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29. Oktober 2007
  

EU Kommission und EMEA planen umfangreiche Weiterentwicklungen im GMP-Umfeld

 
Auf der zweiten GMP-Konferenz Ende Juni in Heidelberg stellte David Cockburn, Principal Scientific Administrator des Inspections Sector der EMEA, den Fahrplan der European Medicines Agency (EMEA) für die nächste Zeit vor. Einen ausführlichen Bericht über David Cockburns Vortrag lesen sie im nächsten GMP Journal*.

Durch die Guideline ICH Q9 "Quality Risk Management" werden auch in Europa die Grundsätze des Risikomanagement in den Regelwerken verankert werden. Dazu ist im Einzelnen geplant:

  • Das Kapitel 1 des EG-GMP-Leitfadens wird zu Quality Risk Management ergänzt.
  • ICH Q9 ist als - optionaler (!) - Annex 20 geplant.
  • Quality Risk Management soll auch in Part II (ICH Q 7[a]) und in die anderen Teile des EG-Leitfadens im Rahmen der nächsten Revision eingebunden werden.
  • In die Compilation of Community Procedures Quality soll Risk Management integriert werden. Damit wird es verstärkt risikobasierende Inspektionen in der GMP Überwachung geben.

Darüber hinaus ist eine Revision des Kapitels 5 des EG GMP-Leitfadens derzeit in der Bearbeitung. Diese Revision umfasst:

  1. Die Lieferantenqualifizierung (mit Hinweis, dass nur GMP-gerecht hergestellte Wirkstoffe eingesetzt werden dürfen)
  2. "Dedicated facilities" (mit Bezug auch auf Kapitel 3 des Leitfadens)
  3. Prüfung von Ausgangsstoffen (mit dem Ziel einer Harmonisierung aller Mitgliedsstaaten)

Besonders spannend dürften die geplanten Änderungen von Kapitel 5.18/5.19 und 3.6 zu "Dedicated facilities" werden.

Zusätzlich zu den o.g. Revisionen des EG GMP-Leitfadens werden viele der Annexe überarbeitet. Folgende Revisionen sind zu erwarten:

  • Der Annex 1 (Sterile Produkte) soll erneut geändert werden. Es soll u. a. mehr Bezug zur EN/ISO 14644 und dem FDA Aseptik Guide gezogen werden.
  • Änderungen zum Annex 2 (Biologische Produkte) als Anpassung aufgrund der Revision des EG-GMP-Leitfadens in Teil I und II. Außerdem sollen Gewebe mit einbezogen werden.
  • Änderungen im Annex 3 (Radiopharmazeutika), Annex 6 (Medizinische Gase) und Annex 7 (pflanzliche Arzneimittel) ebenfalls als Anpassung aufgrund der Revision des EG-GMP-Leitfadens in Teil I und II.
  • Update des Annex 11 (Computerisierte Systeme), hier wird das PIC/S Dokument PI 011-2 die wesentlichen Inhalte vorgeben.
  • Änderungen in Annex 13 (klinischer Prüfpräparate) bezüglich der Lagerung von Referenz- und Rückstellmustern. Klarstellung bezüglich der Trennung zwischen Produktion und QK und Klarstellung bezüglich der Freigabe.
  • Änderungen sind auch für den Annex 14 (Blutprodukte) im Hinblick auf die EG-Richtlinie 2002/98/EC geplant.

Einige der o.g. Dokumente liegen bereits als Entwurf zur öffentlichen Kommentierung vor bzw. sollen bis Ende des Jahres folgen. Ein äußerst ehrgeiziges Unterfangen.
 

Mehr zu diesen Themen erfahren Sie auch in unserem 6-Tage-Intensivseminar: Der QS-/GMP-Beauftragte in der pharmazeutischen Industrie (QS 5).

Die Termine für 2008:
Block I

Block II


Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG

* Das GMP Journal (www.gmp-journal.de) wird exklusiv für die Teilnehmer von durch Concept Heidelberg organisierte Veranstaltungen herausgegeben und automatisch an alle Teilnehmer der letzten 12 Monate versendet.