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GMP News
18. Juli 2001
 

Aktueller Trend bei Warning Letters der FDA

 

Warning Letters sind hinsichtlich der Auswertung von Schwerpunkten bei GMP-Inspektionen durch die FDA ein sehr hilfreiches Instrumentatrium. Warning Letters sind die zweite von 3 Stufen, die bei der Bewertung von GMP-Abweichungen eine Rolle spielen. Stufe 1 sind die vom FDA-Inspektor auf dem bekannten Formblatt 483 notierten Abweichungen, die anlässlich einer Inspektion festgestellt werden.

Sofern nach Prüfung des nachträglich von dem Inspektor erstellten EIR (Establishment Inspection Reports) durch die Zentrale die Abweichungen als wesentlich oder die Stellungnahme zur Mängelbeseitigung als nicht ausreichend erkannt wurde, wird ein Warning Letter versendet.

Erfolgt danach wiederum aus FDA-Sicht keine zufriedenstellende Antwort, so tritt Stufe 3 ein, bei der von dem inspizierten Standort keine Produkte mehr für den US-amerikanischen Markt gefertigt werden dürfen.

Im Fiscal Year 2000 (bis Ende September 2000) wurden 71 Warning Letters ausgestellt. Dies ist identisch mit der Zahl des Vorjahres. Die folgende Grafik zeigt die davon betroffenen Produktionsbereiche.

Gerade bei den Sterilen Produkten mit 18 Warning Letters waren viele Unternehmen außerhalb der USA betroffen, was auf eine verstärkte Aktivität der FDA schließen lässt. Bei den 8 Wirkstoffbetrieben waren die Warning Letters an 6 US-Firmen und 2 chinesische Unternehmen gerichtet.

Bei den Abweichungen zeigt sich folgendes Bild der meist genannten Abweichungen:

Weitere häufige Abweichungen

  • Anlageninstandhaltung
  • Media Fill
  • Change Control
  • Umgebungsmonitoring
  • Reprocessing

Bei der Auswertung der Warning Letters ist auf die Definition der Themenfelder zu achten. So kommt das Gold Sheet in der Ausgabe April 2001 zu der Reihenfolge: Prozessvalidierung, OOS-Ergebnisse, Stabilitätstest. Der Unterschied zur obigen Darstellung liegt darin begründet, dass in der hier aufgeführten Auswertung die Abweichungen in der Chargendokumentation inkl. Freigabe und Review zusammengefasst wurden. Fasst man die Abweichungen nach Abteilungen zusammen, ergibt sich ein eindeutiges Bild. In nahezu jedem der Warning Letters sind Abweichungen in der Laboratory Unit notiert. Topthemen sind hierbei die bereits angesprochenen OOS-Umgang und Stability Testing und zudem:

  • Aufzeichnungen im Labor (Laboratory Records), inkl. Archiving, Reviews
  • Umgang mit Rohdaten
  • Analytische Methodenvalidierung
  • Impurities Testing

Häufig (16- mal) wurde auch die "Quality Unit" als solche als Abweichung benannt. Dabei geht die FDA davon aus, dass diese ihre Funktion nicht wahrnimmt bzw. nicht wahrnehmen kann. In überraschend vielen Firmen (insbesondere bei Herstellern steriler Produkte und Auftragsinstituten für Qualitätsprüfungen) wurde die Schulung der Mitarbeiter als Abweichung benannt.

Speziell zum Thema FDA-Compliance bieten wir derzeit folgende Seminare an

FDA Concerns

Unsere Seminare

Process Validation

FDA-Anforderungen an die Anlagenqualifizierung und Prozessvalidierung, 21./22. November 2001, Heidelberg

OOS

Out of Specification Results
10./11. September 2001, Heidelberg

Water Systems

Validierung eines Pharmawassersystems (QV 8),
11./12. September 2001, Heidelberg

GMP-/FDA-Compliant Pharmaceutical Water Systems
26-27 September 2001, Uppsala, Schweden

Zum Thema Schulungsplanung und Nachweis ist soeben das ursprünglich von Boehringer Mannheim, heute Roche Diagnostics, entwickelte EDV-Programm PharmSchul 4.0 freigegeben worden. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu lesen.

 

Autor:
Oliver Schmidt, 
CONCEPT HEIDELBERG

 

 

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