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GMP News
19. September 2001
 

Neues von der FDA


Anlässlich der von der FDA mitorganisierten FDA/PDA Joint Conference in Washington sprachen Vertreter der FDA über aktuelle Entwicklungen und cGMP-Trends. Überschattet wurde die Konferenz von den tragischen Ereignissen in New York und Washington, so dass der Veranstalter ab dem 3. Tag die weiteren Sessions absagen musste. Eine richtige Entscheidung! In den USA war man sich einig, dass trotz der Geschehnisse der Alltag weitergehen muss, um zu zeigen, dass der Terrorismus nie die Oberhand gewinnen wird; daher im folgenden eine Zusammenfassung der Neuigkeiten vom 1. und 2. Veranstaltungstag.

Helen WINKLE vom Center of Drug Evaluation (CDER) stellte dar, welche Aufgaben zukünftig durch das Office of Pharmaceutical Science zu bearbeiten sein werden. Die Reduzierung der Anforderungen an CMC-Dossiers bei weniger risikobehafteten Produkten durch einen risikobasierenden Ansatz bei der Bewertung wird eine Erleichterung für die FDA und die Industrie bringen. Zum ersten Mal wird sich das Office of Pharmaceutical Science auch mit dem Produktionsbereich befassen, nachdem früher primär Entwicklung und Zulassung im Mittelpunkt standen.  Bei der Verbesserung der Kontrolle in der pharmazeutischen Herstellung spielt die Bewertung neuer Methoden, z.B. die der Nahinfrarotspektroskopie (NIR), eine große Rolle. Hier will die FDA auf die aktuellen Entwicklungen neuer Technologien reagieren.

Steven MASCIELLO vom Center of Biologics (CBER) nannte für den Bereich der Biologischen Arzneimittel als "Hot Topics" u.a. die Themen Outsourcing und Lohnherstellung. Dabei muss auf die Veränderungen in der Industrie (durch die Ausgliederung von Teilen der Produktion, teilweise an mehrere Kontraktoren kommen neue Anforderungen auf die Industrie und die FDA zu) reagiert werden. Hier muss die GMP Compliance über den gesamten Prozess sichergestellt werden. Entscheidend ist hier auch die Verantwortungszuordnung in diesen komplexen Lohnherstellungsprozessen. Für die FDA wird das Thema BSE/TSE sowie Counterfeiting (Fälschung von Arzneimitteln) immer wichtiger. Die FDA will sich  auch stärker in die Überprüfung von frühen Stufen der klinischen Prüfung (Stufe 1 und 2) einschalten. Steven Masciello verwies zudem auf den am 13. August publizierten neuen Draft "Biological Product Deviation Reporting for Licensed Manufacturers of Biological Products Other than Blood and Blood Components": http://www.fda.gov/cber/gdlns/devnbld.pdf 

Frederik BLUMENSHEIN vom Center for Drug Evaluation (CDER) stellte das Pilotprogramm zu System-based Inspections vor. Über das Pilotprojekt berichteten wir bereits in unserer GMP-News vom 22. Juni 2001. Mr. Blumenshein erklärte, dass die vorläufige Auswertung zu sehr zufriedenstellenden Ergebnissen geführt habe. Es wird erwartet, dass die neue Inspektionsmethode bald offiziell auch für Inspektionen in Europa als Standard angewendet wird. In einer der folgenden Parallelsessions zu "Preparing for FDA Inspections" sagte FDA Investigator BOB COLEMAN, dass er bereits jetzt auch bei Auslandsinspektionen die neue Systematik anwende.

Bei dem Thema ASEPTIC PROCESSING fokussierte sich das Interesse auf die geplante Revision des 1987er Aseptic Processing Guide. FDA Investigator Rick FRIEDMAN sagte, dass der neue Guide "sehr bald" der Industrie zur Kommentierung vorgelegt werden wird. Viele Details konnte er noch nicht präsentieren.

Es wurde jedoch gesagt, dass der Guide zwei Anhänge haben werde, die sich zum einen mit der Blow-Fill-Seal-Technologie und zum anderen mit der Isolator-Technologie befassen.

Bei der Diskussion mit Dr. J. NEUHAUS von der Bezirksregierung Köln, der u.a. den neuen PIC/S-Draft zur Isolator-Technik vorstellte (siehe auch unsere GMP-News vom 7. September), wurde deutlich, dass die Anforderungen des neuen FDA Aseptic Guide in diesen Punkten denen des PIC/S Guide sehr ähnlich sein werden.

Autor:
Oliver Schmidt
CONCEPT HEIDELBERG

 
 

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