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Warning Letters sind hinsichtlich der
Auswertung von Schwerpunkten bei GMP-Inspektionen durch die FDA ein sehr
hilfreiches Instrumentatrium. Warning Letters sind die zweite von 3
Stufen, die bei der Bewertung von GMP-Abweichungen eine Rolle spielen.
Stufe 1 sind die vom FDA-Inspektor auf dem bekannten Formblatt 483
notierten Abweichungen, die anlässlich einer Inspektion festgestellt
werden.
Sofern nach Prüfung des nachträglich
von dem Inspektor erstellten EIR (Establishment Inspection Reports) durch
die Zentrale die Abweichungen als wesentlich oder die Stellungnahme zur
Mängelbeseitigung als nicht ausreichend erkannt wurde, wird ein Warning
Letter versendet.
Erfolgt danach wiederum aus FDA-Sicht
keine zufriedenstellende Antwort, so tritt Stufe 3 ein, bei der von dem
inspizierten Standort keine Produkte mehr für den US-amerikanischen Markt
gefertigt werden dürfen.
Im Fiscal Year 2000 (bis Ende September
2000) wurden 71 Warning Letters ausgestellt. Dies ist identisch mit der
Zahl des Vorjahres. Die folgende Grafik zeigt die davon betroffenen
Produktionsbereiche.

Gerade bei den Sterilen Produkten mit 18
Warning Letters waren viele Unternehmen außerhalb der USA betroffen, was
auf eine verstärkte Aktivität der FDA schließen lässt. Bei den 8
Wirkstoffbetrieben waren die Warning Letters an 6 US-Firmen und 2
chinesische Unternehmen gerichtet.
Bei den Abweichungen zeigt sich folgendes
Bild der meist genannten Abweichungen:

Weitere häufige Abweichungen
- Anlageninstandhaltung
- Media Fill
- Change Control
- Umgebungsmonitoring
- Reprocessing
Bei der Auswertung der Warning Letters
ist auf die Definition der Themenfelder zu achten. So kommt das Gold Sheet
in der Ausgabe April 2001 zu der Reihenfolge: Prozessvalidierung,
OOS-Ergebnisse, Stabilitätstest. Der Unterschied zur obigen Darstellung
liegt darin begründet, dass in der hier aufgeführten Auswertung die
Abweichungen in der Chargendokumentation inkl. Freigabe und Review
zusammengefasst wurden. Fasst man die Abweichungen nach Abteilungen
zusammen, ergibt sich ein eindeutiges Bild. In nahezu jedem der Warning Letters sind Abweichungen in der Laboratory Unit notiert. Topthemen sind
hierbei die bereits angesprochenen OOS-Umgang und Stability Testing und
zudem:
- Aufzeichnungen im Labor (Laboratory
Records), inkl. Archiving, Reviews
- Umgang mit Rohdaten
- Analytische Methodenvalidierung
- Impurities Testing
Häufig (16- mal) wurde auch die
"Quality Unit" als solche als Abweichung benannt. Dabei geht die
FDA davon aus, dass diese ihre Funktion nicht wahrnimmt bzw. nicht
wahrnehmen kann. In überraschend vielen Firmen (insbesondere bei
Herstellern steriler Produkte und Auftragsinstituten für
Qualitätsprüfungen) wurde die Schulung der Mitarbeiter als Abweichung
benannt.
Speziell zum Thema FDA-Compliance bieten
wir derzeit folgende Seminare an
Zum Thema Schulungsplanung und Nachweis
ist soeben das ursprünglich von Boehringer Mannheim, heute Roche
Diagnostics, entwickelte EDV-Programm PharmSchul 4.0 freigegeben worden. Klicken
Sie hier, um mehr darüber zu lesen.
Autor:
Oliver Schmidt,
CONCEPT HEIDELBERG
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