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Die ICH hat am 4. Juni 2008 die Step 4-Version der Guideline ICH Q10
"Pharmaceutical Quality System" verabschiedet und nun auch öffentlich verfügbar
gemacht. Damit ist die Guideline in Europa, den USA und Japan harmonisiert. Die
Behörden der 3 Regionen, also die EMEA/EU Kommission in Europa, die FDA in den
USA und die MHLW in Japan sind nun verpflichtet, dieses Regelwerk in das
jeweilige Gesetzgebungs-/Verordnungsverfahren einzubringen.
In Europa kann dies zum Beispiel als Annex 21 zum EU-GMP-Leitfaden erfolgen bzw.
durch Änderungen im Text von Part 1 und Part 2 des Leitfadens. So wurde z.B. die
Umsetzung von ICH Q 9 "Quality Risk Management" realisiert.
Betrachtet man die Änderungen zur Step 2-Version (siehe
unsere GMP News vom 30. Mai 2007), so lassen sich einige Konkretisierungen
erkennen, auf die bei der Etablierung zu achten sein wird.
Die nun beschlossene Version enthält eine stärkere Betonung der drei Guidelines
ICH Q8 Pharmazeutische Entwicklung (enthält u.a. Quality by Design), Q9 Quality
Risk Management und der jetzt publizierten finalen Version von Q10. Es wird
betont, dass nur durch eine Umsetzung dieser drei ICH Guidelines die Ziele eines
neuen "Qualitätsparadigma" realisiert werden können.
Neu in der Step 4-Version ist der Annex 2 mit einer Grafik, die das Modell noch
einmal erläutert. Etwas überraschend an der Darstellung ist, dass man daraus
lesen könnte, dass GMP noch nicht in der Entwicklung notwendig ist. Das ist aber
ganz sicher so nicht zu interpretieren.

Neben der Betonung der lokalen GMP-Anforderungen, die im
Zusammenhang mit ICH Q 10 gesehen werden müssen, ist vor allem der Teil zu
Outsourcing (Kap. 2.7) erheblich stärker herausgearbeitet. In der Guideline wird
deutlich, dass das Qualitätssicherungs-System beim Outsourcing bereits mit der
Vorauswahl der potentiellen Partner beginnen muss. Etwas, was viele Unternehmen
im Rahmen der Lieferanten-/ Lohnherstellerqualifizierung vielleicht noch nicht
umgesetzt haben. Interessant auch die Forderung nach der Definition von
Verantwortlichkeiten und die Etablierung eines strukturierten
Kommunikationsprozesses. Die Unternehmen werden auch zu prüfen haben, in wie
weit das Monitoring der ausgegliederten Leistungen gemäß Q 10 etabliert ist.
Mit der finalen Guideline ICH Q 10 reagiert man ganz offensichtlich auch auf die
derzeitigen Diskussionen um die globalen Supply Chains die jedes Unternehmen
heute umgesetzt hat und die daraus erwachsenden (Kontroll-)Probleme. Dies wird
auch in Punkt 2.8 und 4.2 deutlich, in denen auf die Komplexität bei
Unternehmensübernahmen eingegangen wird. Es war augenfällig, dass bei den
Fällen, bei denen in jüngster Vergangenheit erhebliche GMP-Probleme
identifiziert wurden, es einen oder gar mehrere Eigentümerwechsel des
betroffenen Standortes in den Monaten/Jahren zuvor gegeben hatte.
Die Guideline ICH Q10 "Pharmaceutical Quality System" finden Sie
hier.
Wir haben für Sie einen Vergleich der Step 3 und Step 4 Version erstellt, in dem
Sie die Änderungen im Detail nachverfolgen können. Den Dokumentenvergleich
finden Sie
hier.
Autor:
Oliver Schmidt
CONCEPT HEIDELBERG
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