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6. August 2007
  

Aktuelle Ausgabe des GMP Journals berichtet
über die Umsetzung von ICH Q9

 
Der "Risk Based Approach" der amerikanischen Food & Drug Administration hat als Teil der "cGMP for the 21st Century Initiative" zum Ziel, die Einführung neuer, sinnvoller Technologien in die pharmazeutische Herstellung und Kontrolle zu erleichtern und die Überwachung der pharmazeutischen Herstellung bei gleichzeitiger Betrachtung der Prozessqualität stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Außerdem soll im Hinblick auf Inspektionen eine risikobasierende Priorisierung möglich werden, da immer mehr pharmazeutischen Unternehmen immer weniger Inspektoren gegenüber stehen. Als Schlüsselelemente zur Reduzierung von Inspektionen bei Unternehmen sieht die FDA dabei eine gute Firmenhistorie, ein ausreichendes Prozessverständnis sowie ein effizientes Qualitätsmanagementsystem.

Aber auch in diversen EG-Dokumenten kann man den Begriff "Risiko" wiederholt finden, was dafür spricht, dass Risikomanagement auch im europäischen GMP-Leitfaden durchaus kein neues Prinzip ist. Aktuell sind zwar einige Aktivitäten zu verzeichnen, aber trotzdem bleibt die Umsetzung von ICH Q9 Quality Risk Management in der EU weiter unklar. Nichtsdestotrotz wird Risikomanagement in vielen Unternehmen bereits gelebt, wie auf der 2. Deutschen Risikomanagement-Konferenz deutlich wurde.

Dabei steht ihnen ein recht reichhaltiges Repertoire an Risikoanalyse-Methoden zur Auswahl, wie Denis Nienhüser von RRR-Reduced Rest Risk in der Schweiz betont. Dazu gehören beispielsweise Ishikawa, FTA, FMEA, HACCP, um die wichtigsten Methoden zu nennen. Allerdings thematisiert er auch potentielle Probleme bei Risikoanalysen. Nach seiner Auffassung müssten Unternehmen darauf achten, ihre Analysen übersichtlich zu gestalten. Auch Begriffe - z.B. kritisch versus unkritisch - müssten deutlich definiert sein, so der Experte weiter. Bei Einschätzungsfaktoren käme es außerdem darauf an, wie viele Unterteilungen (kritisch, mäßig kritisch...) festgelegt würden. Die Verknüpfung von mehreren Faktoren (z. B. kritisch mit mäßig kritisch) kann für ihn ein weiteres Problem darstellen. Wie komplex diese Verknüpfung letztendlich sein könne, ließe sich anhand einer Risk Map darstellen.

Ein ausführlicher Bericht über die Umsetzung von ICH Q9 erscheint in der aktuellen Ausgabe des GMP Journals. Der Bericht ist eine Zusammenfassung der Vorträge auf der 2. Deutschen Risikomanagement-Konferenz, in deren Mittelpunkt aktuelle Aspekte, Risikoanalyse-Tools, Praxisberichte sowie ein Ausblick auf die FDA-Initiative zum "risk-based Approach" standen.

Weitere Informationen zum GMP Journal sind im Internet unter www.gmp-journal.de abrufbar.
 

Mehr zum Thema Risikomanagement - speziell in der Sterilproduktion - erfahren Sie im Seminar "Risikoanalyse in der Sterilproduktion" am 17. und 18. September 2007 in Heidelberg. Der nächste "ICH Q9 Risikomanagement Kurs" findet am 24. und 25. Januar 2008 in Heidelberg statt.

 
Autor:
Wolfgang Heimes
CONCEPT HEIDELBERG