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3. Dezember 2007
  

Anerkennung alternativer Arzneibücher (BP/EP/JP) durch die FDA
- jetzt doch!

 
Nachdem das Office of New Drug Quality Assessment (ONDQA) innerhalb des Center for Drug Evaluation and Research (CDER) der FDA bereits im Februar 2007 ein sehr interessantes Dokument veröffentlicht hat und dieses kurz darauf aber wieder zurückgezogen wurde (MAPP - Manual of Policies and Procedures 5310.7; siehe unsere GMP-News vom 8. Mai 2007) ist das Dokument jetzt am 3. November 2007 doch wieder neu in Kraft getreten!

Dieses Dokument ist für alle äußerst interessant, die in der Zulassung oder in der Wareneingangskontrolle der pharmazeutischen Industrie tätig sind.

Hintergrund ist, dass es bei der Zulassung von Arzneimitteln in den USA nicht unüblich ist, dass Antragsteller Monographien des Britischen Arzneibuchs (BP), des Europäischen Arzneibuchs (EP) oder des Japanischen Arzneibuchs (JP) als Qualitätsstandards (Monographien) für Wirkstoffe und Hilfsstoffe in den Zulassungsanträgen vorschlagen. Da aber das amerikanische Arzneibuch USP/NF das offiziell anerkannte Kompendium in den USA darstellt, waren die FDA-Reviewer bisher sehr zurückhaltend, BP, EP oder JP Standards und Methoden als Teil der Zulassung anzuerkennen, auch wenn eine Monographie aus diesen Arzneibüchern äquivalent oder sogar besser als die USP/NF Monographie war. Und in der Vergangenheit haben die US Reviewer hierzu auch unterschiedliche Hinweise gegeben.

Im nun veröffentlichten FDA Dokument MAPP (Manual of Policies and Procedures) 5310.7 vom 3. November 2007 heißt es:

Es ist vernünftig, die von einem Antragsteller vorgeschlagene Spezifikation (Monographie) für einen Wirkstoff (drug substance) oder einen Hilfsstoff (excipients) in einer BP, EP, oder JP Monographie anzuerkennen, falls das analytische Verfahren und die Akzeptanzkriterien in der BP, EP, oder JP Monographie äquivalent oder besser als das analytische Verfahren und die Akzeptanzkriterien in der entsprechenden USP/NF Monographie sind.

Standards sind dann äquivalent, wenn sie die gleichen Akzeptanzkriterien haben und analytische Methoden verwenden, die auf ähnlichen Prinzipien, (z.B. Chromatographie, Spektroskopie oder Titration beruhen) und vergleichbare Leistungsmerkmale (z.B. Spezifität, Richtigkeit und Präzision) haben. Ein Standard kann als besser angesehen werden, beispielsweise durch engere Grenzen für die Akzeptanzkriterien oder durch bessere Leistungsmerkmale der analytischen Methode (verbesserte Spezifität, größere Richtigkeit, etc.).

Diese Regelungen gelten für die CMC-Bewertung von Arzneimittelzulassungsanträgen, die vom CDER/OPS/Office of New Drug Quality Assessment durchgeführt werden.

Die FDA schreibt, dass sie nicht beabsichtigt, BP, EP und/oder JP als offizielle Arzneibücher anstelle oder zusätzlich zur USP zu etablieren.

Diese neue Flexibilität der amerikanischen Zulassungs- und Überwachungsbehörde stellt einen überraschenden und eigenständigen Schritt in Richtung Harmonisierung dar und wird von der pharmazeutischen Industrie sehr begrüßt werden.

Den vollständigen Text des neuen FDA Dokuments MASPP 5310.7 können Sie hier nachlesen:
http://www.fda.gov/cder/mapp/5310.7R.pdf

Autor:
Dr. Günter Brendelberger
CONCEPT HEIDELBERG