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GMP-News
26. November 2007
  

Neue Vorschläge zu Analysenwaagen und qualitätsrelevanten Wägeprozessen im amerikanischen Arzneibuch


Im Pharmacopeial Forum des amerikanischen Arzneibuchs USP vom Juli 2007 wurden die Entwürfe für zwei zu überarbeitende allgemeine Kapitel veröffentlicht:
 

  • <41> Weights and Balances

  • <1251> Weighing on an Analytical Balance


<41> Weights and Balances

Hier einige wichtige Punkte aus diesem Entwurf:

Die Leistungsfähigkeit der Waage wird durch drei Tests bewertet:

  1. Die Wiederholbarkeit der Messungen soll kleiner 0.1 % sein

  2. Die Genauigkeit (Verifizierung durch zertifizierte OIML oder ASTM Gewichte) soll besser als 0.1% sein (neu!)

  3. Kurzer Gewichts-Check (neu!)

Bei der Bestimmung der Wiederholbarkeit wird ein neu ein Expansionsfaktor von k=2 an Stelle des jetzt verwendeten Expansionsfaktors von k=3 zu Grunde gelegt. Als direkte Konsequenz daraus verringert sich die Mindesteinwaage der von USP <41> betroffenen qualitätsrelevanten Wägungen um ein Drittel.

Der Schwerpunkt des neuen Entwurfs liegt auf dem Routinebetrieb der Waage: die Bewertung der Wiederholbarkeit und der Genauigkeit erfolgt typischerweise, bevor die Waage in Betrieb genommen wird (z.B. bei IQ, OQ, PQ) und danach periodisch gemäß den geltenden SOPs. Normalerweise wird ein Gewichts-Check mit internen oder externen Prüfgewichten an jedem Tag durchgeführt, an dem die Waage benutzt wird oder in sonstigen angemessenen Intervallen, die in SOPs durch das Labor definiert werden.

<1251> Weighing on an Analytical Balance

Der Entwurf dieses allgemeinen Kapitels wurde mit dem neuen Vorschlag zum Kapitel USP <41> abgestimmt. Das bisher gültige allgemeine Kapitel USP <1251> sollte vollständig gestrichen und durch einen ganz neuen Text ersetzt werden.

Der neue Entwurf beinhaltet u.a. die folgenden Themenblöcke:

  • Installation
    (Temperatur- und Feuchtigkeitskontrolle am Aufstellungsort, Minimierung von
    Vibrationen, etc.)

  • Qualifizierung und Routinetests
    (Periodische Tests zur Ermittlung der Leistungsfähigkeit wie etwa Eckenlast oder
    Wiederholbarkeit, des Weiteren tägliche oder in anderen Intervallen definierte kurze
    Tests, die mit internen oder externen Gewichten durchgeführt werden)

  • Betrieb der Analysenwaage (Anforderungen an die Mindesteinwaage)

  • Auswahl der Gewichte für die externen Tests

  • Auftriebskorrektur (neu!)

Es ist hierbei zu beachten, dass das allgemeine Kapitel USP <41> für qualitätsrelevante Prüfungen im Rahmen des Anwendungsbereichs der USP obligatorisch ist, während das Kapitel USP <1251> nur eine Empfehlung darstellt und weiterführende Hinweise gibt, die im Rahmen des Kapitels USP <41> nicht behandelt sind.

Die Kommentierungsphase für die beiden neuen Vorschläge ist am 15. Oktober 2007 abgelaufen. Es ist damit zu rechnen, dass im ersten Quartal 2008 im Pharmacopeial Forum überarbeitete Entwürfe zu den beiden Kapiteln veröffentlicht werden.

 

Im Seminar „Kalibrierung und Qualifizierung analytischer Geräte in der pharmazeutischen Qualitätskontrolle“, das am 29./30. Januar 2008 in Mannheim stattfindet, wird ein Vortrag ganz spezifisch Analysenwaagen behandeln – bsplw. die Frage, wann eine Eichung der Waage gefordert ist oder wie die aktuellen und neu diskutierten Anforderungen an die Mindesteinwaage der USP sind.
 

Autor:
Dr. Günter Brendelberger
CONCEPT HEIDELBERG
mit freundlicher Unterstützung von Dr. Klaus Fritsch
Mettler Toledo AG, Schweiz
 

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