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GMP-News
1. Oktober 2007
  

Questions & Answers zu Fertigspritzen:
Experten aus Behörde und Industrie beantworten Fragen

 
In regelmäßigen Abständen beantworten Experten aus Behörden und Industrie Fragen, die häufig im Rahmen von Veranstaltungen gestellt werden - dieses Mal ein Auszug zum Thema Fertigspritzen. Die gesamten Q&As werden in der nächsten Ausgabe des GMP Journals* veröffentlicht, das Ende Oktober erscheinen wird.

Inspektionen von Fertigspritzenlinien
Dr. Daniel Müller, Regierungspräsidium Tübingen

Beim Fall, in dem der Arzneimittelhersteller (Pharm. Hersteller) die Aufbereitung der Packmittel selbst durchführt, auch als Bulkprozess bezeichnet, sind ausreichend Inprozesskontrollen durchzuführen, die den Aufbereitungsprozess überwachen. Sind hier Inprozesskontrollen zu Sterilität und Endotoxingehalt der Packmittel an einer geeigneten Stelle im Prozess (z.B. nach Waschen, Sterilisieren, Entpyrogenisieren) von den Regularien / Guidelines gefordert?

Einerseits fordern die GMP-Regularien, Prozesse durch ausreichende und geeignete Inprozesskontrollen zu begleiten. Durch dieses ‚Monitoring' soll die Prozessstabilität und damit auch die Produktqualität gewährleistet werden.
Andererseits sind kritische (qualitätsbestimmende) Herstellungsprozesse - also auch die Aufbereitungsprozesse für die Packmittel - zu validieren, um deren Eignung zu zeigen. Validierte Prozesse sollten dann reproduzierbar Produkte guter Qualität liefern.
Alle Prozessschritte ‚trotz Validierung' mit IPC abzusichern wäre übertrieben, gar keine IPC mehr durchzuführen, sicherlich ebenso wenig sinnvoll. Eine Risikoanalyse sollte ergeben, wo kritische Prozessschritte vorliegen, die aus Sicherheitsgründen noch mit von einer IPC begleitet werden. Klassisches Beispiel einer solchen industrieweit üblichen IPC ist die chargenbegleitende Füllmengenkontrolle, die trotz einer Qualifizierung der Abfüllmaschine durchgeführt wird.

Reichen die risikobasierte Klassifizierung der möglichen Fehler und eine Limitierung dieser Fehler für die Gestaltung einer SOP zur optischen Kontrolle von Fertigspritzen aus? Gibt es hier Unterschiede in der Routineproduktion von Marktware und der Herstellung von Klinischen Prüfmustern.

Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Dazu kommen sollte aber auf jeden Fall auch eine Begrenzung der Summe der Fehlerklassen, um den Gesamtausschuss auf einem akzeptablen Niveau zu halten. Eine genaue Fehlerbeschreibung, noch besser (Digital)Fotos von Defektmustern oder reale Anschauungsmuster sollten die Fehlertabellen natürlich ergänzen. Eine Line Clearance der Arbeitsplätze (Bereinigen von Fremd- und Vorgängerprodukten) ist im Falle jeglicher optischer Kontrolle ebenso wichtig, fehlt aber leider in manchen Fällen in den SOPs zur optischen Kontrolle.

Gibt es für die Gestaltung des Media Fills bei Fertigspritzenlinien besondere Vorgaben, welche Manipulationen unbedingt durchgeführt sollten, welche eventuell ausgelassen werden dürfen (z.B. Wechseln von Abfüllnadeln)?

Nein, denn es gilt auch hier der Grundsatz, dass alle im Routinebetrieb zugelassenen Eingriffe/Manipulationen auch im Media Fill abgedeckt sein müssen. Dies gilt für aseptische Abfülllinien von Fertigspritzen genauso wie für Vials oder Ampullen.
Welche Eingriffe man für den Routinebetrieb zulässt und welche nicht, ist zunächst Entscheidung der Firma. Allerdings darf ein Media Fill nicht zur Rechtfertigung unnötiger Kontaminationsrisiken missbraucht werden. Daher ist auch hier eine risikobasierte Entscheidung notwendig, die in Behördeninspektionen sicher hinterfragt wird.
 

Diskutieren Sie auch Ihre Fragen in der aktuellen Veranstaltung:

 
Zusammengestellt von:
Dr. Andreas Mangel
CONCEPT HEIDELBERG

* Das GMP Journal (www.gmp-journal.de) wird exklusiv für die Teilnehmer von Concept-Heidelberg-Veranstaltungen herausgegeben und automatisch an alle Teilnehmer der letzten 12 Monate versendet.
 

 

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