Am 07. Juni 2001 hat die EG die Änderung des Paragraphen 42 des Annex 1
("Ergänzende und überarbeitete Leitlinien für die Herstellung
steriler Arzneimittel") bekannt gegeben.
Womit beschäftigt sich
der Paragraph 42 des Annex 1?
Es ist der Paragraph, der
Vorgaben zu Nährmedienabfüllungen (Media Fills) bei aseptischen
Verfahren macht.
Und was ist nun neu?
In der Revision wird nun
die Einbeziehung von verschiedenen Eingriffen, die routinemäßig in der
Produktion vorgenommen werden, während der Media Fills gefordert. Ferner
sollten auch "worst case situations" innerhalb der Media Fills
abgedeckt werden.
Ebenfalls neu ist die
definitive Forderung nach der Erstvalidierung mittels drei konsekutiven
Läufen pro Schicht sowie die Revalidierung nach signifikanten
Änderungen:
Die anderen,
ursprünglichen Hinweise bezüglich einer Revalidierung (Änderungen an
der Ausrüstung und/oder den Prozessen) blieben unverändert.
Auch die Intervalle für
eine periodische Revalidierung sind nun angegeben: halbjährlich.
Neuerdings wird als Ziel
der Media Fills die "Nullkontamination" angegeben, ferner
sollte jede Kontamination untersucht werden. Das Akzeptanzkriterium für
die Kontaminationsrate von kleiner 0,1% mit einem 95%-igen
Vertrauensbereich ist allerdings - trotz der Forderung nach einer
"Nullkontamination" - immer noch gültig.
Ebenfalls neu ist die
Forderung nach der Etablierung von Warn- ("alert limit") und
Aktionsgrenzen ("action limit"). Diese beiden Begriffe sind
gemeinsam mit dem Begriff Media Fill in das Glossar des EG-GMP-Leitfadens
aufgenommen worden.
Wobei als Warnlimit, das
Limit gilt, welches frühzeitig informiert, wenn von den normalen
Bedingungen abgewichen wird. Diese Abweichung mündet dann in eine
Untersuchung, ohne dass notwendigerweise schon Korrekturmaßnahmen
("definitive corrective actions") eingeleitet werden müssen.
Wenn die Aktionsgrenze
überschritten ist, sollte laut dem Glossar eine sofortige Fehlersuche mit
der nachfolgenden Einleitung von Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden.
Auch bei der FDA gerät
das Thema Media Fill zunehmend verstärkt in den Inspektionsfokus. U.a.
stehen Schulungsmängel in der aseptischen Fertigung mittlerweile schon
auf Platz 5 der Topics bei den Warning Letters (interne Auswertung des
Fiskaljahres 2000 durch CONCEPT HEIDELBERG, siehe GMP-News vom 18. Juli
2001).
Wo bekommen Sie nun
Hilfestellung zum Thema Media Fill?
Sehr detaillierte
Vorgaben zur aseptischen Fertigung von Medizinalprodukten macht die ISO
13408-1. In dieser Norm finden sich u.a. auch die Angaben, die in die
Änderungen des Paragraphen 42 einflossen. So finden Sie z.B. in dieser
Norm auch konkrete Angaben zu Eingriffe, welche während Media Fills
simuliert werden sollen, aber auch Angaben zu Inhalten von Media Fill
Protokollen. Ebenso sind Warn- und Aktionsgrenzen auf Basis der 0,1%
Kontaminationsrate beschrieben sowie Vorgaben zum Umgang mit
fehlgeschlagenen Media Fills.
Die ISO 13408-1 ist
natürlich auch der FDA bekannt.
Allerdings befindet sich
diese Norm derzeit schon wieder in der Überarbeitung.
Oder/und:
Sie besuchen unsere
Aseptik-Konferenz am 27./28. November 2001 in Mannheim. Auf dieser
Veranstaltung werden neben der Revision der ISO 13408-1 auch die anderen
Normen dieser ISO-Reihe behandelt. Des weiteren erfahren Sie u.a. das
Neuste über die Änderungen der FDA Aseptik-Guideline und ihnen wird
natürlich der Stand von Wissenschaft und Technik hinsichtlich Media Fills
präsentiert werden.
Wir freuen uns auf Ihr
Kommen.
Klicken Sie hier,
um den neuen Annex 1 herunterzuladen
Autor:
Sven Pommeranz,
CONCEPT HEIDELBERG
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