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GMP-News
18. Februar 2002
 

 Revision des IPEC
'GMP Guide for Bulk Pharmaceutical Excipients' – 
Ein wichtiger Beitrag zur Arzneimittelsicherheit

 
In Deutschland gibt es derzeit keine gesetzliche Verpflichtung, pharmazeutische Hilfsstoffe (Bulk Pharmaceutical Excipients, BPE) GMP-gerecht herzustellen. Andererseits aber ist der pharmazeutische Unternehmer für die Qualität der von ihm verarbeiteten BPEs verantwortlich. Aufgrund des 'Kundendrucks' von Seiten der pharmazeutischen Industrie kommt somit der GMP-gerechten Herstellung und Distribution pharmazeutischer Hilfsstoffe eine Schlüsselrolle zu.

Doch selbst die für den pharmazeutischen Unternehmer bestehende Verpflichtung, Ausgangsstoffe von qualifizierten Lieferanten zu beziehen und die Ausgangsstoffqualität zu überprüfen, haben die – versehentliche oder absichtliche – Distribution und Verarbeitung minderqualitativer Wirk- und Hilfsstoffe und deren teilweise verheerenden Folgen für den Patienten nicht verhindern können. So sind beispielsweise im Jahr 1996 in Haiti etwa 80 Kinder nach der Einnahme von Parametamol-Sirup, der mit Diethylenglykol kontaminiertes Glycerol enthielt, gestorben.

Während die Herstellung und Distribution von Arzneimitteln gesetzlich geregelt sind, fehlen in vielen Ländern entsprechende gesetzliche Grundlagen für Wirk- und Hilfsstoffe. Mit der ICH Q7a 'Good Manufacturing Practice Guide for Active Pharmaceutical Ingredients', die im November 2000 verabschiedet wurde, gibt es inzwischen eine weltweit harmonisierte GMP-Richtlinie für Wirkstoffe, die die Einhaltung von GMP-Regeln auch für 'Agents, Brokers, Traders, Distributors, Repackers und Relabellers' fordert und somit die gesamt Handelskette einschließt. Dennoch hat diese Guideline beispielsweise in Europa noch keine rechtliche Relevanz, die durch entsprechende gesetzliche Grundlagen erst geschaffen werden muss.
Damit sind zwar Regelungen für Arzneimittel und inzwischen auch für Wirkstoffe verfügbar. Wie der oben genannte Fall aber zeigt, können auch Hilfsstoffe die Ursache katastrophaler Arzneimittelzwischenfälle sein.

Vor diesem Hintergrund wurde im Jahr 1991 die IPEC (International Pharmaceutical Excipients Council) als internationale Interessenvertretung der chemischen, pharmazeutischen und Lebensmittelindustrie gegründet. IPEC ist eine Dachorganisation, die sich in drei regionale Vereinigungen in den USA (IPEC-Americas), in Europa (IPEC Europe) und Japan (JPEC) unterteilt und die mit dem Ziel gegründet wurde, einen aktiven Beitrag zu weltweiten Verbesserung von Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteln zu leisten. Im Rahmen ihrer Aktivitäten bemüht sich die IPEC insbesondere um die Harmonisierung von Hilfsstoff-Standards und hat inzwischen einige Hilfsstoff-spezifische Leitfäden veröffentlicht:

  • GMP Guide for Bulk Pharmaceutical Excipients
  • GMP Audit Guideline for Bulk Pharmaceutical Excipients
  • GMP Audit Guideline for Distributors of Bulk Pharmaceutical Excipients
  • Significant Change Guide for Bulk Pharmaceutical Excipients
  • Certificate of Analysis Guide for Bulk Pharmaceutical Excipients

Der ursprünglich aus dem Jahr 1995 stammende 'GMP Guide for BPEs' wurde im November letzten Jahres unter Berücksichtigung aktueller, für die BPEs relevanten cGMP-Anforderungen und neuer Anforderungen an das ISO Qualitätsmanagementsystem revidiert. Dabei wurde die ISO 9001:2000 Nummerierung in die revidierte Fassung des GMP Guide übernommen.

Der 'GMP Guide for BPEs' aus dem Jahr 1995 dient beispielsweise der World Health Organization (WHO) als Richtlinie zur Herstellung pharmazeutischer Ausgangsstoffe für ihre Mitgliedstaaten. Auch wurde diese Guideline in die amerikanische Pharmacopoeia USP 24/NF 19 sowie in Pharmeuropa, das Journal der Europäischen Pharmacopoeia, aufgenommen.

Die Guidelines können bei der IPEC angefordert werden. Die Kontaktadresse für IPEC Europe und IPEC Americas lauten wie folgt:

Dr. Evert Izeboud
IPEC Europe
Tel.: +31-70-320-9894
Fax : +31-70-320-3759
E-Mail : eizeboud@worldonline.nl

Mr. Alan Mercill
IPEC Americas
Tel.: +1-703-875-2127
FAX: +1-703-525-5157
E-Mail: ipecamer@aol.com

In diesem Zusammenhang sei auch auf die Veranstaltung 'Bulk Pharmaceutical Excipients - GMP bei der Herstellung pharmazeutischer Hilfsstoffe' verwiesen, die am 12. März 2002 in Darmstadt stattfindet. Ziel dieser Veranstaltung ist es, die derzeitige rechtliche Situation der Hilfstoffherstellung und Distribution darzustellen und mögliche zukünftige Regelungen in Deutschland, Europa und USA vorzustellen. Weiterhin werden praktische Anregungen bei der Umsetzung von GMP bei der Herstellung und dem Vertrieb von BPEs gegeben sowie die Anforderungen an die Qualität von BPWs aus der Sicht der pharmazeutischen Industrie einerseits und aus Sicht der BPE-Hersteller andererseits diskutiert. Bei dieser Veranstaltung erhalten Sie die aktuellen IPEC Guides kostenfrei. Zu weiteren Information über diese Veranstaltung klicken Sie bitte hier.

Autor: 
Dr. Barbara Jentges,
CONCEPT HEIDELBERG

 

 

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