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Neue Anforderungen an
Pharmawasser in Europa
Schon seit einigen Jahren ist in Europa
die Diskussion zu Herstellungsmethoden für WFI (Wasser für
Injektionszwecke), auch in Hinblick auf amerikanische und japanische
Anforderungen, im Gange.
1999 wurde auf einem internationalen
Treffen in Straßburg aufgrund der noch nicht fundierten Datenlage die
Forderung nach Verwendung der Reversen Osmose zur Erzeugung von WFI
abgelehnt. Somit ist die Destillation in Europa nach wie vor das einzig
zulässige Herstellverfahren zur Erzeugung von WFI.
Im Rahmen des Treffens wurde eine
Guideline zur Verwendung der verschiedenen pharmazeutischen
Wasserqualitäten als hilfreich angesehen. Weiterhin entstand als Resultat
des Treffens die zum 1.1.2002 in Kraft tretende Wassermonographie „Highly
Purified Water" als dritte Wasserqualität.
Als Grundlage aller pharmazeutischen
Wasserqualitäten ist Trinkwasser vorgegeben, dessen
Qualitätsanforderungen aber nicht von pharmazeutischen Regelwerken,
sondern von der EU-Direktive 80/778/EC definiert werden.
Die Wasserqualitäten „Purified Water
– gereinigtes Wasser" und „Water for Injection" sind
bekannt. Die neue Wasserqualität „HPW - Highly Purified Water" ist
für Zubereitungen vorgesehen, wo Wasser hoher mikrobieller Qualität
benötigt wird, ohne das aber WFI gebraucht wird. Die Testanforderungen
für HPW entsprechen denen von „Purified Water", ergänzt um den
Test auf bakterielle Endotoxine.
HPW entspricht weiterhin den
Qualitätsanforderungen des WFI, ohne aber das die Destillation als
Herstellmethode vorgegeben ist. Eine mögliche Herstellmethode ist z.B.
die zweistufige Umkehrosmose in Verbindung mit einer Ultrafiltration oder
einer Elektrodeionisation.
Während die chemische
Qualitätskontrolle von Wässern wenig Probleme bereit, ist die
mikrobielle Qualitätskontrolle als kritisch zu betrachten. Aufgrund auch
der langjährigen Erfahrung mit der Destillation als Herstellmethode für
WFI und der Möglichkeit der Validierung der Destillation als „Einzelanlage"
hat dieses Herstellverfahren nach wie vor eine deutlich größere
mikrobielle Sicherheit als andere mögliche Alternativverfahren.
Weiterhin sind die Qualifizierung und
Validierung der Wassererzeugung, -lagerung und – verteilung ein
besonders wichtiger Teil der GMP und sollten auch integraler Bestandteil
jeder Inspektion sein.
Generell sollte der Gebrauch der
verschiedenen pharmazeutischen Wasserqualitäten von den
Produkterfordernissen abhängig gemacht werden. Im Rahmen der Guideline
werden einige allgemeine Aussagen dazu gemacht, unterteilt in „Wasser
als Produktbestandteil" und „Wasser im Produktionsgebrauch":
Wasser als Produktbestandteil
Tabelle 1: Sterile Produkte
|
Sterile medicinal products |
Acceptable quality of Water |
|
Parenteral |
WFI |
|
Ophthalmic |
HPW |
|
Haemofiltration Solution
Haemodiafiltration Solution
|
WFI |
|
Peritoneal Dialysis Solutions |
WFI |
|
Irrigation Solutions |
WFI |
|
Nasal / Ear Preparations |
HPW |
|
Cutaneous Preparations |
HPW |
Tabelle 2: Nichtsterile Produkte
|
Non-sterile medicinal product |
Acceptable quality of Water |
|
Oral Preparations |
Purified |
|
Nebuliser Solutions |
Purified* |
|
Cutaneous Preparations |
Purified** |
|
Nasal / Ear Preparations |
Purified |
|
Rectal / Vaginal Preparations |
Purified |
*In certain disease states eg. Cystic
fibrosis, medicinal products administrated by nebulisation are required to
be sterile and non-pyrogenic. In such cases WFI or sterilised HPW should
be used.
** For some products such as veterinary
teat dips it may be acceptable to use potable water where justified taking
account of the variability in chemical composition and microbiological
quality
Wasser im Produktionsgebrauch
Tabelle 3: Sterile Wirkstoffe / Produkte
|
Manufacture |
Acceptable quality of water |
|
Synthesis |
Potable / Purified |
|
Fermentation media |
Potable / Purified |
|
Recrystallisation / precipitation
of sterile active ingredients |
WFI |
|
Used in formulation prior to
sterile lyophilisation |
WFI |
Tabelle 4: Nichtsterile Produkte
|
Manufacture |
Acceptable quality of water |
|
Synthesis |
Potable / Purified |
|
Fermentation media |
Potable / Purified |
|
Used in formulation prior to
non-sterile lyophilisation |
Purified |
|
Granulation |
Purified |
|
Extraction of herbal drugs |
Purified** |
** The use of potable water may be
acceptable, where justified. The Applicant would need to demonstrate that
potential variations in the water quality with respect to mineral
composition, would not influence the composition of the extracts
Tabelle 5: Wasser für Reinigung
|
Cleaning / Rinsing of Equipment,
Containers, Closures |
Acceptable quality of water |
|
General use including CIP |
Purified |
|
Initial rinse of containers /
closures for sterile products |
HPW |
|
Final rinse of containers /
closures for sterile parenteral products |
WFI |
|
Final rinse of containers /
closures for sterile non-parenteral products |
HPW |
Aktuelle
Veranstaltungen zum Thema Pharmawasser:
GMP-/FDA-compliant
Pharmaceutical Water Systems, 26.-27. September 2001, Uppsala, Schweden
Mit Besichtigung bei Fresenius Kabi Uppsala
Validierung
eines Wassersystems (QV 8) am 11./12. September 2001, Heidelberg
Validierung nahand eines Beispielprojektes von A bis Z.
Anmerkung: Die Draft
Guideline "Note for Guidance on Quality of Water for Pharmaceutical
Use" hat folgende Zeitachse:
10/00 - 01/01 Discussion in the QWP
02/01
Transmission to the CPMV/CVMP
02/01
Release for Consultion
08/01
Deadline for Comments
Autor: Dr. Andreas
Mangel, CONCEPT HEIDELBERG
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