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1. Oktober 2007
  

Outsourcing: Was ist aus GMP-Sicht zu beachten?

 
Die Tendenz, einzelne pharmazeutische Herstellungsschritte oder gar die komplette Herstellung eines Produkts von einem geeigneten Lohnhersteller durchführen zu lassen, hält ungebrochen an. Gründe hierfür gibt es einige:

  • Mangelnde Ressourcen in der jeweiligen Herstellungstechnologie (besondere Darreichungsformen)
  • Kapazitätsengpässe
  • Befürchtung, dass bei Neueinführungen Anlagen und Personal nicht ausreichend ausgelastet werden
  • Fokussierung auf die Vermarktung
  • Herstellungserlaubnis nicht ausreichend/ nicht vorhanden

So gehört das eigentliche Produzieren oft nicht mehr zur Kernkompetenz des pharmazeutischen Unternehmens. Der Auftraggeber nutzt die Kompetenz und Flexibilität des Dienstleisters. Allerdings müssen Preis und vor allem die Qualität stimmen, neben der pharmazeutischen Qualität gehören hierzu auch Liefertreue und Service. Der Aufbau der Kunden-Lieferantenbeziehung sollte bereits vor dem eigentlichen Transfer beginnen. Dieser ist dann ein entscheidender Schritt im Aufbau einer funktionierenden Partnerschaft. Wer hierbei Kompetenz beweist, verschafft sich oft einen Vorteil gegenüber dem meist billigeren Wettbewerb aus dem Ausland. Ein guter Rundumservice beinhaltet auch die nötige Produktberatung und die pharmazeutische Dokumentation. Das Ausmaß der Dienstleistung wird in geeigneten Verträgen festgelegt.

Eine Studie der US-amerikanischen Universitäten St. Louis und Georgetown, die 2002 unter dem Namen Pharmaceutical Research Manufacturing Project (PRMP) und mit Unterstützung der FDA ins Leben gerufen wurde, enthält auch interessante Daten zum Thema Outsourcing. Über die Ergebnisse die im September 2006 erstmals publiziert wurden haben wir bereits berichtet. In der umfangreichen Datensammlung der Studie finden sich auch Hinweise zur Problemstellungen die bei der Auftragsherstellung zu beobachten sind. So zeigen die Daten, dass es im Rahmen der Auftragsherstellung immer wieder zu Problemen kommen kann: so war hier eine statistische Häufung von fehlgeschlagenen Chargen erkennbar. Auch gab es Schwierigkeiten mit sinkender Ausbeute und steigenden Durchlaufzeiten. Allerdings wurde auch festgehalten, dass die Zahl der Abweichungen über die Zeit der Auftragsvergabe sinkt. Dies mag als ein Zeichen gewertet werden, wie wichtig eine andauernde Pflege der Beziehung zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer ist.

Im Rahmen von Inspektionen treten vor allem Mängel in der Auditierung und bei der Vertragsgestaltung auf. So lagen im Zeitraum 2005/2006 schwerwiegende Abweichungen zu dieser Thematik auf Platz 7 der Rangliste häufiger Beobachtungen der britischen Überwachungsbehörde MHRA im Vereinigten Königreich.

Den gesamten PRMP-Bericht finden Sie hier: http://www.olin.wustl.edu/faculty/nickerson/results/PMRPFinalReportSept2006.pdf
 

Im Rahmen unseres Lehrgangs der "Der GMP-Compliance Manager" bieten wir zu all diesen Elementen passende Seminare an:

 
Autor:
Wolfgang Schmitt
CONCEPT HEIDELBERG