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GMP-News
26. Mai 2008
  

Experten aus Behörden und Industrie beantworten Fragen:
Questions & Answers zum Thema Optische Kontrollsysteme

 
In regelmäßigen Abständen beantworten Experten aus Behörden und Industrie Fragen, die häufig im Rahmen von Veranstaltungen gestellt werden. Bei der Konferenz "Optische Kontrollsysteme" mit den beiden Teilen Kontrolle von Parenteralia und Kontrolle des Verpackungsprozesses wurden auch zahlreiche QS-Aspekte angesprochen. Im Folgenden sind einige Fragen und Antworten der Referenten Klaus Feuerhelm (GMP-Inspektor des RPr Tübingen), Dr. Helmut Gaus (Rentschler Biotechnologie GmbH), Dr. Tilman Rock (Roche Diagnostics GmbH) und Dr. Manfred Franck (GMP-Inspektor des RPr Tübingen) zusammengestellt.

Ist ein Test eines Vollautomaten zur Prüfung von Parenteralia täglich notwendig?
(Feuerhelm): Ja, vor jeder Charge, mindestens aber täglich. Macht auch nach Eingriffen in das Kontrollsystem Sinn.

Darf dieser Test wiederholt werden? Einmal? Zweimal?
(Feuerhelm): Der Test kann wiederholt werden, das muss geregelt sein. Eine Festlegung auf maximal einmal oder zweimal ist nicht erforderlich. Allerdings sollten die Gründe für eine Wiederholung eingegrenzt werden, notwendige Maßnahmen vor einer Wiederholung (z.B. Reinigung der Optik) und Maßnahmen bei Nichtbestehen festgelegt werden. Nicht zulässig ist natürlich ein statistisches Probieren, bis irgendwann die Prüfung durch Zufall bestanden wird.

Ist die Prüfung des Vollautomaten mit standardisierten Test-Kits möglich?
(Feuerhelm): Nein, das System muss die realen, möglichen Fehler erkennen können. Dies ist produktspezifisch nachzuweisen. Allerdings können für die Kontrolle der Rissprüfung auch Markierungen auf den Behältnissen verwendet werden.

Sollen vor der eigentlichen Kameraprüfung aussortierte Behältnisse mit berücksichtigt werden, wenn der Abgleich ausgeschleuster Gebinde gegen die Alarmgrenze gemacht wird?
(Gaus): Ja, diese sollten ebenfalls berücksichtigt werden und in die Gesamtzahl "schlechter" Behälter eingerechnet werden.

Wer legt fest, was bei Grenzmusterprüfung vom Kontrollsystem noch gesehen werden muss?
(Gaus): Die Verantwortung liegt beim Kontrollleiter - daher muss er auch festlegen, was noch gesehen werden muss.

Sind kundenspezifische Fehler zulässig?
(Gaus): Ja, z.B. bei kosmetischen Fehlern.

Wie kann man die Menge an Produkt, die dem Lieferanten des Kontrollsystems zur Einstellung des Systems zur Verfügung gestellt werden muss, reduzieren, wenn das Produkt sehr teuer ist?
(Rock): Man kann als Gutmuster natürlich Placebo verwenden, allerdings geht man damit das Risiko ein, dass vom Lieferanten falsche Einstellungen gemacht werden. Davon ist also eher abzuraten. Wenn das Produkt aber sehr teuer ist, oder nur in sehr geringen Mengen zur Verfügung steht, sollte man bei der Entscheidung für einen Vollautomaten aber berücksichtigen, dass man mit einem Gutausschuss von 10% rechnen muss, zumindest am Anfang.

Wie können Sie den Grauanteil reduzieren, ohne bei jeder Optimierung der Parameter das System jedes Mal neu validieren zu müssen?
(Rock): Jede dieser Änderungen führt zwangsweise zu einer Qualifizierung/Validierung des Systems. Daher ist stufenweises Vorgehen sinnvoll, also das Sammeln mehrer Veränderungen, die dann gemeinsam validiert werden können. Auch Optimierungen am Abfüllprozess müssen hier berücksichtigt werden, nicht nur die Einstellungen an den Kameras.

Wenn für jedes Format eine eigenes Testset / Musterset erforderlich ist, wie kann man da im Routinebetrieb dafür Sorge tragen, dass das Test/Musterset noch "validiert" ist?
(Rock): Prinzipiell ist jedes Musterset für sechs Monate freigegeben bevor es im Rahmen der Requalifizierung erneut überprüft und ggf. erneuert oder ausgetauscht wird. Daneben gibt es aber auch den täglichen Plausibilitätscheck durch das geschulte Personal, d.h. es darf nur visuell begutachtetes Musterset eingesetzt werden bzw. die im Monitoring neu hinzugekommenen Fehler müssen auch bereits unterjährig in das Musterset mit aufgenommen werden (ggf. über Technische Änderungsmitteilung auch eine Konfigurationsanpassung notwendig). Ausblick: Welche Alternativen sind denkbar, um die Verwaltung der Mustersets überschaubar zu gestalten ' Evtl. Bilddateien anstatt der physischen Muster….

Ab wann erwarten Sie ein Logbuch für ein Kontrollsystem in der Verpackung?
(Franck): Ab der Installation.


Veranstaltungstipp:

Optische Kontrollsysteme am 25./26. Juni 2008 in Mannheim
• Optische Kontrolle von Parenteralia
• Optische Kontrolle im Verpackungsprozess


Zusammengestellt von:
Dr. Robert Eicher
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