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10. September 2007
  

Aktuelle Aussagen der EMEA zur Einführung der harmonisierten Testmethoden in der Mikrobiologie!

 
In der "Questions & Answers Section" der Quality Working Party hat sich die EMEA nun zu den harmonisierten Mikrobiologie-Kapiteln im Europäischen Arzneibuch geäußert.

Die wichtigsten Aussagen sind:

  • Die neuen Testmethoden werden mit dem 1. Januar 2009 die Referenzmethoden, oder gegebenenfalls zu dem Zeitpunkt, zu dem die entsprechende Monographie überarbeitet veröffentlicht wird.
  • Für neue Anträge auf Marktzulassung, die nicht durch eine Monographie abgedeckt werden, empfiehlt die QWP bereits jetzt die Anwendung der neuen Methoden.
  • Für bereits zugelassene Arzneimittel, die nicht durch eine Monographie abgedeckt werden, können bis zum 31. Dezember 2008 beide im Arzneibuch stehende Methoden eingesetzt werden. Mit dem Stichtag 1. Januar 2009 ist die neue Methode die Referenzmethode.
  • Ein risikobasierter Ansatz für die Einführung der neuen Methoden kann gewählt werden, um nicht für jedes einzelne registrierte Produkt die Eignung der neuen Methode zu überprüfen. Diese Vorgehensweise muss aber wissenschaftlich begründet werden. Ein "Bracketing"-Ansatz ist für eine Produktlinie ebenfalls mit wissenschaftlicher Begründung möglich.

Sehr interessant sind auch die Angaben zur Validierung alternativer Methoden.

Die generelle Aussage ist: Die Validierung muss gegen die Referenzmethode durchgeführt werden.

Aber kann dies so für beide Kapitel 2.6.12 und 2.6.13 umgesetzt werden?

Für das Kapitel 2.6.12 bedeutet das, dass bis zum 31. Dezember 2008 gegen die "alte" Methode und ab dem 1. Januar 2009 gegen die "neue" Methode validiert werden muss. Ist eine alternative Methode aber gegen die "alte" Methode validiert worden und wurde sie anschließend zugelassen, so ist keine Re-validierung nötig, wenn die "neue" Methode Referenzmethode wird.

Anders sieht es bei Kapitel 2.6.13 aus. Hier empfiehlt die QWP bereits jetzt eine Validierung alternativer Methoden gegen die "neue" Methode, um eine Re-validierung vermeiden zu können, wenn die "neue" Methode Referenzmethode wird.

Dieser letzte Satz steht etwas im Widerspruch zu der Anforderung, dass sich bei der Validierung auf die Referenzmethoden bezogen werden muss - wenigstens bis zum 1. Januar 2009, wenn die "neue" Methode Referenzmethode wird. Natürlich sprechen sehr gute Gründe dafür, dem Vorschlag der QWP zu folgen. Es wäre nur wünschenswert, wenn die QWP den Anwendern explizit die Sicherheit gegeben hätte, dass diese Vorgehensweise akzeptiert wird, auch wenn man - streng ausgelegt - ein GMP-Kriterium dabei nicht erfüllt.

Die Aussagen der QWP und noch mehr Fragen und Antworten zum Einsatz der neuen mikrobiologischen Arzneibuchmethoden können unter http://www.emea.europa.eu/Inspections/QWPfaq.html  nachgelesen werden.
 

Informieren Sie sich auch in folgenden Seminaren eingehend über die verschiedenen Aspekte und Auswirkungen der Harmonisierung:

 
Autor:
Dr. Ulrich Herber
CONCEPT HEIDELBERG