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Seit Dezember 2006 ist die Verordnung (EG) Nr. 1901/2006 zu Arzneimitteln für pädiatrische Zwecke in Kraft. Und diese Verordnung ist verbindlich für alle Pharmafirmen, die neue Arzneimittel entwickeln! Welche Folgen hatte diese Regelung für die Pharmazeutische Entwicklung? Die pharmazeutische Industrie muss alle pädiatrischen Aspekte in den gesamten Entwicklungsprozess integrieren, und sie muss die pädiatrische Anwendung sowohl für Produkte in frühen und späten Entwicklungsstadien als auch für bereits zugelassene Produkte einschätzen. Daten müssen seit dem 26. Juli 2008 für Marktzulassungen aller neuen Produkte erzeugt werden und seit dem 26. Januar 2009 für neue Indikationen, pharmazeutische Darreichungsformen und Zugangswege. Daher ist eine fundierte pädiatrische Entwicklungsstrategie vonnöten, die verschiedene Herausforderungen mit einbezieht. Die vorgeschriebenen Tätigkeiten, die von der Verordnung eingeführt wurden, haben zu einem zusätzlichen Arbeits- und Kostenaufwand bei erhöhtem Druck in einem Wettbewerbsumfeld geführt. Dieser Aufwand reicht von geringfügigen zusätzlichen Entwicklungsaktivitäten bis hin zu vollumfänglichen Entwicklungsprogrammen, die sehr zeitintensiv sein können. Und abhängig von der angestrebten Vermarktungsstrategie muss die globale pädiatrische Gesetzgebung mit einbezogen und befolgt werden. Für die US-amerikanische FDA beispielsweise wird das pädiatrische Programm (genannt BPCA und PREA) für gewöhnlich erstmals am Ende der Phase 2 diskutiert, bevor Phase 3 eingeleitet wird. Jedoch mag es ratsam sein, früher mit der FDA zu interagieren, um z. B. die Epidemiologie, therapeutische Bedürfnisse und das klinische Entwicklungskonzept zu diskutieren. Es könnte ebenfalls empfehlenswert sein, dasselbe PIP bei der FDA und der EMEA PDCO einzureichen. Aber aufgrund der Unterschiede zwischen dem europäischen und dem US-Konzept kann es erforderlich sein, gesonderte klinische Entwicklungsprogramme durchzuführen. Dies muss produktspezifisch abgewogen werden. Welche pädiatrischen Formulierungen sollten also entwickelt werden? Viele Kinder haben Schwierigkeiten damit, Tabletten zu schlucken. Aber das gilt auch für gewisse flüssige Formulierungen. Suppositorien kommen für Länder wie Deutschland oder einige Mittelmeerländer in Frage, stoßen aber in Großbritannien oder in den USA auf ethischen Widerstand. Folglich sollten auch andere Möglichkeiten für pädiatrische Formulierungen in Betracht gezogen werden. Weil die Entwicklung pädiatrischer Formulierungen Fachwissen und spezifische Fähigkeiten in Kombination mit der Flexibilität, neue und ausgeklügelte Darreichungsformen sowohl in die Entwicklung als auch in die Produktion einzuführen, erfordert, hat die European Compliance Academy (ECA) eine Conference on Formulation Development and Manufacturing of Paediatric Drugs entwickelt (19./20. Mai 2010 in Wien, Österreich). Bei dieser Konferenz werden alle relevanten Aspekte der pädiatrischen Formulierungsentwicklung und -herstellung angesprochen. Fragen nach geeigneten Darreichungsformen, akzeptablen Tagesdosen, Geschmacksmaskierung, Dosiergenauigkeit, Herstellbarkeit und Gesetzeseinhaltung werden in verschiedenen Fallstudien besprochen. Neben Experten aus der Industrie werden auch Referenten von der EMEA PDCO und dem FDA Office of Pediatric Therapeutics über ihre Erfahrungen sprechen und ihre Sichtweise darlegen. Ein weitere Teil der Konferenz wird sich mit dem Thema Quality by Design and Efficiency in Pharmaceutical Development beschäftigen (dieser Teil beginnt am 18. Mai 2010). Wolfgang Schmitt CONCEPT HEIDELBERG
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