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18.08.2008
  

EMEA bewertet Einsatz GMP-gerecht hergestellter Wirkstoffe

 
Im Zeitraum Mai 2005 bis Mai 2006 wurde durch die EEA GMP-Inspektorate eine Erhebung im Auftrag der Europäischen Kommission durchgeführt. Koordiniert wurde das Ganze durch die EMEA. Ziel war es, zu untersuchen, wie Zulassungsinhaber ihrer Verpflichtung nachkommen, ausschließlich GMP-gerecht hergestellte Wirkstoffe als Ausgangsmaterialien bei der Arzneimittelherstellung einzusetzen (gem. Artikel 46f/50f der Richtlinie 2001/83(2)/EC). Die Ergebnisse und das zur Erhebung der Daten verwendete Aide Memoire wurden nun von der EMEA veröffentlicht.

Grundlage der Auswertung waren 517 eingereichte Berichte von 24 nationalen Überwachungsbehörden. Hinzu kamen noch Ergebnisse von 42 Inspektionen im Zeitraum 2003 – 2006 bei Wirkstoffherstellern, die außerhalb des Projekts durchgeführt wurden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten inspizierten Betriebe Auditprogramme für ihre Wirkstofflieferanten eingerichtet haben. Allerdings genügen nicht alle den Ansprüchen und weisen Mängel auf. Vor allem die Programme kleiner Firmen erfüllen nicht immer die Erwartungen. Es gab auch Firmen, denen die Durchführung des Audits vom Wirkstofflieferant verweigert wurde. Ein Problem, das gehäuft beim Bezug nur kleiner Mengen Wirkstoff auftritt.

Die Audits wurden zum größten Teil von qualifizierten Auditoren durchgeführt. Nur in wenigen Fällen gab es hier Probleme, v.a. beim Einsatz von externen Auditoren.

Bei einem Drittel der inspizierten Betriebe gab es allerdings Unstimmigkeiten hinsichtlich der Rückverfolgbarkeit und des Nachweises, dass der eingesetzte Wirkstoff auch tatsächlich vom vorgesehenen Hersteller kam. Hier gab es Mängel in Bezug auf Change Control Prozesse, Umetikettierung und irreführender Dokumentation.

Neben den Arzneimittelherstellern wurden auch die „Traders and Brokers“ im Rahmen der Auswertung betrachtet. Dabei wurden erhebliche Probleme offenbar. So haben Händler in einigen Fällen selbst Analysenzertifikate erstellt, in einem Fall wurden falsche Informationen im Zertifikat in Bezug auf den Ursprung des Wirkstoffes angegeben. Hinsichtlich der von den Händlern selbst durchgeführten Audits wurden Bedenken im Hinblick auf einen Interessenkonflikt (fehlende Unabhängigkeit) geäußert.

Die Ergebnisse offenbarten detailiertere Informationen zu den Aktitivitäten der Traders und Brokers sowie den sich daraus ergebenen Problemen, insbesondere der Verlust der Rückverfolgbarkeit. Der Report weist darauf hin, dass diese Ergebnisse besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf die neue Initiative zur Etablierung einer gesetzlichen Initiative zum Kampf gegen Arzneimittelfälschungen erhalten haben.

Die Auswertung zeigt, dass die Arzneimittelhersteller sich ihrer Pflichten bewusst sind und Maßnahmen ergreifen, die Anforderungen zu erfüllen. Es ist zu erwarten, dass auch bei zukünftigen Inspektionen das Thema Lieferantenqualifizierung intensiver unter die Lupe genommen werden wird.

Autor:
Wolfgang Schmitt
CONCEPT HEIDELBERG


 

 

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