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GMP-News
17. März 2008
  

GMP für Hilfsstoffe –
Das USP General Information Chapter <1078> wird revidiert

 
Das allgemeine Informationskapitel <1078> der USP mit dem Titel "Good Manufacturing Practices for Bulk Pharmaceutical Excipients" wurde einer umfangreichen Revision unterzogen. Die revidierte Version basiert auf den GMP Guidelines für Hilfsstoffe der WHO, dem Joint IPEC-PQG Good Manufacturing Practices Guide for Pharmaceutical Excipients von 2006, dem IQA PQG PS 9100:2002 Pharmaceutical Excipients Guide und den ISO-Standards für Qualitätsmanagement-Systeme. Inhaltlich stimmt das USP <1078> Kapitel vollständig mit Joint IPEC-PQG-Guide überein.

Gegenüber dem bislang gültigen Kapitel <1078> der USP sind die Anforderungen im revidierten Dokument wesentlich detaillierter und strenger. In Appendix A z.B. wird der Hilfsstoffhersteller dazu verpflichtet, mittels Risikoanalysen nachzuweisen, welches die kritischen Prozessschritte sind und ab wann GMP angewandt werden muss. Beispiele für qualitätskritische Schritte werden angeführt wie Phasenwechsel im Herstellungsprozess (Auflösen, Kristallisieren, Sublimieren, Destillieren etc), Phasentrennungen, kritische chemische Reaktionen, Mischen mehrerer Komponenten etc. Der Wirkstoffhersteller ist verpflichtet, derartige kritische Prozessschritte zu identifizieren und kontrollieren. Ein weiteres Beispiel: Das Top Management wird verpflichtet, periodische Reviews des Qualitätsmanagementsystems durchzuführen. Beispiele für den Review-Input werden angegeben.

Dieses Informationskapitel bezieht sich auf Hilfsstoffe, die in Arzneimitteln eingearbeitet werden. Hilfsstoffe für spezielle pharmazeutische Anwendungen, für die besondere Anforderungen gelten, sind ausgenommen wie z.B. Hilfsstoffe für parenterale Arzneimittel, Inhalativa, Ophtalmica und Arzneimittel zur Behandlung offener Wunden sowie generell für Arzneimittel, die steril und/oder pyrogenfrei sein müssen.

Dieses Thema ist auch deshalb von erheblicher Brisanz, da die Mehrzahl an Arzneimittelzwischenfällen auf mangelhafte bzw. verunreinigte Hilfsstoffe zurückzuführen sind, die in fernöstlichen Ländern (China, Indien, Korea) gefertigt werden.

Mit der Veröffentlichung der finalen Version des USP Kapitels 1078 wird im Pharmacopoeial Forum PF 34(2) mit der März/April Ausgabe gerechnet.

Die Interessenvertretung der europäischen Feinchemikalienhersteller, EFCG, hat bereits im September letzten Jahres ein Positionspapier mit Vorschlägen für einen einheitlichen europäischen GMP-Standard für Hilfsstoffe veröffentlicht. Das Postionspapier finden Sie hier: http://www.efcg.cefic.org/isoFILES/publications/items/DOWNLOAD_128.pdf

Die GMP-gerechte Herstellung von Wirk- und Hilfsstoffen ist ein zentrales Thema auf der 3rd EFCG Conference - Strategies for Compliant Pharma Sourcing am 29./30. Mai 2008 in Lissabon. Vertreter von Überwachungsbehörde und Industrie, der EMEA, der FDA sowie der Verbände präsentieren die neusten globalen Entwicklungen und Tendenzen bei der Beschaffung von GMP-konformen Wirk- und Hilfsstoffen.

Autor
Dr. Gerhard Becker
CONCEPT HEIDELBERG
 

 

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