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Über viele Jahre hielt sich immer wieder das Gerücht, dass die FDA ein Büro für
Inspektoren in China etablieren will. Dazu kam es bisher nicht, auch weil eine
ausländische Behörde nur mit Genehmigung des Landes, in dem eine Behörde eine
Niederlassung errichten will, aktiv werden kann.
Die aktuellen Fälle zu GMP-Abweichungen und Arzneimittelfälschungen haben diesen
Prozess nun weit voran gebracht. Am
14 März informierte die FDA, dass ein GMP-Inspektionsteam an der Botschaft
in Peking und den Konsulaten in Shanghai und Guangzhou aufgebaut wird. Dazu will
die FDA auch Mitarbeiter in China gewinnen um bei Inspektionen detaillierter als
bisher die Dokumentationen und Abläufe u.a. durch Befragung von Personal in den
Betrieben überprüfen zu können.
Die Zahl der Inspektionen in China war ein Kernpunkt der Kritik, die bei zwei US
Congress Hearings aufgeworfen wurden. Ein
Report der GAO
hatte offenbart, dass die Anzahl der Inspektionen in China in keinem Verhältnis
zu der stark ansteigenden Zahl der Herstellungsbetriebe steht. Ganz besonders
gilt dies für die API (Wirkstoff-) Hersteller. Hier gehen Schätzungen davon aus,
dass mehr als 80% der Wirkstoffe für Arzneimittel, die bei der FDA zugelassen
sind, importiert werden müssen - ein Großteil aus Asien, insbesondere China.
Diese Verlagerung der Herstellung nach China wurde von vielen Pharmaunternehmen
im Rahmen der Herstellkostenoptimierung eingeleitet. Jetzt stellt sich heraus,
dass sehr viele chinesische Betriebe selbst minimale GMP-Regelungen nicht
erfüllen. Darüber hinaus haben die Arzneimittelfälschungen in einen kaum für
möglich erachteten Umfang zugenommen. Die FDA reagiert nun konsequent.
Die Zahl der Inspektionen in China wird sich vervielfachen. Es ist davon
auszugehen, dass die aktuell bekannten Probleme (wie z.B. Heparin-Produktion)
keine Einzelfälle sind. Man geht davon aus, dass viele Betriebe einen Warning
Letter erhalten werden, denn vielfach wurden die Hersteller noch nie inspiziert.
Dies liegt auch an den EDV-Systemen, die die FDA im Einsatz hat. Im aktuellen
Heparin-Fall hatte die FDA aufgrund eines Systemfehlers die falsche Fabrik
auditiert. Nachdem das festgestellt wurde, wurde eine GMP-Inspektion kurzfristig
angesetzt. Die
GMP-Abweichungen in dem 483er sind alarmierend. Der Betrieb ist
mittlerweile geschlossen.
Autor:
Oliver Schmidt
CONCEPT HEIDELBERG
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