Produktions- und Abfüllmaschinen in der pharmazeutischen Industrie,
aber auch Anlagen zur Herstellung von Nahrungs- und Genussmitteln, werden
zunehmend mit aggressiven Reinigungsmedien gespült. Cleaning-in-place
(CIP) und Sterilization-in-place (SIP) nennt man diese die Reinigungs- und
Sterilisationsprozesse, die ohne das aufwändige Zerlegen der Anlagen
auskommen.
Leider halten längst nicht alle elastomeren Dichtungswerkstoffe den
mitunter zerstörerisch wirkenden CIP- und SIP-Medien stand. Manche
Dichtungswerkstoffe quellen unter dem Einfluss der Wirkung dieser
Reinigungsmedien stark auf und extrudieren dann in den Dichtspalt. Wieder
andere werden regelrecht zerstört.
Auf der Suche nach einem Universalwerkstoff, dem die meisten der sehr
aggressiven CIP- und SIP-Medien nichts anhaben, wurden umfangreiche
Testreihen durchgeführt, deren Ergebnis so manchen Fachmann überraschen.
Zumal bestimmte Dichtungswerkstoffe in einschlägigen Richtlinien, z. B.
DIN Normen, ausdrücklich für den Einsatz in CIP-Prozessen empfohlen
werden, im Test aber ihre Tauglichkeit schuldig blieben.
Andere Werkstoffe trotzen zwar hervorragend einer bestimmten CIP
Medienklasse, handelten sich jedoch im Kontakt mit anderen
Reinigungsmitteln die schlechteste aller Schulnoten ein. Nur ein einziger
Werkstoff aus der Gruppe der Perfluorelastomere, ist in allen
marktgängigen CIP-Medien hervorragend beständig.
Ein zweiter Werkstoff, EPDM 2, erzielte auch sehr gute Noten und musste
lediglich bei einem Einspritzmedium auf der Basis von 0,5- bis
1-prozentigem Wasserstoffperoxid/Tensiden passen. Welche
Dichtungswerkstoffe getestet und wie die Ergebnisse waren, darüber
informiert die nachfolgende Tabelle.
Mehr über FDA-konforme Dichtungswerkstoffe erfahren Sie auf dem
Seminar PT 15
"GMP-/FDA-Anforderungen an das
Anlagendesign", das am 18. und 19. April 2002 in Weinheim
stattfindet.

Quelle: Dr. Burkhard Ledig, Busak+Shamban