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GMP-News
24. Januar 2002
 

 FDA-Inspektionsbefunde im Bereich der
Isolatortechnik (Teil 2)

 
Im März und Juni 2001 referierten FDA Inspektoren in den USA zu Inspektionsbefunden und potentiellen Problempunkten im Bereich der Isolatortechnologie. Die Inspektionsbefunde wurden in die Bereiche
  • Luftströmung / Klimatisierung / Belüftung
  • Eingänge / Ausgänge
  • Handschuhe
  • Validierung
  • Sterilisation / Dekontamination
  • Reinigung
  • Umgebungsmonitoring
  • Wartung und Instandhaltung
  • Dokumentation
  • Nährmedienabfüllung / Media Fill
  • Qualifizierung

untergliedert und kommentiert.

Luftströmung / Klimatisierung / Belüftung

  • Beobachtet wurde hier, dass sich viele Vials im Einlassbereich (nach dem Heißlufttunnel liefen die Vials auf einen Sammelteller; dort fielen wohl einige heraus) auf dem Boden des Isolators befanden und sich ansammelten. Ebenso befanden sich dort Umverpackungen. Der Boden bestand aus "Lochblech" und war für die Rückführung der Luft von Bedeutung. Bemängelt wurde hier, dass keine Studie durchgeführt wurden, die den Einfluss dieses Abfalls auf die Luftströmung bewertete und kein Limit für die Menge an herabgefallenen Vials festgelegt wurde. Die gleiche Thematik wurde auch im Bereich der Stopfenaufsetzung festgestellt.
  • "Smoke Studies" wurden nicht bei normalen Produktionsparametern durchgeführt – Die Fülllinie war nicht betriebsbereit während der Studien – Die Studien berücksichtigten nicht die Luftströmungsmuster im Bereich des Transportbandes
  • Lüftströmungsstudien wurden durchgeführt und auch der Nachweis geführt, dass sich die Luftströmung abwärts bewegt. Es wurden aber keine Akzeptanzkriterien für Luftströmungscharakteristika und Luftgeschwindigkeit festgelegt.
  • Kommentiert wurde, dass man nicht notwendigerweise eine laminare Luftströmung verlangt, man erwartet aber eine eindirektionale und im allgemeinen abwärts gerichtete Luftströmung. Aufgrund des erhöhten Kontaminationsrisikos lehnt man die Luftströmung unterhalb des Transportbandes ab (Risiko der aufwärts gerichteten Rückströmung)

Isolatoreinlass / Isolatorauslass

  • Die Luft der Kühlzone am Ende des Heißlufttunnels wurde nicht überprüft. Hier sah man ein Kontaminationsrisiko für die Luft auf dem Weg vom Abfüllbereich zur Kühlzone.
  • Die Luftströmung des "Ausgangs – mouse hole" ist nicht bei den niedrigsten Betriebsparametern überprüft worden. Auch wurde keine Überprüfung der Korrelation des Isolatorüberdrucks und der "Luftdynamik" am Mouse hole durchgeführt. Hier will man den Nachweis haben, dass auch unter den niedrigsten Betriebsparametern keine Kontamination von außen in den Isolator erfolgt.
  • UV – Transfer Ports werden von der FDA begrüßt. In diesem Fall wurden Handlingfehler beim Einschleusen von entpyrogenisierten Stopfen beobachtet

Handschuhe

  • Hier wurde das Nichteinhalten einiger Vorschriften bemängelt: 1. Es wurde ein Leck in einem Handschuh festgestellt; die Reparatur wurde durchgeführt aber der Name des Durchführenden und das Datum der Reparatur entgegen der SOP nicht aufgezeichnet. 2. Ein Leck wurde festgestellt und repariert, aber der Ort und das Datum der Änderungen wurden nicht dokumentiert. 3. Die SOP beschrieb, dass Handschuhe vor jeder Abfüllung oder wenigsten alle 30 Tage getestet werden müssen. Hier wurden größere Zeitabstände festgestellt. Kernaussage hier: Was man in SOP beschrieben hat muss auch eingehalten werden und "if it's not documented it didn't happen"
  • Defekte Handschuhe wurden während der Produktion ausgewechselt. In einem anderen Fall wurde ein Riss erste am Tag nach der Abfüllung detektiert. Der Betrieb wurde erlaubt trotz Verletzung der Isolatorintegrität. Aus Sicht der FDA stellen alle diese Maßnahmen die Produktqualität in Frage.

Wir empfehlen Ihnen zu diesem Thema das Seminar:

GMP-/FDA-gerechte Planung eines Isolators (PT 13), 9./11. April 2002, Darmstadt


Autor: Dr. Andreas Mangel

Quelle: Gold Sheet Juli 2001

 

 

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