|
Als Ergebnis eines Meetings, das unter der Schirmherrschaft des
Transatlantischen Wirtschaftsrates abgehalten wurde, einigte man sich auf eine
Zusammenarbeit auf administrativen Ebene und bei der Erstellung von Guidelines,
wie bereits in unserer GMP-News
berichtet. Nun wurden weitere Einzelheiten zu den konkreten Projekten
veröffentlicht. Die neue Kooperation deckt vier verschiedene Bereiche ab:
- Qualität und Inspektion
- Pharmakovigilanz
- Wissenschaftliche Zusammenarbeit
- Guidelines, Formatharmonisierung und elektronische Zulassung (eCTD)
Im Bereich der GMP-Compliance einigten sich die Parteien auf die folgenden
Projekte:
Zusammenarbeit bei Inspektionen
Die Kommission/EMEA und die FDA werden Pilotprojekte zu gemeinsamen Inspektionen
bei Arzneimittelherstellern in den USA und in Europa sowie bei
Wirkstoffherstellern in Drittländern durchführen.
Zusammenarbeit bei der Inspektion von Drittländern
Die Kommission/EMEA und die FDA werden Pilotprojekte zum Austausch von
Inspektionszeitplänen, -ergebnissen und Informationen zu inspizierten
Herstellungsbetrieben durchführen, um insgesamt mehr inspektionsrelevantes
Material zu gewinnen und um Wirkstoffherstellungsbetriebe in Drittländern besser
identifizieren zu können
Dedicated Facilities für risikobehaftete Produkte
Die Kommission/EMEA und die FDA werden ihre Zusammenarbeit intensivieren, um
unter Einbeziehung einer risikobasierten Vorgehensweise festzustellen, in
welchem Umfang Dedicated Facilities zur Herstellung bestimmter Arzneimittel
nötig sind. Es wird erwartet, dass anschließend eine revidierte EU-Richtlinie
zur öffentlichen Kommentierung im ersten Quartal 2009 publiziert werden wird.
Die FDA ist außerdem in dem Prozess begriffen, diese Problematik durch
Vorschläge für Erweiterungen zu existierenden Regelungen und Draft Guidelines,
die vor der Veröffentlichung stehen, zu klären. (Hinweis:
Containment-Technologien werden derzeit intensiv diskutiert, z. B. bei der
ECA Conference in
Wien.)
Die Bekämpfung von Arzneimittelfälschungen
Zusätzlich zu der Kollaboration mit der IMPACT-Initiative der WHO werden die
Kommission und die FDA Informationen über zukünftige Anforderungen an
Nachverfolgungs- und Authentifizierungssysteme austauschen. Kommission/EMEA und
FDA werden Informationen zu bestimmten Fällen von Arzneimittelfälschung
austauschen. (Hinweis: Links zu den wichtigsten Initiativen gegen
Arzneimittelfälschungen.
sind hier zu finden.)
Austausch von Informationen zu pflanzlichen Arzneimitteln
Das EMEA-Komitee zu pflanzlichen Arzneimitteln wird der FDA Entwürfe sowie
Endfassungen ihrer Monographien zur Verfügung stellen.
Arzneimittel für so genannte "Advanced Therapies
Unter den Geheimhaltungsvereinbarungen der EG/EMEA/FDA soll bis Ende 2008 eine
Expertengruppe zu Arzneimitteln für Advanced Therapy Medicinal Products
eingerichtet werden. Diese Gruppe soll sich um wissenschaftliche Fachkompetenz
bemühen, die Terminologie für neue Technologien vereinheitlichen und
Empfehlungen für eine transatlantische Annäherung bei der Anwendung von
Regelungen für diese Arzneimittel aussprechen. (Hinweis: Die ECA hat eine
Arbeitsgruppe zu Advanced Therapies eingerichtet.)
Die FDA und die EU/EMEA erkennen mit diesen Projekten an, dass sich viele der
jüngsten Probleme nicht aufgrund mangelhafter Gesetzgebung ereigneten, sondern
aufgrund eines Mangels an behördlicher Überwachung und Durchsetzung der
Vorschriften, insbesondere in Drittländern, wie China und Indien. In einer
separaten Ankündigung erklärte die FDA des Weiteren, dass sie zusätzlich zu
einer Zweigstelle in China wahrscheinlich auch eine Inspektionsniederlassung in
Indien einrichten wird.
Quelle:
http://www.emea.europa.eu/
|