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GMP-News
21. November 2001
 

 Validierung analytischer Methoden:
Intermediate Precision

 
Bei Seminaren zum Themengebiet "Validierung analytischer Methoden" kommt immer wieder die Frage auf, wie denn die in den ICH Guidelines Q2A und Q2B genannte "INTERMEDIATE PRECISION" überprüft und angegeben werden soll.

ICH definiert, dass durch die Intermediate Precision die unterschiedlichen Einflüsse innerhalb eines Labors berücksichtigt werden sollen, das heißt, Durchführung der Analysen an zwei verschiedenen (oder mehreren) Tagen, durch unterschiedliche Labormitarbeiter, mit verschiedenen Geräten (soweit vorhanden), etc. Hierdurch sollen gemäß ICH Guideline Q2A die Auswirkungen zufälliger Ereignisse auf die Präzision einer analytischen Methode untersucht werden. Die Intermediate Precision gibt also bereits einen ersten Hinweis auf die zukünftige Transferierbarkeit einer analytischen Methode, allerdings darf man sie nicht mit der Robustheit verwechseln, da bei der Überprüfung der Robustheit eines Analysenverfahrens ja absichtliche Veränderungen mit vermutetem Einfluss auf die Ergebnisse vorgenommen werden.

Wie kann man diese Intermediate Precision nun bestimmen ?

Die einfachste Möglichkeit ist die kommentarlose Zusammenfassung oder Gegenüberstellung der beiden erhaltenen Zahlenreihen. Dieses Vorgehen ist möglicherweise bei Zulassungsverfahren nicht immer ausreichend.

Weiterhin können die beiden Zahlenreihen (z.B. jeweils 6 [oder 10] Messungen mit Mittelwert und relativer Standardabweichung) mit Hilfe von statistischen Tests (F- und t-Test) verglichen werden. Häufig bekommt man dann aber Argumentationsprobleme, wenn der Test zu dem Ergebnis kommt, dass die beiden Messreihen sich statistisch signifikant unterscheiden (besonders häufig und problematisch bei guter Performance, also geringer Streuung)! Hier empfiehlt sich für die zugrunde liegende Validierungs-SOP eine Öffnungsklausel für den Fall, dass eine Differenz zwar statistisch signifikant, aber analytisch irrelevant ist.

In der Praxis bewährt hat sich die Vorgehensweise, dass man aus allen Ergebnissen, die man bei Versuchen zur Intermediate Precision erhält, den Mittelwert und die Relative Standardabweichung ermittelt und für die Standardabweichung ein geeignetes Akzeptanzkriterium vorgibt (z.B. 3% rel. Standardabweichung für die Intermediate Precision bei 2% rel. Standardabweichung für die Wiederholpräzision).

Von Seiten der FDA wird darüber hinaus bereits heute ein ausführlicher Validierungsplan (Validation protocol), in dem Methodik und Akzeptanzkriterien für die einzelnen Validierungsparameter festgeschrieben sind, erwartet. Grundlage der Akzeptanzkriterien der Validierungsparameter ist natürlich immer die Spezifikation.

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema:

Autor: 
Dr. Günter Brendelberger
CONCEPT HEIDELBERG

Zusammengestellt nach dem CONCEPT Seminar "Validierung analytischer Methoden" am 25./26. September 2001 in Ladenburg.

 

 

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