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GMP News
22. Juni 2001
 

Neues Inspektionssystem der FDA


Die FDA hat ein Pilotprogramm für Inspektionssysteme bei routinemäßigen GMP-Inspektionen gestartet. Sie legt verstärkt ihr Augenmerk auf die Funktion der Quality Unit" als Schlüsselelement des firmeninternen „Compliance"-Status. Die FDA sendet damit ein klares Signal an die pharmazeutische Industrie, dass sie einen funktionierende „Quality Unit" (QU) erwartet, die über alle notwendigen Regelmechanismen verfügt und die auch stark genug ist um zu verhindern, dass qualitativ minderwertige Produkte in den Markt gelangen.

Warum fokussiert sich die FDA so auf die QU?

Zwei Trends waren ausschlaggebend. Einmal die Erfahrung der FDA, dass aufgrund von Stellenabbau und Personalfluktuation in den „Quality Units" Kenntnisse über spezifische Produkte und Prozesse dort verloren gegangen sind mit der Folge kein geeignetes „trouble shooting" mehr ausführen zu können. Zum zweiten die Erkenntnis, dass zunehmend Mängel in der Erkennung von Problemen durch die „Quality Units" tatsächlich auftraten.

Während in der Vergangenheit die Firmen überwiegend ihre Rückrufe selbst einleiteten, hat sich dies in den letzten 2 Jahren gewandelt. Über 60% der Rückrufe erfolgten erst aufgrund einer FDA-Inspektion. Der Leiter der Abteilung „Manufacturing and Product Quality" des „Office of Compliance", Joseph Famulare, fordert zwingend, dass die Firmen ihr Qualitätssicherheitssystem zu verbessern haben. Aus diesem Grund führt die FDA zukünftig gezielt Inspektionen hinsichtlich der „QU" durch. Famulare empfahl den Firmen, sich durch Selbstinspektionen zu versichern, dass ihre „Quality Units" adäquat arbeiten.

In einem Leitfaden für Inspektoren hat die FDA die Hintergründe , die Umsetzung und die Inspektionsschwerpunkte des neuen Systems dargelegt.

Während in der Vergangenheit auch produktorientiert inspiziert wurde, wechselt das Augenmerk nun auf eine generelle Inspektion. Ziel der FDA ist es, auch mittels dieses „neuen Programms", den Umfang und die Tiefe von Pre-Approval-Inspektionen – in Abhängigkeit von den Erfahrungen mit den jeweiligen Firmen – zu reduzieren. Ein EDV-System unterstützt die FDA bei der Bewertung der Firmen.

Wie sollen diese neuen, „systembezogenen Inspektionen" nun durchgeführt werden?

Sie werden nach einem Zwei-Stufen-Modell erfolgen. In der Stufe 1 wird der Inspektor eine Bewertung treffen ob die „QU" ihre Verantwortlichkeiten hinsichtlich der „review procedures" erfüllt. In der Stufe 2 wird die Dokumentation ausgewertet, um Qualitätsprobleme herauszufinden.

Innerhalb dieser zweiten Stufe werden bezüglich „material systems" insbesondere der Umgang mit Ausgangsstoffen und Endprodukten, „container closure" und jede Wasser- und Gasqualität, die in das Produkt gelangt bzw. Kontakt mit ihm hat, inspiziert werden. Weitere Schwerpunkte sind die Inventarisierung sowie die Lagerhaltung und die Distribution von Arzneimitteln.

In der Produktion wird der Fokus auf der Prozessvalidierung liegen. Im Laborbereich wird sich die FDA auf die analytischen Tests und die Entwicklung von Stabilitätsprogrammen konzentrieren. Bei den Gebäuden und der Ausrüstung liegt der Fokus auf Wartung, Kalibrierung, IQ und OQ. Im Bereich der Verpackung/Etikettierung wird das Hauptaugenmerk auf der Verhinderung von Untermischungen liegen sowie auf dem Umgang mit Etiketten und der Validierung.

Stefanie Gray, ehemalige Leiterin des Office of Compliance der FDA, meinte bezüglich dieses neuen Inspektionssystems, dass es die Behörde in die Lage versetzen wird sehr viel schneller nach der Inspektion zu reagieren und, da es einen Überblick über die Gesamtfirma gibt, auch Zulassungen stärker betreffen wird. Als Beispiel nannte S. Gray eine Firma, die eine (!) Woche nach der FDA-Inspektion gemäß dem neuen Inspektions-Systems schon ihren „Warning Letter" bekam.

Sie möchten mehr praktische Informationen über das neue FDA-Inspektions-System?

Richard M. Bonner Leiter der QA/QC von Eli Lilly, GB-Liverpool, wird auf dem Auditor Education Course am 16./17. Oktober 2001 in Kopenhagen über seine Erfahrungen mit mehreren Inspektionen nach diesem neuen Inspektionssystem berichten.

Suchen Sie Informationen zu den am häufigsten vond er FDA beanstandeten Mängeln? Das GOLD SHEET berichtet, dass die häufigsten Beanstandungen in Warning Letters die Prozessvalidierung und Out of Sepcification Resutlts (OOS) betreffen. Unsere Seminare dazu:

FDA-Anforderungen an die Anlagenqualifizierung und Prozessvalidierung, 21./22. November 201, Heidelberg

Out of Specification Results, 10./11. September 2001, Heidelberg

Informieren Sie sich aus 1. Hand.


Literatur: The Gold Sheet, Vol. 35, No 4, April 2001

PS. Zu weiteren Erläuterungen des Themas "Quality Unit" im Vergleich zu Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle ist ein Artikel von Rudolf H. Völler, Pharm. Ind. 59, Nr. 3 , S. 243 ff. (1997) sehr empfehlenswert.

Autor: Sven Pommeranz, Projektleiter, CONCEPT HEIDELBERG

 

 

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