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Während des ICH-Symposiums in Tokio wurde der neue ICH-Ansatz zur
pharmazeutischen Qualitätssi-cherung, bestehend aus ICH Q8, 9 und 10,
diskutiert. Dr. Jean-Louis Robert, EU Rapporteur bei der ICH, erläuterte dabei
das Konzept sowie dessen Einfluss auf zu bereitstellende Ressourcen und
resultierende Kosten. Daraus wird im Folgenden zitiert.
Die Internationale Konferenz zur Harmonisierung der Technischen Anforderungen an
die Zulassung von Humanarzneimitteln (ICH) entstand im April 1990 bei einem
Treffen in Brüssel. Seitdem wurden bedeu-tende Fortschritte gemacht.
(……)
Nach einer langen Diskussion einigte man sich 2003 in Brüssel auf die folgende
Sichtweise zu Qualität:

Diese neue Sichtweise - oder dieses neue Paradigma - betrachtet das Arzneimittel
während seines ge-samten Lebenszyklus, d. h. beginnend bei der Entwicklung über
den technischen Transfer bis zur Routi-neherstellung, und betont ein besseres
Produkt- sowie Prozessverständnis und die Gewinnung von Spezi-fikationen aus
diesem Verständnis. Das Ganze sollte dadurch erreicht werden, dass man
systematischer an die Entwicklung herangeht, indem man
Risikomanagement-Hilfsmittel verwendet und innerhalb eines Qualitätssystems, wie
in Q10 beschrieben, arbeitet.
Q8 hat mehrere Konzepte definiert, wie PAT, Design Space, Parametrische
Freigabe, Kontrollstrategien, die systematische Herangehensweise an die
Entwicklung. Wenn sich Q8 auf das Arzneimittel bezieht, darin sind sich die
Experten einig, dann können dieselben Prinzipien und Konzepte, die dort
beschrieben werden, auch auf den Arzneimittelwirkstoff angewendet werden -
sowohl auf chemische als auch auf biotechnologische Derivate. Es ist eher die
Komplexität des Produkts als der Produkttyp selbst, der einen Einfluss auf ihre
Anwendung hat.
Beziehung zwischen Q8, Q9 und Q10

Fragen und Antworten
Tominaga: Also, vielleicht fange ich damit an, wenn ich Ihre Diagramme zum
Prozess so betrachte, den Quality-by-Design-Ansatz und den Quality-Space-Ansatz,
dann erscheinen sie mir kompliziert und fast schon entmutigend. Meine Frage
lautet daher: Erhöht der Quality-by-Design-Ansatz automatisch die
regu-latorischen Auflagen und damit die Ressourcen, die der Antragsteller
benötigt? Wie denken Sie über die-se Gesichtspunkte?
Robert: Die Frage ist ein wenig heikel. Ich persönlich glaube nicht, dass dies
neue Anforderungen zur Folge haben oder ein höheres Maß an Ressourcen erfordern
wird. Es hängt ganz davon ab, wie man es betrachtet. Die pharmazeutische
Entwicklung muss irgendwie bewältigt werden. Bevor also ein Unter-nehmen ein
Produkt auf dem Markt platziert, muss es pharmazeutische Entwicklungsstudien
durchführen, um sicherzustellen, dass das Produkt von gleich bleibend hoher
Qualität sein wird und den Anforderungen an seine Wirkung gerecht wird. Wenn wir
"Quality by Design" als eine systematischere Herangehenswei-se an die
Entwicklung auffassen, bin ich sicher, dass dies dem Antragsteller oder dem
Hersteller dabei helfen wird, denselben Wissensstand schneller zu erreichen.
Falls natürlich jemand das anstrebt, was wir als "Erreichen eines höheren
Wissensstandes" bezeichnen, wird es ihm beispielsweise möglich sein, ei-nen
Design Space einzurichten oder eine Parametrische Freigabe durchzuführen. Wenn
ein Hersteller also in diese Richtung gehen möchte, um von diesen Möglichkeiten
zu profitieren, wird er mehr investie-ren müssen. Auf kurze Sicht wird
vielleicht eine größere Investition nötig sein, aber auf lange Sicht, würde ich
sagen, wird er auch einen Nutzen daraus ziehen. Meiner Ansicht nach wird eine
systematische Vorge-hensweise auch bei einem einfachen oder traditionellen
Entwicklungsansatz die Kosten senken. Wenn man ein "höheres Wissen" erreichen
möchte, wird das mehr Ressourcen erfordern, aber langfristig wird das
Unternehmen auch einen Vorteil daraus ziehen. Wenn man also am Schluss die
Bilanz zieht, wird es wahrscheinlich nicht die Kosten oder die erforderlichen
Ressourcen erhöhen verglichen mit den Vorteilen, die einem Hersteller daraus
erwachsen können.
Quelle: www.ich.org
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