruben für "case studies".

Concept Heidelberg hat die Zitate in den Warning Letters systematisch ausgewertet und bietet eine umfangreiche Datensammlung aus mittlerweile acht Fiskaljahren (2002-2009) an. Diese Auswertung können Sie zum Preis von 399€ in Form der CD "FDA Navigator" erwerben. Genaueres dazu finden Sie hier.

Autor:
Dr. Gerhard Becker
CONCEPT HEIDELBERG


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