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GMP-News
19. Mai 2008
  

Neue FDA-Pläne sollen Arzneimittelsicherheit bei importierten Produkten gewährleisten

 
Dr. Janet Woodcock, Direktorin des CDER (Center for Drug Evaluation and Research) der FDA hat vor dem U.S. Repräsentantenhaus den Entwurf des "FDA Globalisation Act" zur Arzneimittelsicherheit vorgestellt. Dabei ging sie besonders darauf ein, wie die Behörde zukünftig den wachsenden Herausforderungen des globalen Arzneimittelmarkts begegnen will. Kerndokument ist der "Action Plan for Import Safety", der auf Geheiß von Präsident Bush von Vertretern zwölf US-amerikanischer Behörden und Abteilungen erstellt wurde. Ziel des Plans ist es, die Qualität von Arzneimitteln sicherzustellen, die komplett oder in Teilen außerhalb der USA hergestellt wurden und die in die USA importiert werden.

Hier einige Kernpunkte der Initiative:

• Vermehrte Inspektionen
Ein Fokus sind immer noch die Inspektionen, die durch die FDA durchgeführt werden. So soll z.B. die Anzahl der so genannten Pre-Approval Inspektionen weiter steigen. Geplant sind 500 PAIs in 2009 (Vergleich: 332 im Fiskaljahr 2007). Durch einen Personalaufbau an nationalen und internationalen Inspektoren sollen aber auch andere Inspektionsaktivitäten gesteigert werden. So sollen auch vermehrt Routineinspektionen und "For Cause" Inspektionen durchgeführt werden.

• "Beyond our Boarders Initiative"
Diese Initiative ist das eigentliche Kernstück des "Action Plan for Import Safety" und gliedert sich in mehrere geplante und vorgeschlagene Aktivitäten auf. So soll unter anderem die Präsenz der FDA in Ländern außerhalb der USA erhöht werden. Als Beispiel ist hier China zu nennen, wo die Einrichtung eines Büros bereits auf Hochtouren läuft. Insgesamt soll mit 13 Angestellten (8 davon direkt von der FDA) die Zusammenarbeit vor Ort erhöht, vermehrt Inspektionen durchgeführt, aber auch chinesische Inspektoren trainiert werden.

Eine weitere Idee ist es, vermehrt Inspektionsberichte ausländischer Behörden auszuwerten. Hierzu wurden bereits 30 Geheimhaltungsabkommen mit Behörden verschiedener Länder getroffen. Die Inspektionsberichte sollen zwar keine eigen Inspektionen ersetzen, aber der FDA helfen, wichtige Informationen zu gewinnen und Prioritäten zu setzen. Hierzu möchte die FDA auch vermehrt Zertifikate Dritter einsetzen. Diese Zertifikate können von Behörden anderer Länder, aber auch von unabhängigen, akkreditierten Organisationen ausgestellt werden.

• Verbesserte IT-Infrastruktur
Es gibt mehrere Ansätze, durch verbesserte IT-Systeme die Arbeit der FDA besser zu unterstützen. Neue Datenbanken sollen etabliert werden und die verschiedenen Systeme besser aufeinander abgestimmt werden.

• Erweiterte Laborkapazitäten
Die Kapazitäten sollen erweitert werden, auch was die Entwicklung schneller Analysemethoden angeht. Diese sollen auch vermehrt direkt am Zoll bzw. Einfuhrhafen eingesetzt werden. Die Grenze soll somit integraler Bestandteil des neuen Konzepts werden und Lieferungen können hier direkt abgewickelt, kontrolliert und bei Bedarf abgewiesen werden.

• Track-and Trace Systeme
Die FDA hält weiterhin fest an ihren Plänen, die gesamte Supply Chain der Arzneimittel, vorzugsweise elektronisch, zu überwachen ("e-pedigree").

Fazit: Um diese Pläne alle umfassend zu realisieren, müssen neue Kompetenzen geschaffen werden. Dies wurde von der FDA adressiert. Es bleibt abzuwarten, in welchem Detailgrad sich die vorgeschlagenen Punkte realisieren lassen. Erste Schritte sind bereits getan und der Personalaufbau schreitet voran. Die vermehrten Inspektionen werden sich wohl in erster Linie auf Einrichtungen in Süd-Ost-Asien konzentrieren. Europäische Standorte werden aber weiterhin regelmäßig inspiziert werden. Etwas kritisch zu sehen sind die Aktivitäten an den Grenzen. Es wurde nicht erwähnt, wie z.B. im Falle von Verzögerungen notwendige Lagerbedingungen eingehalten werden. Es ist zu befürchten, dass die pharmazeutische Industrie hier eigene Strategien entwickeln muss.

Die vollständige Rede von Dr Janet Woodcock finden Sie hier:
http://www.fda.gov/ola/2008/fdaglobalact050108.html

Autor:
Wolfgang Schmitt
CONCEPT HEIDELBERG
 

 

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