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01.09.2008


Aktuelle Aspekte zur Reinigungsvalidierung in der Literatur

Seit den frühen 90iger Jahren ist das Thema Reinigungsvalidierung präsent. In den einschlägigen Valdierungsregularien (Annex 15, PIC/S PI 006, FDA Guide to Inspection of) ist diesem Thema mindestens ein eigenes Kapitel gewidmet. Die FDA-Warning Letter Statistik führt Mängel hinsichtlich der Reinigung seit Jahren unter den Top Five (s. auch GMP-News vom 11. März 2008 zum GMP Warning Letter Report 2007).

Was gibt es aber Neues zum Thema Reinigungsvalidierung? Wie kann man sich auf dem Laufenden halten?

In den letzen Monaten ist in verschiedenen Veröffentlichungen das Thema Reinigungsvalidierung auf ganz unterschiedliche Weise angesprochen worden. Nachfolgend eine Auswahl:

In der Zeitschrift BioPharm International (www.biopharminternational.com) ist in einer zweiteiligen Serie (Februar und März 2008) das Thema „Cleaning Validation for Biopharmaceutical at Gentech“ veröffentlich worden. Sehr umfänglich wird das gesamte Spektrum der Reinigungsvaldierung, mit Fokus auf die biotechnologische Fertigung, von der Historie bis hin zum Thema Change Control und Revalidierung dort behandelt.

Etwas breiter gefächert ist ein Artikel zu „European Regulatory Scene Sees Many Changes in 2007, aus dem Januar 2008, Volume 13 der Zeitschrift BioQuality (http://www.bioquality.biz/). In diesem Artikel wird u. a. ein Vergleich von GMP-Mängeln zwischen der EU und den USA über einen Zeitraum von 11 Jahren vorgestellt und die Top 3 von 483-Verwarnungen erläutert. Auf dem dritten Platz der 483er-Mängel finden sich „Validation Catecories“. Hier führt die „Cleaning Validation“ als Spitzenreiter mit 30% die verschiedenen „Categories“ an.

Ganz aktuell findet sich in der Zeitschrift Pharmaceutical Engineering (http://www.ispe.org/cs/publications_section/pharmaceutical_engineering), Ausgabe Mai/Juni 2008 ein Artikel zu „A Risk-Based Approach to Cleaning Validation using Visible Residue Limits“ (VRL). Das Interessante an diesem Artikel ist das Zusammenführen des risikobasierten Ansatzes auf das “sichtbar sauber“-Kriterium“, das so explizit in vergangenen Artikeln zu diesem Thema nicht vorkam. Die im Artikel beschriebenen Untersuchungen münden in eine Tabelle „VRL Application and risk assessment“, bei der die Anwendung des “sichtbar sauber“-Kriteriums“ auf Pilot-Anlagen und die Routineproduktion hinsichtlich des Prozessrisikos und der „Risk-Mitigation“ dargestellt wird. Ein sehr interessantes Konzept.

Nicht mehr ganz so aktuell, aber dafür sehr interessant ist ein Artikel aus der Zeitschrift „Regulatory Toxicology and Pharmacology (www.elsevier.com/locate/yrtph), 43 (2005), 1-9: „Application of the treshold of toxicological concern concept to pharmaceutical manufacturing operations“. Das besondere an diesem Artikel ist, dass er versucht eine wissenschaftliche Rationale zur Berechnung von Acceptable-Daily-Intake (ADI)-Werten zu liefern, wenn nur wenig toxikologische Daten über eine Substanz bekannt sind. Insbesondere für das Thema Reinigungsvalidierung im Bereich Forschung und Entwicklung könnte das interessant sein.

Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG