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4. September 2007
  

ISPE veröffentlicht White Paper zum Thema "Dedicated Facilities"

 
In unserer GMP-News vom 9. März 2005 wiesen wir auf ein "Concept Paper" der EG-Kommission zum Thema "Dedicated Facilities" hin.
 
Als Antwort auf dieses Concept Paper hat ein Task Team der International Society of Pharmaceutical Engineering (ISPE) ein sogenanntes White Paper erstellt. Mit diesem White Paper möchte die ISPE Ihre Vorstellungen zum Thema "Dedicated Facilities" bekannt machen und Einfluss auf die weitere Entwicklung des Concept Papers nehmen.
 
Kernpunkt des White Papers ist der Einsatz eines "scientific risk-based approach" zur Festlegung, ob "segregation or dedication" von Räumlichkeiten notwendig sind. Es verweist hier explizit auf ICH Q9 (Quality Risk Management).
 
Die ISPE ist der Meinung, dass sich Risikobetrachtung (risk assessment) stark am ADI- (Acceptable Daily Intake-) Wert der betreffenden Substanzen orientieren soll und nicht alleine an festgelegten Produkt-Klassen, Definitionen oder Warn-Hinweise auf Etiketten. Die ISPE bringt das Gesagte in die Formel: Hazard x Exposure = Risk.
 
Das "risk assessment" soll dann auch als Basis zur Steuerung des Risikos ("risk control") dienen. Das heißt, "risk assessment" führt zu Kriterien, die eine Rationale für ein Monitoring und ein" risk control", wie Reinigung und "acceptable carry over levels", bilden. Und wenn die entsprechenden Kriterien für Reinigung und "acceptable carry over levels" nicht erreicht werden, dann können "dedicated" oder "segregated" Räumlichkeiten angezeigt sein - auch nur in teilweiser Ausführung. Hier wird ausdrücklich Wert auf individuelle Umsetzungsmöglichkeiten gelegt. "One fits all" greift hier - laut ISPE - nicht.
 
Neben dem entsprechenden Design von Räumlichkeiten und Ausrüstung sollten auch entsprechende Verfahrensanweisungen unterstützend auf eine Risikominimierung wirken.
 
Die ISPE kommt zum Schluss, dass "dedicated" oder "segregated" Räumlichkeiten nur dann notwendig sind, wenn durch physische, organisatorische Maßnahmen und/oder Reinigungsprocedere eine Kreuzkontamination bis zu einem akzeptierten Level nicht ausgeschlossen werden kann.
 
Ausdrücklich weißt die ISPE darauf hin, dass Personen- und Produktschutz gleichberechtigt sein müssen und eine Überbetonung des einen zu einer Vernachlässigung des anderen führen kann.
 
Die ISPE widmet dem Thema Reinigung ein eigenes Kapitel und kommt zum Schluss, dass dann, wenn die Reinigungsverfahren keine ausreichende Abreicherung ermöglichen (Stichwort Reinigungsvalidierung), um eine Kreuzkontamination zu verhindern, "Dedicated Facilities" notwendig sind.
 
Das White Paper endet mit der Ankündigung, zukünftig Guidelines bzgl. Risk Assessment, Risk Management, und Facility Design zusammen mit der Industrie und "Regulators" zu erstellen.
 
Das White Paper kann unter: http://www.ispe.org/galleries/e-letter-files/EMEA_white_paper.pdf im Internet bezogen werden.
 

Und was ist nun aus dem ursprünglichen Concept Paper der EG-Kommission geworden?

Hören Sie im GMP Webinar "GMP Guide Revision: Dedicated Facilities - Verhinderung von Kreuzkontaminationen im Fokus der Änderungen von Kapitel 3 und 5 des EG-GMP-Leitfadens" am 30. Oktober von 13.30-15.00 Uhr aus erster Hand von einer Vertreterin der EMEA Arbeitsgruppe zu "Dedicated Facilities" wie der Stand der Dinge ist und ob Anregungen des ISPE Task Teams mit berücksichtig werden. Ein Final Draft wird schon bald erwartet.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie außerdem im Seminar

sowie in den von Concept Heidelberg für die ECA organisierten Veranstaltungen

 
Autor:
Sven Pommeranz
CONCEPT HEIDELBERG
 

 

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